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    Kitzingen

    Uhren-Dieb zeigt zu späte Reue und muss jetzt 750 Euro zahlen

    Aus dem Gericht: 19-Jähriger wurde zum Dieb und kann die Tat vor dem Kitzinger Jugendrichter nicht so recht erklären.
    Ein 19-jähriger Dieb musste sich vor dem Kitzinger Jugendrichter verantworten.
    Ein 19-jähriger Dieb musste sich vor dem Kitzinger Jugendrichter verantworten. Foto: Oliver Berg

    Die Versuchung war zu groß: Ein 19-Jähriger hat in einem Kleiderladen in der Stadtgalerie Schweinfurt eine abgelegte Uhr mitgehen lassen. Wenig später kam die Reue und er wollte die Uhr zurückgeben. Zu spät: Die Polizei war schon da. Die Anzeige wegen Diebstahls folgte. Jetzt saß er vor dem Jugendrichter.

    Da hatte er Glück. Trotz einer Vorahndung wegen Körperverletzung vor rund zwei Jahren, ist er mit der Einstellung des Verfahrens davon gekommen.750 Euro und damit mehr als ein Monatsgehalt muss der Auszubildende zahlen. Dann ist die Sache für ihn erledigt.

    Was in der Stadtgalerie passiert ist, hat ein Video aufgezeichnet. Der junge Mann war mit einigen Kumpeln in den Laden gekommen. Dann hat er die auf einem Hosenstapel abgelegte Uhr im Wert von rund 600 Euro gesehen. Er hat eine Jacke anprobiert und dabei die Uhr in seiner Hosentasche verschwinden lassen. Dann hat er das Geschäft verlassen und ist Pizza essen gegangen. Wenig später stand die Polizei am Tisch. Die hatte sich das Video aus dem Laden angesehen. Die Uhr wurde gefunden, der 19-Jährige wegen Diebstahls angezeigt.

    Polizei war schneller

    Vor dem Jugendrichter betonte er mehrfach, er habe die Uhr im Fundbüro abgeben wollen. Er sei sich nach dem Verlassen des Geschäfts mit seinen Kumpels einig gewesen, die Uhr abzugeben, "bevor es Stress gibt". Weil die Polizei schneller war, gab es den Stress der zu späten Reue dennoch, intensive Aussprachen mit den Eltern und dem Chef inklusive.

    Vor Gericht tat sich der junge Mann schwer, den Griff nach der Uhr zu erklären. "Vielleicht war es die günstige Gelegenheit, ich weiß nicht", sage der 19-Jährige. Auch die Frage, warum er die Uhr nicht bei der Verkäuferin abgebeben habe, wenn er sich schon abgeben wollte, blieb offen.

    Auf der einen Seite die Körperverletzung, für die der Angeklagte Sozialdienste bekam und die wegen der Schadenersatzforderungen zu einem "teuren Spaß" wurde. Auf der anderen Seite ein sonst unauffälliger und integrierter junger Mann, der vor dem Abschluss einer Ausbildung steht, Hülle zeigte die möglichen Konsequenzen bis hin zum Arrest auf, brachte dann aber doch die Einstellung des Verfahrens ins Spiel: "Allerdings  gegen eine saftige Auflage."

    Die Uhr ist wieder da. Die Absicht, sie zurückzugeben, ist nicht zu widerlegen, dazu die positive Entwicklung: Auch die Staatsanwältin konnte sich mit einer Einstellung anfreunden. "Aber das ist das letzte Mal", sagte sie und stimmte auch der Auflage von 750 Euro in fünf Raten zu. Was folgte, war ein spürbares Aufatmen auf der Anklagebank.

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