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    Burgsinn

    100-jähriges Bestehen: Aus dem FC 1920 wurde die SG Burgsinn

    Mit dem Aufstieg in die Landesliga gelang der SG Burgsinn 1973 der größte sportliche Erfolg. Das Meisterteam: (hinten, von links) Spielausschussvorsitzender Werner Krausse, Vorsitzender Ludwig Pauthner, Alfred Pauthner, Gerd Schüllermann, Arnold Kreuter, Peter Herget, Bernhard Schneider, Erwin Laudenbach, Trainer Walter Kaniber, (vorne, von links) Hubert Herget, Walter Heinzel, Hans Schneider, Siggi Frank, Franz-Karl Hammer, Friedrich Mühlig, Siegfried Betz und Klaus Frank.
    Mit dem Aufstieg in die Landesliga gelang der SG Burgsinn 1973 der größte sportliche Erfolg. Das Meisterteam: (hinten, von links) Spielausschussvorsitzender Werner Krausse, Vorsitzender Ludwig Pauthner, Alfred Pauthner, Gerd Schüllermann, Arnold Kreuter, Peter Herget, Bernhard Schneider, Erwin Laudenbach, Trainer Walter Kaniber, (vorne, von links) Hubert Herget, Walter Heinzel, Hans Schneider, Siggi Frank, Franz-Karl Hammer, Friedrich Mühlig, Siegfried Betz und Klaus Frank. Foto: Repro: Jürgen Gabel

    2020 darf die Sportgemeinschaft (SG) Burgsinn stolz auf ihre 100-jährige Geschichte zurückblicken. Ob und wann die Jubiläums-Feierlichkeiten stattfinden können, steht noch in den Sternen – natürlich wegen der Corona-Ausgangsbeschränkungen.

    Das Jubiläum gibt Anlass in den interessanten Annalen zu blättern. Die Historie ist recht wechselhaft: Sie reicht vom selbst zusammengeflickten Lederball und dem 31 Jahre dauernden Engagement eines Schullehrers als SG-Chef über die beispiellose Jugendarbeit bis zum portlichen Aufschwung bis zur Landesliga und zum tragischen Absturz bis in die C-Klasse.

    Blick in die Geschichte

    Man schrieb das Jahr 1920, und der Erste Weltkrieg war beendet. Kriegsgefangene kehrten zurück und brachten den Umgang mit der braunen Lederkugel mit. Ein Schuster flickte aus Lederteilen einen Ball zusammen, und der 1. FC Burgsinn wurde aus der Taufe gehoben. Beim ersten Spiel gegen Gemünden gab es mit 8:18 eine tüchtige Abfuhr.

    Die erste Fußballmannschaft des 1. Fußball-Clubs Burgsinn im Jahre 1930, dem Vorgänger der heutigen SG, auf dem Sportplatz "Am See".
    Die erste Fußballmannschaft des 1. Fußball-Clubs Burgsinn im Jahre 1930, dem Vorgänger der heutigen SG, auf dem Sportplatz "Am See". Foto: Repro: Jürgen Gabel

    Der erste Sportplatz, die "Wiese am See" kostete eine Jahrespacht von zwei Fuhren Heu. 1929 spricht die Chronik von einer Neugründung aufgrund einer Krise. In den Kriegsjahren 1933 bis 1945 ruhten die Aktivitäten.

    Bei der Wiedergründung 1946 wurde der Verein in "Sportgemeinschaft Burgsinn" umgetauft, der die Tradition des alten 1. FC weiterführte. 1953 übernahm Schullehrer Ludwig Pauthner den Vorsitz, und schon im Folgejahr fuhr man den ersten Titel mit der A-Klassen-Meisterschaft ein.

    31 Jahre stand Pauthner an der Spitze und leistete Überdurchschnittliches für den Fußball in Burgsinn. Er sah die Notwendigkeit der Nachwuchsarbeit, und der Schüler- und Jugendfußball hielt Einzug. Stippvisiten in der Bezirksliga und Erfolge im Nachwuchsbereich zeichneten die sportlichen Erfolge.

    Neuer Sportplatz

    Ein schwarzes Jahr war 1966, als die Marktgemeinde das Sportgelände an die Lederwarenfabrik Picard verkaufte. Der Ausweichplatz in der "Unterreith" war aufgrund Hochwasserüberflutung nur bedingt für den Ballsport tauglich. Doch besonders in dieser Zeit trug die intensive Nachwuchsarbeit der Frank-Zwillinge Klaus und Siegfried reiche Früchte, und die erste Mannschaft konnte sich dauerhaft in der Bezirksliga halten. 1972 wurde der lang ersehnte neue Sportplatz am Flutgraben in Betrieb genommen.

    Beim Entscheidungsspiel im Würzburger Kickersstadion 1973 am Dallenberg besiegte die SG mit 2:1 nach Verlängerung die Elsava Elsenfeld und wurde Bezirksligameister. Im Bild links: SG-Torjäger Walter Heinzel. Rechts steht Friedrich Mühlig zur Abnahme bereit.
    Beim Entscheidungsspiel im Würzburger Kickersstadion 1973 am Dallenberg besiegte die SG mit 2:1 nach Verlängerung die Elsava Elsenfeld und wurde Bezirksligameister. Im Bild links: SG-Torjäger Walter Heinzel. Rechts steht Friedrich Mühlig zur Abnahme bereit. Foto: Repro: Jürgen Gabel

    In einem dramatischen Entscheidungsspiel im Stadion der Würzburger Kickers wurde 1973 die Elsava Elsenfeld mit 2:1 bezwungen, man wurde Meister und stieg als größter sportlicher Erfolg in die Landesliga auf. Leider folgte im zweiten Jahr der Abstieg, zahlreiche Stammspieler hörten auf, und die SG schlug über Bezirksliga und A-Klasse eine sportliche Talfahrt ein, die erst in der C-Klasse endete. Ungeachtet dessen wandelte der Jugendbereich weiter auf Höhenflügen und fuhr Meistertitel im Paket ein.

    Sportheim 1987 eingeweiht

    1984 übergab Vorsitzender Pauthner das Vereinsschiff in jüngere Hände. Der neue Vorsitzende Klaus-Dieter Gärtner nahm den Bau des Sportheims ins Visier, und man feierte 1987 dessen Einweihung. Schier unglaubliche 5500 freiwillige Arbeitsstunden leisteten die Mitglieder.

    Sportlich ging es ebenfalls wieder bergauf, und erstmals meldete man gar eine F-Jugend zum Spielbetrieb an. Sportlich kam die 1991 fertig gestellte Sinngrundhalle der SGB mit Hallenturnieren insbesondere im Jugendbereich zu pass. 1996 kreierte man die erste Auflage des Midnight-Events eines Hallenturniers, bei dem inzwischen mehr als 20-mal namhafte Seniorenteams ihren Meister krönten.

    Sportlich pendelten die Kicker zwischen B-Klasse und Bezirksliga hin und her, und 2005 wurde der langersehnte Trainingssportplatz eingeweiht. 2004 gründete man die Jugendfördergemeinschaft Sinngrund, in der von der U13 bis zur U19 die Fußballvereine aus Burgsinn, Rieneck, Mittelsinn und Obersinn ihren Nachwuchs ausbildeten. Der geänderten Vereinsstruktur trug die SG ab 2008 mit der Aufteilung der Vorstandsarbeit auf sechs Vorstände Rechnung.

    Vorstand verjüngt

    In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Vorstandsteam stark verjüngt. Zahlreiche Veranstaltungen wie Weinabend, Preisschafkopf, Kesselfleischessen und Zigeunerbratfest, Ferienspaß der Kinder, Mini-EM oder Weihnachtsmarkt garantieren zum einen das wirtschaftliche Überleben, andererseits ein Angebot des Vereins im gesellschaftlichen Leben Burgsinns.

    Der breite Nachwuchsbereich fuhr weitere Meistertitel ein, und die U17 holte 2018 den Landrätepokal.

    Sportgemeinschaft Burgsinn aktuell
    Im Jubiläumsjahr 2020 präsentiert sich die SG Burgsinn als reiner Fußballverein mit 345 Mitgliedern, davon 69 Kinder und 41 Jugendliche – modern aufgestellt und den heutigen Herausforderungen gewachsen. Dass die SGB nur eine Sportart anbietet, ist dem deutlich älteren Turnverein 1889 geschuldet, der auf der Basis des Breitensports allein 14 sportliche Bewegungsfelder offeriert.
    Die erste Fußballmannschaft spielt in der Kreisklasse, Burgsinn II in der B-Klasse. Sieben Teams nehmen im Jugendbereich von der U7, U9, U11, U13, U15, U17 bis zur U19 an der Verbandsrunde teil. Außerdem sind die Mädchen in der U17-Juniorinnen-Runde im Spielbetrieb integriert, und die Alten Herren spielen eine selbst geplante Spielrunde.
    Bei den 2018 durchgeführten Wahlen stellte sich der Vorstand wie folgt zur Verfügung: Vorsitzende Öffentlichkeitsarbeit Nadine Hagemann, Vorsitzender Spielbetrieb Maurice Rohracker, Vorsitzender Finanzen Lorenz Hofmann, Vorsitzender Veranstaltungen Julian Eck, Vorsitzende Sportheim Ivonne Jordan, Vorsitzender Sportplatz Torsten Hagemann; weitere Beisitzer unterstützen die Vorsitzenden bei der Durchführung der vielfältigen Aufgaben; Revisoren sind Karl Schelbert und Matthias Muthig.
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