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    Karbach

    140 Jahre im Dienst am Frieden

    Das älteste Bild, das von der Kameradschaft existiert, zeigt den Verein 1908 bei einem seiner festli-chen Jahrtage am "Gänsree" vor dem "Adler", damals Weissenberger. Gehrock, Zylinder oder Hut waren Selbstverständlichkeit. Links die Fahnenabordnung mit Trommler Gastwirt Otto Engelhard, da-vor die Karbacher Musikkapelle, aufwärts die "gemeinen Mitglieder" und ab 7. von rechts die Honora-tioren Zimmermann Maurus Leichtenschlag, Vorsitzender Martin Schüppert, und Pfarrer Franz Xaver Wihrler. Foto: Josef Laudenbacher

    Am Freitag, 17. Januar, feiert die Soldaten- und Reservistenkameradschaft mit einem großen Kommersabend ihren 140. Geburtstag. Von 61 Mitgliedern und den vier Ehrenmitgliedern, Pfarrer Heinrich Roman Wörner, der vom September 1865 bis 7. April 1882 hier in Karbach wirkte, Lehrer Eugen Dreisch, Bürgermeister Johann Georg Väth und dem "Beygeordneten" Ludwig Herrmann, wurde der "Krieger- und Veteranenverein Karbach" am 1. Januar 1880 gegründet.

    Den honorigen Verein führten der Zunftmühlenbesitzer Martin Schüppert 45 Jahre lang als erster, der Zimmermeister Maurus Leichtenschlag als zweiter Vorsitzender, und "Cassier und Schriftführer" war der Lehrer Endres. Schüppert wurde für seine Verdienste im Auftrag "Seiner königlichen Hoheit, des Prinzregenten Luitpold von Bayern", mit der "Prinzregenten-Luitpold-Medaille" ausgezeichnet. Im Jahre 1881 wurde der Kauf einer Vereinsfahne beschlossen. Diese Fahne ist bis heute erhalten. 1987/88 ließ man für rund 10 000 Mark eine neue Vereinsfahne fertigen, um die alte zu schonen. Am 17. Juli 1988 wurde diese geweiht.

    Das 25. Vereinsjubiläum wurde laut Protokoll am 10. Januar 1905 gefeiert. Im I. Weltkrieg wurden die 46 im Felde stehenden Kameraden mit regelmäßigen Geschenk-Paketen versorgt.  Ab 1925 übernahm der Schmiedemeister Edmund Schmelz den Vorsitz und leitete bis 1933 die Vereinsgeschicke.  Am 6. Januar 19o7 wurde Pfarrer Adam Anton Heuler und am 5. Januar 1908 Pfarrer Franz Xaver Wihrler ob ihrer Verdienste zu Ehrenmitgliedern ernannt.

    Im I. Weltkrieg standen insgesamt 142 Ortsbürger, darunter die beiden jüdischen Mitbürger Salomon Berney und Julius Guttmann auf den Schlachtfeldern. 49 von ihnen fielen. Für sie wurde am 4. November 1923 mit großem Aufwand und nationalem Pathos ein neues Kriegerdenkmal an der Südostseite des Chores von St.-Vitus eingeweiht. Das 50. Stiftungsfest wurde am 6. Juli 1930 gefeiert.

    Im II. Weltkrieg wurden insgesamt 272 wehrfähige Männer aus Karbach an die Fronten gerufen. Davon sind 70 Soldaten gefallen, 40 gelten als vermisst. Neue, in Metall gegossene Gedenktafeln wurden im Dezember 2001 gefertigt und mussten 149 Namen aufnehmen.

    Erst seit der Neugründung des Vereins am 16. Oktober 1957 durch Otto Engelhard, Ludwig Herrmann, Karl Schürger, Hugo Werner und Peter Scheiner gibt es wieder Dokumente. Von 1957 bis 1962 führte Ludwig Herrmann den Verein. Von 1962 an stand Peter Scheiner der Kameradschaft bis zu seinem Tod im September 1979 vor. Nun übernahm Ruppert Rüb die Geschicke des Kriegervereins, ab 1984 Wolfgang Güßregen. Seit 2016 führt Karl-Heinz Vogel die Interessengemeinschaft, der heute 77 Mitglieder, davon 20 Ehrenmitglieder angehören. Stellvertreter ist Armin Hoh, Kassier Rainer Zorn und Schriftführer Otto Väthröder. Seit 15 Jahren bestehen zwischen dem Kreisverband Würzburg-Land/Main-Spessart sowie der SRK Karbach freundschaftliche Bande mit dem ungarischen "Vitez-Orden", dem "Mikecz-Kalman-Husazarenbande-rium Tököl".

    Schon ab 1965 traten Bundeswehrreservisten der Kameradschaft bei und entwickelten rege Aktivitäten im Jahresablauf. Wettbewerbe wurden besucht, Schlauchbootfahrten auf Sinn, Saale, Main und Tauber organisiert, Pkw-Suchfahrten oder Fallschirmabsprünge inszeniert.

    1979 wurde die Interessengemeinschaft  in "Soldaten- und Reservistenkameradschaft" umbenannt. Etabliert haben sich das "Peter-Scheiner-Gedächtnisschießen" für die Kameradschaften des Kreisverbandes sowie das "Steckerlfischessen". Den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge unterstützt man mit Sammlungen: 2018 konnten 895 Euro und 2019 900 Euro an den Volksbund überwiesen werden.

    Das 50. Stiftungsfest feierte der Krieger- und Veteranenverein Karbach am 6. Juli 1930. Hier mit Vor-standschaft, Fahnenabordnung und Ehrendamen. Foto: Josef Laudenbacher
    Der erste Vorsitzende Martin Schüppert, der den Krieger- und Veteranenverein Karbach 45 Jahre lang führte, wurde für seine Verdienste im Auftrag "Seiner königlichen Hoheit, des Prinzregenten Luitpold von Bayern", mit der "Prinzregenten-Luitpold-Medaille" ausgezeichnet. Foto: Josef Laudenbacher

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