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    Remlingen

    156 Jahre kommunalpolitische Erfahrung verabschiedet

    156 Jahre kommunalpolitische Erfahrung verabschiedet sich aus dem Rathaus: (von links, vordere Reihe) Jürgen Schneider (12 Jahre Gemeinderat), Klaus Elze (36 Jahre im Gemeinderat, davon 18 Jahre als Bürgermeister), Burkhard Stenke (12 Jahre), Harald Schwab (24 Jahre); hintere Reihe: Manuel Haus (12 Jahre), Gerhard Heidrich (30 Jahre), Petra Schlereth (12 Jahre) und Friedrich Leichtlein (18 Jahre).
    156 Jahre kommunalpolitische Erfahrung verabschiedet sich aus dem Rathaus: (von links, vordere Reihe) Jürgen Schneider (12 Jahre Gemeinderat), Klaus Elze (36 Jahre im Gemeinderat, davon 18 Jahre als Bürgermeister), Burkhard Stenke (12 Jahre), Harald Schwab (24 Jahre); hintere Reihe: Manuel Haus (12 Jahre), Gerhard Heidrich (30 Jahre), Petra Schlereth (12 Jahre) und Friedrich Leichtlein (18 Jahre). Foto: Elfriede Streitenberger

    Ausgerechnet in seiner letzten Sitzung als Bürgermeister war alles anders. Um die nötigen Abstandsregeln einzuhalten, verlegte Bürgermeister Klaus Elze die Sitzung vom Rathaus in das Feuerwehrhaus. Wichtigster Punkt im öffentlichen Teil war die Verabschiedung der ausscheidenden Gemeinderatsmitglieder. Alle Mitglieder verzichteten auf Urkunden und Abschiedsgeschenke. Dass die Ratsmitglieder sogar auf den üblichen Händedruck verzichten mussten, hätte sich vor wenigen Wochen wohl noch keiner vorstellen können.

    Mit einem kleinen Rückblick auf seine Tätigkeit als Bürgermeister und Gemeinderat umriss der scheidende Bürgermeister Klaus Elze 36 Jahre kommunalpolitisches Engagement für den Markt Remlingen: "Es war nicht immer leicht, zukunftsweisende Projekte mit dem Gemeinderat auf den Weg zu bringen." Oft seien er und sein Gremium verbalen Anfeindungen ausgesetzt gewesen. Das sei die weniger schöne Seite des Amtes – egal, ob als Gemeinderat oder als Bürgermeister.

    "Falsche Wahrheiten"

    Rückblickend könne er aber sagen: "Es hat Spaß gemacht - aber es war auch immer ein Kampf." Oft seien falsche Wahrheiten in der Bevölkerung verbreitet worden, und negative Stimmung sei gegenüber dem Gremium aufgebaut worden. Diese abzubauen und zu korrigieren, das habe viel Energie verbraucht.

    Zu seinen wichtigsten Projekten, die er mit seinen zwölf Gemeinderäten seit 2002 realisiert oder auf den Weg gebracht hat, gehören sicher die Dorferneuerungsmaßnahmen mit der Neugestaltung des Marktplatzes. Der Bau des Mobilfunkmasten, umfangreiche Änderungen und neue Vorgaben für den Betrieb der Kläranlage verschlängen Unsummen, die nur wenige Bürger wahrnehmen. Projekte wie der Neubau des Bauhofes, die Umsetzung des Windparks, der Lärmschutzwall entlang der Bundesstraße 8 und das Baugebiet Hasenknückel seien skeptisch, aber mittlerweile positiv angenommen worden.

    Nie aus dem Fokus verloren hätten er und sein Gremium die Sanierung der Ortsstraßen und das Leitungssystem – eine von den Bürgern ungeliebte Pflichtaufgabe der Kommune. Gerade die zwei Brunnen und die Eigenwasserversorgung seien Themen, die allgegenwärtig seien.

    An seinen Nachfolger und an die verbleibenden Räte richtete er den dringenden Rat, einen guten Kontakt zur Verwaltung zu pflegen. "Dort sitzen die Fachleute, ihre Unterstützung ist sehr wichtig."

    Elze beendete den öffentlichen Teil seiner letzten Sitzung als Bürgermeister mit seinem oft zitierten Lebensmotto: "Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann."

    "Konstruktive Zusammenarbeit"

    Mit ihm schieden weitere sieben Ratsmitglieder zum 30. April aus dem Marktgemeinderat aus. Elze bedankte sich für die gute, vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Sie alle hätten die wichtigsten Eigenschaften für das Gremium gehabt: "Geduld und Hartnäckigkeit."

    Mit Elze und seinen Räten verliert der Markt Remlingen 156 Jahre kommunalpolitische Erfahrung. Mit einem Dankeschön verabschiedete Bürgermeister Klaus Elze die Ratsmitglieder Manuel Haus (12 Jahre Ratsmitglied), Gerhard Heidrich (30 Jahre), Friedrich Leichtlein (18 Jahre), Jürgen Schneider (12 Jahre), Petra Schlereth (12 Jahre), Harald Schwab (24 Jahre) und Burkhard Stenke (12 Jahre).

    Mit den Worten "Wir verlieren 156 Jahre kommunalpolitische Erfahrung" bedankte sich der künftige Rathauschef, Günter Schumacher, bei seinen Ratskollegen und freute sich darauf, die angefangenen Projekte fertig zu stellen.

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