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    Rieneck

    2021 feiern die Rienecker Narren wie vor 500 Jahren

    Der Start für den historischen Narrentag 2021 ist erfolgt. Die IG Brauchtum und Kultur stellte jetzt die Leiter der Teams vor, die sich um die Vorbereitungen kümmern. Auf ihre Aufgaben freuen sich: (von links) Andreas Lind, Fabian Hörnis, Carina Walter, Martina und Andreas Czerny, Katharina Welzenbach, Hans-Joachim Wirth, Carolin Kraus, Karin Ullrich, der Historiker Dr. Theodor Ruf, Hubert Nickel und Michaela Essert. Foto: Karl-Heinz Wiesenfelder

    Pläne, im Jahr 2021 Jubiläum zu feiern und auf 500 Jahre Rienecker Fasenacht zurückzublicken, macht die IG Brauchtum und Kultur schon seit einiger Zeit. Im Saal des Gasthauses Löwe stellte sie die Pläne vor und informierte über den Stand der Vorbereitungen.

    Der Vorsitzende der IG, Andreas Czerny, freute sich über das Interesse von rund 50 Besuchern. Er wies auf öffentliche Aktionen wie die Göikel-Post hin, die bei der Kirb verteilt wurde und Erläuterungen über diese Feier einer historischen Begebenheit im Städtchen enthielt. "Jetzt müssen die Vorbereitungen und der Fahrplan konkret werden und die Teams ihre Ideen umsetzen", so Czerny.

    Er begrüßte den Historiker Dr. Theodor Ruf aus Aschaffenburg, der noch einmal die  historische Grundlage für die 500-Jahr-Feier der Rienecker Fasenacht erläuterte, die er schon im Flugblatt der "Göikel-Post" niedergeschrieben hatte. Quell aller Herleitungen ist ein Roman von 1922, verfasst von Hans von Hammerstein: "Mangold von Eberstein – des Bilderbuchs Ritter, Tod und Teufel anderer Teil" heißt es. Die Rienecker Professorin Dr. Heidrun Alzheimer hat schon vor längerer Zeit auf das Werk hingewiesen.

    "Es ist zwar ein Roman, in dem der Graf als ,Eberhard von Rieneck' erscheint, aber es ist nicht auszuschließen, dass Graf Philipp von Rieneck tatsächlich einen solchen Umzug mit einem großen Narren- und Herrentag im Jahr 1521 durchführen ließ", sagte Ruf. "Im 16. Jahrhundert gab es gesichert solche Feiern." An Fasenacht müsse man ja nicht alles so ernst nehmen, es sei eher ein Un-Sinn, ein Spiel mit der Fantasie, habe jedoch seine Berechtigung, 500 Jahre Fasenacht in Rieneck zu feiern.

    In Erinnerung an dieses im Roman beschriebene Geschehen werden die "Rienecker Göikel" ein großes Narrentreffen wie vor 500 Jahren ausrichten. Das Programm mit den einzelnen Veranstaltungen stellten die 15 Teamleitern der Arbeitsgruppen am Abend den Zuhörern vor.

    Herolde machen Werbung

    Karin Ullrich machte den Anfang und stellte die drei Herolde als Werbeträger für den historischen Umzug vor. Bereits in den Prunksitzungen 2020 werden sie ins Programm integriert. Ein "Überzuch" wird speziell für das Fest entworfen und hergestellt, der auch zu erwerben ist. Martina Czerny stellte dieses uralte Narrengewand der Rienecker vor.

    Die Wichtigkeit von Werbeaktionen, besonders überörtlich, betonte Fabian Hörnis, der das Team "Geh ma Spiel" leitet. Besuche bei Nachbarumzügen und das Suchen von Gesprächen, schon jetzt und in der Fasenacht, sollen Interesse für das Rienecker Spektakel 2021 wecken. Auch die Pläne für die Jubiläums-Prunksitzung in diesem Jahr stellte er vor.

    Ausführlich ging Michaela Essert als Teamleiterin für den historischen Narrentag auf den großen Umzug am 6. Februar 2021 ein. 14 Motivgruppen, wie in dem Roman von Hammerstein beschrieben, werden nachgestellt. Sie sollen Mitwirkende und Zuschauer in die Zeit des 16. Jahrhunderts versetzen. Auszüge aus dem Roman, in denen die Motivgruppen beschrieben sind, werden den Gruppen oder Vereinen zur Verfügung gestellt. Historische Gastgruppen sollen den Zug bereichern. Dafür wird Werbung bei Gästen aus aller Welt betrieben. Diese Aufgabe hat Katharina Welzenbach übernommen.

    Gelage und Krachmacher

    Für "Krachmacher", also Musikgruppen, Spielmannszüge oder Trommler zeichnet Klaus Welzenbach verantwortlich. Es wird angestrebt, nur Musik aus Live-Kapellen oder -Gruppen zuzulassen, keine Musikanlagen. Ein Team unter Lukas Weiss sorgt für "Ess- und Trinkgelage". Pläne dafür rund um die Altstadt sind schon gemacht. Erfreut war die IG, dass der Rienecker Brauer Manuel Müller sein "Göikel-Bräu" speziell als Jubiläumsbier brauen wird.

    IG-Vorsitzender Andreas Czerny stellte die Handbroschüren "We want you - mach mit!" bei dem Informationsabend vor und rief Alle zum Mitmachen auf. Foto: K-H. Wiesenfelder

    Ihre Teilnahme haben auch die "Läwerweiber" zugesagt, die sich bei einem närrischen Weiber-Frühstück vor vielen Jahren gegründet hatten. Karina Walter stellte die Gruppe und ihre angedachten Aktionen vor. Ein origineller Kappenabend in den Rienecker Gasthäusern mit Musik ist am Fasenachtswochenende 2021 auch geplant. Carolin Kraus organisiert und plant ihn als Teamleiterin.

    "Das Bürgerzentrum zum Fasenachtsball wieder einmal richtig zum Platzen bringen" soll ein gemeinsamer Rosenmontagsball, den Hubert Nickel und Bernd Lengler mit den Vereinen inszenieren werden. "Rum-Treiber", die von Haus zu Haus ziehen und Gaudi machen, von Hof zu Hof, durch die Gaststätten, und bei denen jeder mitmachen kann: das war Fasenacht früher. Als Teamleiter will Andreas Lind das am Fasenachtsdienstag 2021 wieder aufleben lassen. Er will mit vielen Anlaufstellen den Schlusspunkt der Fasenacht setzen.

    Stadtwache sorgt für Ordnung

    Weitere Teams, sicher nicht unwichtig, sind die "Schatzkammer", die sich unter der Leitung von Hans-Joachim Wirth um Fördermittel, Sponsoren und Zuschüsse kümmert, die für Ordnung und Sicherheit zuständige "Stadtwache", die, betreut von Hubert Nickel, Kontakt hält zu Feuerwehr, Polizei, Rotem Kreuz oder Bauhof, und die Werbetrommel, die es zu rühren gilt.

    "Einen solchen historischen Fasenachtszug als Narren- und Herrentag mit Motiven aus den Zeiten im Mittelalter vor 500 Jahren gab es noch nie, das ist einmalig in unserem ganzen Bereich", sagte der IG-Vorsitzende Andreas Czerny zum Abschluss der Veranstaltung. Das will man in den nächsten Monaten möglichst umfassend publik machen. Und dafür sucht man jede Menge Helfer. Czerny verteilte deswegen Handzettel mit der Aufforderung "We want you – mach mit!". 

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