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    Retzstadt

    2200 Quadratmeter für Dorfladen und barrierefreies Wohnen in Retzstadt

    Die Förderung privater Maßnahmen zur Stärkung der Innenentwicklung wird durch die Gemeinde im Jahre 2020 fortgeführt. Dies jedenfalls beschloss das Retzstadter Ratsgremium in seiner jüngsten Sitzung. Noch nie, so Bürgermeister Karl Gerhard, hätten so viele Anträge wie zurzeit vorgelegen. Die internen Förderrichtlinien aus dem Jahre 2010 und deren zehnprozentige Erhöhung im vergangenen Jahr würden der Gemeinde finanziell eine neue Förderhöhe bescheren. Trotzdem, zum Wohle der Retzstadter Bürger, so Bürgermeister Gerhard, sollte die jetzt auslaufende Richtlinie ins Jahr 2020 fortgeschrieben werden. Diesem Vorschlag stimmte der Gemeinderat einhellig zu. Demnach bleibt die Förderrichtlinie und deren finanzielle Höhe auch im kommenden Jahr bestehen.

    Bezüglich der Innenentwicklung Dorferneuerung "Innen statt Außen" hat der Rat den Abriss der Gebäude "Kirchgasse 9" und der Scheune "Hauptstraße 26" vergeben und beschlossen. Den Zuschlag erhielt die Firma Beuschlein aus Würzburg, die mit 43 970 Euro das günstigste Angebot abgegeben hatte. Bürgermeister Karl Gerhard erläuterte hierzu, dass mit dem Abriss der beiden, zwischen Hauptstraße und Kirchgasse stehenden Gebäuden, im Ortskern eine rund 2200 Quadratmeter große Freifläche entstehen würde. Auf dieser Fläche sollen der geplante Dorfladen und damit verbunden, ein Wohnprojekt mit circa 20 barrierefreien Wohneinheiten erstellt werden. Ohne Gegenstimmen gab der Rat sein Einverständnis.

    Halle für Maschinen und Holz

    Bürgermeisterstellvertreterin Birgit Köhler trug vor, dass ein Bauherr auf dem im Außenbereich gelegenen Grundstück mit der Flurnummer 653/6 der Gemarkung Retzstadt in der Lage "Maß", eine Lagerhalle für Maschinen, Weinbergsgeräte und Holz errichten möchte. Die im Lageplan dargestellten Gebäude seien bereits abgebrochen. Der Flächennutzungsplan sieht in diesem Bereich ein Sondergebiet "landwirtschaftliche Hallen" vor. Ein Bebauungsplan besteht für diesen Bereich nicht. Unter anderem seien durch das Landratsamt Main-Spessart naturschutzrechtliche Belange zu prüfen. Ferner sei die Privilegierung durch dieses Amt festzustellen. Ohne Gegenstimmen erteilte der Rat sein Einvernehmen, sofern vom Landratsamt die Privilegierung festgestellt wird.

    Bezüglich des Abbruches eines Dachgeschosses und die Aufstockung des bestehenden Wohnhauses mit Neubau eines Carports auf dem Grundstück "Mühlweg 3", versagte das Ratsgremium wegen der enormen Abweichungen vom Bebauungsplan das Einvernehmen. Bemängelt wurde unter anderem besonders die Sichtbehinderung bei der Ausfahrt durch den Anbau eines Carports, sowie durch die Aufstockung bedingt, die deutliche Überschreitung der Traufhöhe von 3,36 Metern gegenüber festgeschriebenen 3,35 Metern. Ferner werden die Baugrenzen des Wohnhauses in östlicher Richtung um circa vier Meter und in westlicher Richtung um rund dreieinhalb Meter überschritten. Auch die Verwaltung äußerte hinsichtlich der städtebaulichen Vertretbarkeit Bedenken. Der seitlich offene Doppelcarport liegt komplett außerhalb der Baugrenze. Damit wird auch der erforderliche Stauraum nicht eingehalten.

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