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    Lohr

    350 Christbäume abholen – das läuft wie am Schnürchen

    Anna-Sophie und Romy kontrollieren, dass auch jeder Weihnachtsbaum abgeholt wird - die älteren Feuerwehrmänner transportieren die Bäume ab. Foto: Frank Zagel

    In der Zentrale der Feuerwehr in Lohr laufen den ganzen Samstag über die Telefonleitungen heiß. Alle paar Minuten klingelt das Telefon. Florian Vormwald und Kristina Wenzel sind die Organisatoren des Sondereinsatzes. Das jährliche Einsammeln der Christbäume durch die Kinderfeuerwehr steht an und fordert logistisches Geschick.

    Wie in den vorherigen Jahren war es im Vorfeld über einen Antrag im Internet möglich, seinen Christbaum durch die Floriansjünger entsorgen zu lassen. Die eingehenden Anmeldungen werden dann in eine Tabelle eingetragen, erklärt Wenzel.

    "Wir haben in diesem Jahr etwa 350 Bäume", sagt die Koordinatorin. Jedes Jahr lassen mehr Lohrer Bürger ihre Bäume durch die Feuerwehr entsorgen. Vier Teams mit 28 Helfern – darunter acht Kinder – holen sich über den Tag mehrfach ihre Fahrpläne in der Zentrale ab.

    "Bei uns ist alles wie bei einem richtigen Einsatz organisiert", äußert sich vor Ort in der Fischergasse Feuerwehrmann Norbert Penz: "Anstatt einer Personensuche sind wir halt auf Christbaumsuche." Romy und Anna-Sophie sind mit dem Lageplan beschäftigt, auf dem steht, wo die Bäume abgeholt werden müssen. Jeder entsorgte Baum ist verzeichnet. "Uns macht die Arbeit Spaß", sagen die achtjährigen Mädchen, die von 8 Uhr bis zur Mittagszeit im Einsatz sind. Natürlich fließen die Spenden, die an den Bäumen angebracht sind oder vorab per Paypal überwiesen wurden, direkt in die Kinder- und Jugendarbeit der Lohrer Feuerwehr mit ein.

    Bisher verlief der Sondereinsatz ohne besondere Vorkommnisse, erklärt Jürgen Kriegbaum, der bei realen Einsätzen als Gruppenführer agiert. Ein Baum war über drei Meter hoch. "Den mussten wir fachgerecht zerlegen", sagt Kriegbaum mit einem Augenzwinkern. Auch wenn heute alle Beteiligten mit viel Spaß an die Sache gehen, sei die Aktion dennoch wichtig, um den Kindern die Koordination bei Abläufen beizubringen, ergänzt Penz. Außerdem führe das generationsübergreifende Handeln beim Einsammeln zu einer positiven Außendarstellung der Feuerwehr, der es an Nachwuchs mangelt.

    In der Einsatzzentrale der Lohrer Feuerwehr bekommen die Helfer ihre Fahrpläne ausgehändigt. Foto: Frank Zagel

    Dies ist auch der Grund warum in diesem Jahr die Christbaumaktion von der Kinderfeuerwehr ausgerichtet werde, sagt Kristina Wenzel, als sie wieder zurück in der Einsatzzentrale ist: "In der Jugendfeuerwehr ab zwölf Jahren haben wir zur Zeit keine Mitglieder". Auf einem Privatgrundstück eines Mitgliedes in der Ruppertshüttener Straße werden die Bäume gehäckselt und landen anschließend in einer Heizanlage.

    Mit solchen Aktionen versucht die Feuerwehr dem Nachwuchsproblem in ihren Reihen entgegenzutreten. Bei der Bevölkerung kommt das jährliche Abholen der Christbäume sehr gut an, weiß Wenzel. "Wir bekommen ausschließlich sehr positive Rückmeldungen", so die Feuerwehrfrau.

    Auch Anna-Sophie und Romy haben ihre Runde beendet und lassen sich von Florian Vormwald ihren neuen Einsatzplan aushändigen. Jetzt geht es für das Team bereits auf die dritte Tour, doch Spaß bei der Arbeit haben die Mädchen noch immer.

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