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    Lohr

    850.000 Euro Betriebsdefizit für Lohrer Stadthalle

    Die Stadthalle Lohr hat vor einem Jahr eröffnet. Bei Touristen wird sie oft im Zusammenhang mit Schneewittchen erwähnt. Foto: Erno Hirvelä

    Der Wirtschaftsplan für die Stadthalle Lohr 2019 steht auf der Tagesordnung der Werkausschusssitzung am Montag, 14. Januar, um 17.15 Uhr im Lohrer Rathaus. Laut Sitzungsvorlage ist mit einem Defizit von 850765 Euro zu rechnen. Das sind umgerechnet 2331 Euro pro Tag. Einschließlich der kalkulierten Abschreibungen beträgt nach den Berechnungen des Eigenbetriebs Stadthalle das Minus 1,55 Millionen Euro.

    Die Tagesordnung weist aus, dass im Abschnitt Materialaufwand nur noch 200.000 Euro für Betriebskosten wie Strom, Gas, Wasser und Gebäudereinigung stehen. Dieser Posten sei vor Inbetriebnahme des Gebäudes noch mit 400.000 Euro veranschlagt worden. Die Anpassung entspreche den inzwischen vorliegenden Erfahrungen und bringe auch im dritten Geschäftsjahr ein günstigeres Ergebnis als kalkuliert, heißt es weiter.

    Erklärung folgt in der Sitzung

    Der Wirtschaftsplan 2019 liegt jedoch mit seinem Defizit von 850.765 Euro rund 200.000 Euro über dem in der Werkausschusssitzung im September angepeilten Ergebnis für 2018 von minus 650.000 Euro. Dieser Betrag war auch 2017 zu decken. Wie sich der höhere Betrag erklärt, werde Stadthallenmanager Thomas Funck in der Sitzung erläutern, richtet seine Stellvertreterin Simone Neubauer diesen Donnerstag auf Anfrage aus. Der Werkleiter selbst war krankheitsbedingt nicht zu erreichen.

    Gesamtkosten: 19,7 Millionen

    Im Vermögensplan stehen 216.000 Euro für den Erwerb von Ausstattung, die aus dem Haushalt 2018 übertragen wurden, weil die Vorhaben voriges Jahr nicht realisiert wurden. Zusätzliche Ausgaben für Anschaffungen seien für 2019 nicht vorgesehen. Die Investitionen seien seit 2017 auf drei Jahre gestreckt worden. Die zur Fertigstellung des Stadthallenbaus beziehungsweise zur Zahlung noch offener Rechnungen noch notwendigen 384.000 Euro stehen ebenfalls im Vermögensplan. In der Sitzungsvorlage sind laut Dieter Daus, Pressesprecher der Stadt Lohr, irrtümlich 600.000 statt der 384.000 Euro genannt.

    Wie die Nachfrage der Redaktion bei der Pressestelle der Stadt Lohr ergab, wird sich somit nach heutigem Stand die zu erwartende Schlussabrechnung der Baukosten Stadthalle auf netto 19,7 Millionen Euro belaufen. Hierin enthalten sind laut Daus die oben genannten Beträge, vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats bei den Haushaltsberatungen.

    Nur das Nötigste

    Vorberaten wird im Werkausschuss auch der Wirtschaftsplan für den Eigenbetrieb Stadtwerke (SWL) als Teil des Haushaltsplanes der Stadt Lohr. Dabei wird laut Sitzungsvorlage von der Verwaltung »die sehr enge Lage im Gesamthaushalt der Stadt berücksichtigt«. Der Vermögensplan der SWL enthalte deshalb nur die abgesprochenen nötigsten gemeinsamen Vorhaben.

    Diese sind die Sanierung der Muschel- und Fischergasse und der Erschließung des Baugebiets Südlich der Steinfelder Straße einschließlich der Verbesserung der Wasserversorgung in Sendelbach durch einen neuen Hochbehälter sowie die Anpassung der technischen Ausstattung an der Kläranlage Sendelbach.

    Weitere Themen sind die Auftragsvergabe von Ingenieurleistungen zur Kamerabefahrung des Kanalnetzes des Ortsteils Rodenbach und zur abwassertechnischen Erschließung des Baugebietes »Südlich Steinfelder Straße«. Auch für die Kamerabefahrung selbst und die Jahresunterhaltsarbeiten der Stadtwerke stehen Entscheidungen über die Auftragsvergabe auf der Tagesordnung.

    Bearbeitet von Monika Büdel

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