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    Erlenbach

    Abgestorbene Kiefern, gesunde Eichen

    Jagdgenossenschaft informiert sich über den Zustand des Erlenbacher Waldes. Foto: Peter Fritz

    Über den aktuellen Zustand des Waldes im Bereich Erlenbach informierten Forstdirektor Wolfgang Netsch und Förster Peter Fritz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt im Rahmen einer Waldexkursion. 

    Ein erschreckendes Bild bot sich laut einer Pressemitteilung den Teilnehmern am ersten Exkursionspunkt, der Waldabteilung "Hase": abgestorbene Kiefern mit braunen Nadeln überall. Anhand von Brutbildern in Rindenstücken wurde festgestellt, dass hier die Käferarten "Waldgärtner" und "Kiefernprachtkäfer" am Werk waren. Beide Arten sind sogenannte Sekundärschädlinge, die nur durch Trockenheit geschwächte Kiefern befallen und zum Absterben bringen können. Netsch machte deutlich, dass es notwendig sei, befallene Kiefern umgehend aufzuarbeiten und aus dem Wald zu entfernen, um einer weiteren Ausbreitung der Käfer entgegenzuwirken.

    Am nächsten Exkursionspunkt in der Waldabteilung "Tannacker" im "Erlenbacher Eichholz" wurde über die Wald-Wild-Situation diskutiert. Am Beispiel einer Buchennaturverjüngung erläuterten die Förster das Ergebnis des Gutachtens zum Zustand der Waldverjüngung. Im Rahmen des 2018 erstellten Gutachtens war der Verbiss durch Rehwild als hoch eingestuft worden. Überlagert werden die Schäden durch Rehwild im Tannacker durch trockenheitsbedingte Ausfälle in der Naturverjüngung. Selbst starke Buchen werden Opfer der Trockenheit. Intensiv diskutiert wurde die auf der Fläche geplante Beipflanzung von Douglasie zu der bereits vorhandenen Buchenverjüngung. Die Douglasie gilt zwar als relativ klimastabil, bei extremer Trockenheit ist aber trotzdem mit Ausfällen zu rechnen.

    Eichen können Trockenheit besser überstehen

    Einen erfreulichen Eindruck bot eine vor vier Jahren angelegte Eichensaatfläche mit zahlreichen Mischbaumarten, so die Mitteilung weiter. Trockenheitsbedingte Ausfälle oder Schädlingsbefall waren hier nicht festzustellen. Mit ihrer Pfahlwurzeln können Eichen tiefere Bodenschichten erschließen und so Trockenheit besser überstehen als beispielsweise flachwurzelnden Fichten. Ähnlich war die Situation bei dem vor zwei Jahren eingezäunten älteren Eichenbestand mit einem Unterstand aus Hainbuchen und Feldahornen: Unter dem Schirm des Altbestandes wuchsen auf natürliche Weise viele Eichen, Hainbuchen, Feldahorne, Eschen und einzelnen Wildkirschen. Um der lichtbedürftigen Eichenverjüngung das Überleben zu ermöglichen, liegt das Augenmerk in den nächsten Jahren auf der behutsamen Entnahme einzelner unterständiger Hainbuchen und Feldahorne. Allerdings dürfen die Schäfte der Alteichen dabei nicht zu sehr ins Licht gestellt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass durch nachträgliche Astbildung das Holz entwertet wird. 

    Der letzter Exkursionspunkt war eine im Zuge einer Rekultivierungsmaßnahme mit Kiefer und Laubholz aufgeforstete ehemalige Abbaufläche im "Locksberg". Den vor rund 30 Jahren gepflanzten Bestand hatte ein Unternehmer erst im Januar mit Harvester und Rückezug durchforstet. Dabei wurden zugunsten des Laubholzes vor allem die Kiefern deutlich zurückgenommen. Der Maschineneinsatz und die Stärke des Eingriffs waren im Gemeinderat vor einiger Zeit auf Kritik gestoßen. Vor Ort konnten sich die Exkursionsteilnehmer nun davon überzeugen, dass der Bestand aktuell einen sehr guten Pflegezustand aufweist.

    Bearbeitet von Rebecca Wolfer

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