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    Zellingen

    Acht Gemeinden helfen sich künftig bei Obdachlosen

    Obdachlose unterzubringen ist für Städte und Gemeinden eine Pflichtaufgabe. Dabei greifen sich acht Mitgliedsgemeinden der Kommunalen Allianz Main-Wein-Garten künftig gegenseitig unter die Arme. Bei der Sitzung des Lenkungsausschusses unterzeichneten die Bürgermeister von Himmelstadt, Leinach, Zell und Zellingen einen entsprechenden Kooperationsvertrag, die anderen werden folgen. Außerdem gehören Erlabrunn, Margetshöchheim und Thüngersheim zur Kommunalen Allianz, sie haben sich unter dem Namen "die Acht vom Main" auch zu einer ILE Main-Wein-Garten zusammengeschlossen.
    Die acht Gemeinden der kommunalen Allianz Main-Wein-Garten aus den Landkreisen Main-Spessart und Würzburg helfen sich künftig bei der Unterbringung von Obdachlosen. Nach dem Leinacher Bürgermeister Uwe Klüpfel (am Tisch) unterschrieben den von Geschäftsführerin Felicitas Kempf (sitzend rechts) vorbereiteten Kooperationsvertrag auch Bürgermeister Wieland Gsell (Zellingen, hinten von links), Bürgermeisterin Anita Feuerbach (Zell) und Bürgermeister Herbert Hemmelmann (Himmelstadt). Foto: Jürgen Kamm

    Kommunale Allianz Main-Wein-Garten reicht von Himmelstadt bis Zell. Zusammenarbeit auch bei anderen Themen geplant.  

    Obdachlose unterzubringen ist für Städte und Gemeinden eine Pflichtaufgabe. Dabei greifen sich acht Mitgliedsgemeinden der Kommunalen Allianz Main-Wein-Garten künftig gegenseitig unter die Arme. Bei der Sitzung des Lenkungsausschusses unterzeichneten die Bürgermeister von Himmelstadt, Leinach, Zell und Zellingen einen entsprechenden Kooperationsvertrag, die anderen werden folgen. Außerdem gehören Erlabrunn, Margetshöchheim und Thüngersheim zur Kommunalen Allianz, sie haben sich unter dem Namen "die Acht vom Main" auch zu einer ILE Main-Wein-Garten zusammengeschlossen.

    Die Kooperation greift, wenn eine der Mitgliedsgemeinden Obdachlose nicht kurzfristig unterbringen kann, weil ihre eigenen Unterkünfte vollständig belegt oder nicht geeignet sind. So hat nicht jede Kommune Unterkünfte, die für größere Familien geeignet sind. Manche haben auch gar keine; so arbeiten Himmelstadt und Retzstadt schon bisher als Mitglieder der Verwaltungsgemeinschaft Zellingen in diesem Punkt mit dem Markt Zellingen zusammen.

    Die Kooperation regelt, dass die nach dem Gesetz zuständige Gemeinde prüfen muss, ob eine Obdachlosigkeit nach dem Ordnungsrecht vorliegt, und auch während der Unterbringung in einer anderen Gemeinde zuständig bleibt. Insbesondere muss sie versuchen, die Obdachlosen anders unterzubringen und ihnen mittels Pflichtberatungen und Kontrollen zu einer Wohnung auf den Wohnungsmarkt zu verhelfen. Zudem erstattet sie auf Basis der Gebührensatzung der aufnehmenden Gemeinde die Kosten der Unterbringung und informiert sie regelmäßig über den Sachstand.

    Bergwaldprojekt will in Zeiten des Klimawandels helfen

    In der Sitzung des Lenkungsausschusses war auch der allgegenwärtige Klimawandel ein Thema. Der Verein Bergwaldprojekt mit Hauptsitz in Würzburg stellte sich vor. Er geht bis auf das Jahr 1987 und die Waldsterbensdebatte zurück. Am sauren Regen starb der Wald zwar nicht, wie die beiden Vertreter erklärten, er leidet aber bis heute an den in den Boden eingebrachten Säuren. Aktuell sind die nicht für heißes und vor allem trockenes Klima geeigneten Wälder mit Kiefern und Fichten sowie Monokulturen ein Problem – nicht zuletzt wegen des Preisverfalls von Holz.

    In den nächsten zehn Jahren dürfte kaum jemand Geld mit seinem Wald verdienen. "Wir müssen den Wald umbauen." Diese Botschaft ist bei vielen angekommen. Genau dabei und bei der naturnahen Waldbewirtschaftung will der Verein helfen. Bei 32 Projekten wurden schon 310 000 Waldbäume gepflanzt. Doch auch Öffentlichkeitsarbeit und die Menschen für den Wald zu sensibilisieren ist ihm ein Anliegen.

    Leinachs Bürgermeister Uwe Klüpfel, der Vorsitzender des Lenkungsausschusses ist, war da skeptisch. Schon jetzt gebe es wegen der Nutzungswünsche der Bürger Konflikte im Wald: Läufer seien dank Stirnlampe auch nachts unterwegs und störten die Jäger, die wiederum nicht unbedingt Fans einer naturnahen Waldbewirtschaftung seien. Und dann seien auch Wanderer, Reiter, "normale" Radfahrer und Mountainbiker im Wald unterwegs. Wege würden angelegt, ob gegen die B26 n oder als Panoramaweg. Auch konnte er berichten, Grundschüler seien leicht für den Wald zu begeistern, die Eltern meist aber kaum.

    Nicht jede Gemeinde muss alle Maschinen selbst kaufen

    Die Sitzung des Lenkungsausschusses endete mit dem Jahresrückblick der Geschäftsführerin Felicitas Kempf. Demnach sind Themen wie Flächenmanagement und Innenentwicklung Dauerbrenner. Auch andere Kooperationen sind angedacht, wie die Kooperation der Bauhöfe. So muss nicht jede Gemeinde selten benötigte Geräte und Maschinen kaufen und es können gemeinsame Schulungen organisiert werden.

    Für 2020 angedacht ist ein interkommunales Blühflächenkonzept. Nicht geändert wird der Mitgliedsbeitrag, ein Euro je Bürger und Jahr ergeben ein Budget von rund 24 000 Euro, was für die anfallenden nicht förderfähigen Kosten ausreicht.

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