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    TRENNFELD

    AfD in Trennfeld: Große Polizeipräsenz und friedlicher Protest

    Knapp 60 Zuschauer hatten die AfD-Redner in der Triefensteinhalle. Foto: Ralf Thees

    Mit selbst gebastelten Plakaten und Regenbogenfahnen versammelten sich am Freitagabend zahlreiche Menschen vor der Triefensteinhalle in Trennfeld. Grund für sie, sich bei leichtem Regen und kaltem Wind dort zu treffen: Eine Wahlkampfveranstaltung der AfD.

    150 Menschen beim stillen Protest

    „Wir können und wollen nicht verhindern, dass die AfD dort eine Veranstaltung macht“, sagt Triefensteins Bürgermeister Norbert Endres, „wir haben schon anderen Parteien erlaubt, die Halle zu nutzen, dann müssen wir das auch der AfD erlauben.“ Endres hatte die Demonstration unter dem Motto „Triefenstein ist bunt“ angemeldet und fungierte als Versammlungsleiter. Etwa 150 Menschen, darunter auch Vertreter des Gemeinderats aus allen Fraktionen, kamen mit dazu, die meisten aus den Triefensteiner Ortsteilen Lengfurt, Homburg, Rettersheim und Trennfeld. Aber auch Besucher „von außerhalb“ wie Marktheidenfelds Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder oder Menschen von der Aktionsgruppe „Karlstadt ist bunt“ nahmen an dem stillen Protest teil. „Wir haben gar nichts dagegen, wenn Bürger die Veranstaltung besuchen, um sich über die AfD zu informieren. Aber wir wollen klar zeigen, dass wir mit deren Inhalten nicht einverstanden sind“, sagte eine Frau vom Aktionsbündnis „Karlstadt ist bunt“.

    So hoben die Demonstranten bei jedem Auto, das auf den Parkplatz der Halle fuhr, hinter der Absperrung einfach nur ihre Plakate hoch – auch wenn manche Autofahrer gar nicht zur AfD-Veranstaltung wollten, sondern beispielsweise nur auf den benachbarten Sportplatz.

    Knapp 60 Zuschauer, knapp 60 Polizisten

    Die Zahl der Besucher der Wahlveranstaltung war überschaubar. Knapp 60 Menschen saßen in der Halle, was in etwa der Anzahl der Polizisten entsprach, die an dem Abend in Trennfeld waren. 57 Beamte seien vor Ort, sagte Michael Kleinfeller, stellvertretender Dienststellenleiter in Marktheidenfeld, zu Beginn der Demonstration. Seine Kollegen sollten dafür sorgen, dass weder der stille Protest noch die Veranstaltung der AfD gestört wird, wie es wenige Wochen zuvor in Lohr der Fall war.

    In der Halle konnte die AfD ihre Wahlveranstaltung ohne Störung durchführen. Als Moderator und erster Redner fungiert der Kreisvorsitzende und Landtagskandidat der AfD für Main-Spessart, Kurt Schreck. Als „Unterstützungsredner“, wie Schreck sie nannte, waren Daniela Mahler als Landtagskandidatin für den Stimmkreis Miltenberg und Jochen Behr als AfD-Kandidat für den unterfränkischen Bezirkstag auf dem Podium. Hauptredner der zweistündigen Veranstaltung war Andreas Kalbitz, AfD-Fraktionsvorsitzender in Brandenburg und Mitglied des Bundesvorstands.

    Friedlicher Verlauf des Abends

    Aus Sicht der Polizei sei der gesamte Abend friedlich auf beiden Seiten verlaufen, erklärte Michael Kleinfeller nach der Veranstaltung, es sei zu keinen Zwischenfällen gekommen. Kleinfeller ließ die Kollegen der Bereitschaftspolizei aus Würzburg relativ schnell wieder abziehen, die Demonstration vor der Halle löste sich wie geplant gegen 19.30 Uhr wieder auf.

    Knapp 60 Zuschauer hatten die AfD-Redner in der Triefensteinhalle. Foto: Ralf Thees
    AfD-Bundesvorstandsmitglied Andreas Kalbitz geht in die Triefensteinhalle, hinter ihm wird gegen die AfD demonstriert. Foto: Ralf Thees

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