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    Thüngen

    Allianz MainWerntal: 2020 geht's laut Kruck richtig los

    Vertreter der Allianz-Gemeinden sprachen mit der ILE-Managerin Verena Moersner und Stefan Mehling vom Amt für Ländliche Entwicklung (rechts) über die gemeinsame Arbeit. Foto: Günter Roth

    Zu einer ersten gemeinsamen Ratsitzung trafen sich in der Thüngener Werntalhalle die Bürgermeister und Gemeinderäte der "Allianz MainWerntal". Seit 2014 sind die Gemeinden Gössenheim, Eußenheim, Karlstadt, Thüngen und Arnstein in der Aktion "Integrierte Ländliche Entwicklung" (ILE) verbunden. Bei dem Treffen in Thüngen referierte die ILE-Managerin Verena Moersner über Erreichtes und Geplantes. Außerdem stellte sich Stefan Mehling, der neue Betreuer des Amts für ländliche Entwicklung (ALE) vor. Zusätzlich waren auch rund 20 Bürger anwesend.

    Seitdem wurden die Vertreter der beteiligten Kommunen in den fünf Handlungsfeldern Wirtschaft und Gewerbe, Landwirtschaft, Dorf und Siedlung, Erholung und Tourismus, interkommunale Zusammenarbeit sowie Verkehr, Infrastruktur, Daseinsfürsorge aktiv. Pro Maßnahme wurden zwei Bürgermeister als Paten benannt.

    Baulücken und Leerstände erfasst

    Als ILE-Managerin berichtete Moersner von der Erfassung von Leerständen und des Wohnraumbedarfes in den Kommunen. Nach der ersten vorläufigen Auswertung mithilfe einer Flächen-Manager-Datenbank stellte sich beispielsweise heraus, dass ohne die Daten aus Karlstadt und Arnstein, in den drei anderen Gemeinden 187 Baulücken und 29 Leerstände vorhanden sind. Interessant auch das Ergebnis, dass hier mehr Flächen zur Verfügung stehen, als nachgefragt werden.

    Diese Erkenntnisse sollen gemeinsam mit den ausstehenden Zahlen von Karlstadt und Arnstein durch gezielte Fragebogenaktionen und Anschreiben an Haus- oder Grundstückseigentümer ergänzt und analysiert werden. In der Allianz "MainWerntal" kann dann jede Kommune für sich entscheiden, wie man mithilfe von Informationen, Bauberatung oder kommunalen Förderprogrammen beispielsweise die Innenentwicklung der Gemeinden vorantreibt. Dazu stehen auch die Info-Portale der ILE-Managerin und des ALE zur Verfügung. Dessen Vertreter Mehling verwies hier besonders auf staatliche Förderungen und meinte, auf diese Weise könnte man den Kommunen helfen "die letzten Prozente an Fördermittel herauszukitzeln".

    Bei Baulandausweisung unterschiedliche Ansichten

    Kritische Stimmen dazu kamen aus Arnstein. Der Gänheimer Stadtrat Johannes Keidel bemängelte, dass seine Stadt unter der Randlage zum Landkreis Schweinfurt zu leiden habe. Während seine Kommune sehr vorsichtig mit der Ausweisung von neuem Bauland umgehe, würde man in der Nachbargemeinde über der Landkreisgrenze in nahezu jedem Ortsteil neuen Baugrund schaffen, der Arnstein gewissermaßen in Zugzwang bringe.

    Auf großes Interesse innerhalb der Allianz stieß das Leader-Projekt "Wasser erleben im MainWerntal" Hier wurde der Gemündener Stadtteil Wernfeld als Ort der Wernmündung in den Main als Kooperationspartner mit ins Boot geholt. Es werden derzeit für die einzelnen Gemeinden mithilfe der ILE Konzepte dazu erstellt, die das Wasser als Erlebnisstätte oder als Erholungs- und Freizeitraum erfahren lassen. Dabei aber soll der Fluss als gemeinsames verbindendes Element wahrgenommen und entsprechend dargestellt werden. Mögliche Maßnahmen könnten die Anbindung der Altorte an den Wernradweg sein, aber auch die Integration verschiedener kommunaler Projekte wie Badeseen, Themenwege oder Wasserspielplätze. Auch hier unterstützt die Allianz gemeinsam mit dem ALE die Projektentwicklung bis zur Suche nach geeigneten Fördertöpfen und letztendlich auch deren Umsetzung.

    Vernetzung von Direktvermarktern

    Unter dem Motto "Gut einkaufen im MainWerntal" nimmt sich die Allianz auch der Vernetzung von Direktvermarktern an. Dazu gibt es bei der ILE-Managerin Moersner im Rathaus Karlstadt, aber auch im Internet schon eine hilfreiche Broschüre. In diesem Jahr wurden Bauernmärkte gemeinsam mit dem Dorfladen Wiesenfeld unterstützt, im nächsten Jahr soll entsprechendes in Arnstein, Gössenheim und Thüngen stattfinden. Auch an die Neukonzeptionierung des Grünen Markts in Karlstadt mit einem gemeinsamen Stand oder einem rollenden Verkaufswagen ist gedacht. Dazu wurde eine Machbarkeitsstudie für ein Vermarktungs- und Logistikkonzept in Auftrag gegeben.

    Wichtig für die Landgemeinden ist das Konzept für ein "Ländliches Kernwegenetz" von Bedeutung. Im Abstand von einem bis zwei Kilometern sollen im Allianzgebiet landwirtschaftliche Wirtschaftswege und Gemeindeverbindungswege als Kernwege ausgebaut und kommunalübergreifend verbunden werden. Dazu haben die Gemeinden schon ihre Vorstellunggen entwickelt.

    Letztendlich ist ein "Digitaler Daseinsvorsorgeatlas" geplant. Beispielsweise soll der die Erreichbarkeit medizinischer Einrichtungen, von Versorgungs- und Bildungsangeboten aufzeigen. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt der Regierung von Unterfranken.

    Als Vertreter des Amts für Ländliche Entwicklung stellte Stefan Mehling ein "Regional-Budget" für Kleinprojekte von Gemeinden, Vereinen oder gar Privatleuten in Aussicht. Dabei könnten bis zu 80 Prozent und bis zu 10 000 Euro gefördert werden. Zurzeit würden die Auswahl- und Entscheidungskriterien erarbeitet. Der Allianz-Vorsitzende, Karlstadts Bürgermeister Paul Kruck, verwies auf gelegentliche Ungeduld einiger ILE-Mitglieder. "Manche Dinge brauchen eben Zeit, aber wir sind auf einem guten Weg. Im nächsten Jahr geht's richtig los."

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