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    Karlstadt

    Alltagshelden: Mitarbeiter am Bürgertelefon haben ein offenes Ohr

    Sie sind Helden des Alltags: In einer Serie stellen wir Menschen vor, die das öffentliche Leben aufrecht erhalten. Heute: Brigitte Then vom Bürgertelefon Main-Spessart.
    Das Bürgertelefon im Landratsam Main-Spessart: Brigitte Then (links) und Nicole Gabel helfen bei Fragen zur Infektion oder den Ausgangsbeschränkungen. Sie haben aber auch offenes Ohr für die Sorgen der Anrufer.
    Das Bürgertelefon im Landratsam Main-Spessart: Brigitte Then (links) und Nicole Gabel helfen bei Fragen zur Infektion oder den Ausgangsbeschränkungen. Sie haben aber auch offenes Ohr für die Sorgen der Anrufer. Foto: Mandy Feser

    Eigentlich ist Brigitte Then im Gesundheitsamt in Karlstadt (Lkr. Main-Spessart) zuständig für Gesundheitsförderung und Prävention. Doch als das Coronavirus in der Region ankam, meldete sie sich freiwillig bei der Amtsleitung, um dort zu helfen, wo es sinnvoll ist. Seit drei Wochen organisiert die 64-Jährige nun das Bürgertelefon für den Landkreis Main-Spessart.

    Ihre Tage dort sind lang, erzählt sie: "Gegen 6 Uhr am Morgen bin ich im Gesundheitsamt für die große Lagebesprechung mit der Amtsleitung. Welche neuen Vorgaben und Beschränkungen gibt es? Wie geht es jetzt mit der neuen Corona-Teststrecke in Marktheidenfeld weiter? Diese Fragen muss ich schließlich später am Telefon beantworten können.

    Bis zum frühen Nachmittag sitze ich dann am Telefon, am Abend verbringe ich noch etwa eineinhalb Stunden im Home Office damit, mich zu informieren. Es ist im Moment eben nicht leicht, immer auf dem neusten Stand zu sein. 

    Anrufer befinden sich in einer Ausnahmesituation

    Auch die Gespräche, die wir am Telefon führen, sind nicht immer leicht. Manche Anrufer befinden sich in einer Ausnahmesituation, sind zum Beispiel in Sorge um Angehörige, die mit Corona infiziert sind und im Krankenhaus liegen. Das sind bewegende Fälle. Mit den Betroffenen führe ich manchmal sehr lange Gespräche und versuche, für sie ein bisschen Ruhe in die Situation zu bringen.

    Ich achte auch darauf, dass wir uns im Team des Bürgertelefons über unsere Erfahrungen austauschen. Niemand soll mit einem schlechten Gefühl nach Hause gehen, weil ihn die Geschichte eines Anrufers zu sehr belastet.

    Wenn das alles vorbei ist, freue ich mich darauf, endlich wieder mein Enkelkind in den Arm zu nehmen. Wir wohnen zwar im selben Haus, aber im Moment halten wir natürlich Abstand. Meine Tochter kauft für mich ein und kocht für mich, um mich zu entlasten, aber wir versuchen unsere Haushalte jetzt so weit es geht zu trennen. Eine Umarmung würde uns allen gut tun, das fehlt mir und meinem Enkelkind."

    In unserer Serie "Alltagshelden" stellen wir Menschen aus der Region vor, die täglich ihr Bestes geben, um das öffentliche Leben trotz der Corona-Krise aufrecht zu erhalten. Viele können nicht von Zuhause aus arbeiten und müssen sich deswegen täglich neuen Herausforderungen stellen. Ein großes Dankeschön dafür!

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