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    Marktheidenfeld

    Als es mehr Gärten und weniger Häuser gab

    Eine rund 50 Jahre alte Luftaufnahme dokumentiert die Veränderungen an der Luitpoldstraße, der Bronnbacher Straße und der Kolpingstraße. Foto: Historischer Verein

    "Umbrüche" lautet heuer das Motto des Tages des offenen Denkmals im September. Umbrüche in der Mitte von Marktheidenfeld lassen sich auch nachvollziehen, wenn man eine Luftaufnahme betrachtet, die 1970 entstand. Der Betrachter kann sich am Fränkischen Haus unten rechts und an der Spessart-Apotheke im Zentrum des Fotos orientieren, selbst wenn auch diese Gebäude mittlerweile bauliche Veränderungen erfahren haben.

    Links unten sieht man das zum Rathaus umgebaute und umfunktionierte vorherige Kreiskrankenhaus (1946 bis 1968). Direkt dahinter steht die Mälzerei Sorg. Sie hat das Straßenbild der Bronnbacher Straße geprägt und mit ihrem Silo auch das Stadtbild. Auf der gegenüber liegenden Seite der Bronnbacher Straße haben in einem ehemaligen Garten der Familie Steigerwald Bauarbeiten begonnen. Dort sollte unter anderem ein neues, ab 1971 genutztes Domizil für die Raiffeisenbank entstehen, die noch am Marktplatz ihre Geschäftsstelle hatte.

    Zwischen dem Baugelände und der Spessart-Apotheke verblieb eine Gartenfläche, inzwischen ebenfalls bebaut. An der Luitpoldstraße wird gerade der wuchtige Neubau des Kaufhauses Udo Lermann hochgezogen, eröffnet im Oktober 1971. Mehrere Gebäude einschließlich der Geschäftsstelle der AOK an der Ecke Luitpoldstraße / Baumhofstraße mussten dafür weichen. Die AOK baute neu an der Baumhofstraße, angrenzend an den damaligen Festplatz. Gegenüber der Baustelle Udo Lermann steht noch das alte Haus der Familie Herzog mit Wohnung und Praxis und mit einem Garten. Dr. Oskar Herzog und seine Frau Anna, ebenfalls promovierte Medizinerin, arbeiteten nicht nur als niedergelassene Allgemeinärzte, Dr. Oskar Herzog war zudem ärztlicher Leiter des alten Kreiskrankenhauses.

    Zwischen Kindergarten und Schlachthaus

    Richtung Kolpingstraße schließt sich das eingeschossige Ausstellungsgebäude der Firma Udo Lermann an, dann die Metzgerei Schumacher samt Imbissstube. Zur Luitpoldstraße hin war der Laden, in der Kolpingstraße das Schlachthaus. Zwischen diesem und dem Kindergarten, dem seinerzeit einzigen in Marktheidenfeld, war ein Garten. Auf dem Areal des Ausstellungsgebäudes und der Metzgerei Schumacher befindet sich seit runden zwanzig Jahren die Sparkasse.

    Am oberen Bildrand, etwas rechts von der Mitte, fällt das 1957 errichtete Wohnhaus des Arztes Dr. Heinz Langefeld auf, in dem er auch seine Praxis betrieb. Links davon, Richtung Anwesen Deppisch, gab es eine große, tiefe Gartenfläche, die später intensiv mit Wohnungen bebaut worden ist. Zwischen dem Anwesen Langefeld und der Hubertus-Apotheke (seit 1971) an der Ecke der Einmündung der Kolpingstraße in die Luitpoldstraße waren ebenfalls kleinere freie Flächen. Noch existierte der Buch-Pavillon nicht, den Käthe Langefeld nach dem Tod ihres Mannes 1978 bauen und ab 1980 führen wird. Im Gebäude der Hubertus-Apotheke hat sich bis 1969 die Kupsch-Filiale befunden. Sie ist dann in die Kreuzbergstraße in ihren neuen so genannten Großladen umgezogen. 

    Bearbeitet von Michael Deubert

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