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    Rieneck

    Altstadt Rieneck: Braucht es wirklich noch ein Entwicklungskonzept?

    Als markantes Merkmal erhebt sich der Kirchturm über die Dächer der Rienecker Altstadt. Mit der Fertigstellung der Umgehunsstraße schlägt die Regeierung von Unterfranken vor, zur weiteren Planung ein neues integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept, kurz ISEK genannt, zu erstellen. Foto: Helmut Hussong

    Braucht die Stadt wirklich neben dem bis 2022 gültigen Altstadtsanierungsprogramm noch ein weiteres integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept, kurz ISEK genannt? Dies Frage stellten sich kürzlich einige Stadträte, als es um die Erkundung der Fördermöglichkeiten für den Neubau des Ladens der Rienecker Nahversorgung am Rotenbergeck ging. Nach der Stellungnahme der Regierung von Unterfranken, ist "im Regelfall" ein solches ISEK erforderlich, als rechtliche Fördervoraussetzung für eine anzustrebende Aufnahme in ein Bund-Länder-Städtebauförderprogramm.

    Nach Ansicht der Behördenvertreter liegen als derzeitiges Instrument der Altstadtsanierung der Stadt Rieneck bislang nur veraltete "vorbereitende Untersuchungen" und ein städtebaulicher Rahmenplan aus dem Jahr 2016 vor. Diese erfüllen nicht die Voraussetzungen für eine ganzheitliche Planungsgrundlage und damit die Aufnahme in ein Städtebauförderprogramm.

    Durch die Fertigstellung der Ortsumgehung würden sich neue Handlungsfelder und Chancen für einen ganzheitlichen, nachhaltigen Stadtentwicklungsprozess Rienecks ergeben. Als mögliche Handlungsfelder innerhalb eine ISEK werden unter anderem die schon bekannten Themen wie Siedlungsstruktur, Infrastruktur und Verkehr, Denkmalschutz, Tourismus, Soziales, Kultur und Bildung, Ökologie, sowie Ökonomie, Einzelhandel und Nahversorgung benannt. Damit träfe das auch auf den Neubau des Geschäftes "Unser Laden" zu.

    "Insbesondere auch aufgrund der unterschiedlichen Meinungen zu verschiedenen Einzelprojekten innerhalb der Stadt wird am Anfang dieses neuen Prozesses (Fertigstellung der Ortsumgehung) die Erstellung eines ISEKs unter aktiver Einbeziehung aller Bürger und mit fachlicher Unterstützung eines Planungsbüros für zwingend notwendig erachtet", informierte Bürgermeister Wolfgang Küber entsprechend dem Schreiben der Behörde. Deshalb werde vorgeschlagen, die Erstellung eines ISEK zu beschließen, sofern entsprechende Mittel im Haushalt zur Verfügung stehen.

    "Wir können keinen Neubau anstoßen, ohne dass wir diese staatlichen Fördermittel bekommen", sagte Küber. Der Behördenvertreter habe sich bereit erklärt, in der nächsten Stadtratsitzung am 5. August um 17 Uhr das Thema zu erläutern und für Fragen zur Verfügung stehen. Um eine gesicherte Auskunft zu erhalten, sollte man das Angebot der Behörde annehmen, sagte Gertrud Herrmann Da das bestehende Städtebauförderprogramm noch bis 2022 laufe, gebe es viele Fragen: "Wie ist das mit dem alten Programm?" und sie stellte die Frage: "Müssen wir das Rad neu erfinden?"

    Auch Hubert Nickel wollte detailliertere Informationen über das neue Programm aus erster Hand erhalten. Vor allem interessiere es ihn "ob wir mit dem neuen Programm wieder ganz von Vorne anfangen und alles was bis 2022 gültig ist, wegwerfen?" Wenn neue Untersuchungen fällig würden, dann werde das Dauern: "Dann wird der Laden erst 2025 gebaut."

    Silvester Krutsch begründete seine Hoffnung auf zeitnahe Förderung des Neubaues von "Unser Laden" am Rotenbergeck mit der getroffenen Aussage: "Im Regelfall". Wo es eine Regel gebe, sei nach seiner Meinung auch eine Ausnahme möglich.

    Für den Ladenneubau habe der Rienecker Architekt Winfried Spahn kostenlos die Planung bereits weit vorangetrieben. Deshalb sei es möglich, dass Einzelmaßnahmen auch außerhalb diesen Konzeptes umgesetzt werden können. Am neuen Termin möchte der Arbeitskreis den Behördenvertretern sein bisheriges Arbeitsergebnis vorstellen. Er hofft weiter auf eine möglichst kurzfristige Förderung eines Ladenneubaues.

    Dieses alte Gebäude am Rienecker Rothenbergeck soll seit vielen Jahren abgerissen werden, sobald sich eine neue Nutzung des Geländes findet. Aktuell ist an dieser Stelle der Neubau eines Nahversorgungsladens vorgesehen. Foto: Helmut Hussong

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