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    Lohr

    Angeklagt: Dem Bankräuber von Lohr wird der Prozess gemacht

    Was hat den Mann nur getrieben, sieben Banküberfälle in drei Bundesländern zu begehen? Beantwortet wird diese Frage vermutlich bei der Verhandlung im Mai in Aschaffenburg.
    Überfall auf Hypovereinsbank Lohr am 27. Juni 2019.
    Überfall auf Hypovereinsbank Lohr am 27. Juni 2019. Foto: Wolfgang Dehm

    Seit 24. Oktober sitzt er in Untersuchungshaft: Jetzt wird dem mutmaßlichen Bankräuber, der vergangenes Jahr in Lohr (Landkreis Main-Spessart) und Klingenberg (Landkreis Miltenberg) Filialen von Geldinstituten überfallen haben soll, der Prozess gemacht. Wie Oberstaatsanwältin Monika Schramm auf Nachfrage der Redaktion mitteilte, hat die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg am 21. Februar Anklage erhoben wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung.

    Welche Überfälle in Aschaffenburg angeklagt sind

    Verhandelt werden nicht nur die Überfälle am 27. Juni in Lohr und am 17. Oktober in Klingenberg. Verantworten muss sich der 56-jährige Pfälzer in Aschaffenburg auch für zwei weitere: Im Juli 2018 erzwang er nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft einige tausend Euro in der Volksbank-Filiale in einem Dorf bei Winterberg im Hochsauerlandkreis (Nordrhein-Westfalen). Angeklagt ist schließlich auch der Beutezug in dem Dorf Sankt Martin im Landkreis Südliche Weinstraße (Rheinland-Pfalz) im Dezember 2017.

    Das Fahndungsfoto der Polizei von dem Raubüberfall in Klingenberg.
    Das Fahndungsfoto der Polizei von dem Raubüberfall in Klingenberg. Foto: Polizeipräsidium Unterfranken

    Am selben Tag hatte er sein Glück vorher auch in dem 4000-Einwohner-Städtchen Lambrecht im Landkreis Bad Dürkheim (ebenfalls Rheinland-Pfalz) versucht, war er jedoch leer ausgegangen. Von einer Anklage dieses versuchten Raubüberfalls sah die Staatsanwaltschaft jedoch "im Hinblick auf die weiteren Taten" ab. 

    Zwei Überfälle werden in Koblenz verhandelt

    Bleiben jedoch noch zwei weitere Fälle, die dem 56-Jährigen zur Last gelegt werden: Die Sparkasse-Filiale der Stadt Weißenthurm im Landkreis Mayen-Koblenz (Rheinland-Pfalz) soll er im Juni und im November 2018 gleich zweimal heimgesucht haben – jeweils maskiert und mit vorgehaltener Waffe, mutmaßlich jener Schreckschusspistole, die er auch in Lohr und Klingenberg benutzt hatte. Diese beiden Überfälle werden laut Schramm von der Staatsanwaltschaft Koblenz gesondert verfolgt.

    Bei seinen sieben Raubzügen binnen zweier Jahre soll er laut Polizeibericht insgesamt 120 000 Euro erbeutet haben. Vorläufig festgenommen wurde er im Oktober kurz vor einer geplanten Spanienreise von einer Spezialeinheit. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurde damals umfangreiches Beweismaterial sichergestellt – darunter mehrere tausend Euro aus dem Banküberfall in Klingenberg und eine Schreckschusspistole. 

    Prozessbeginn im Mai

    Mit Prozessbeginn ist laut Auskunft von Ingo Krist, dem Pressesprecher des Landgerichts Aschaffenburg, im Mai zu rechnen. Er geht davon aus, dass mehrere Verhandlungstage angesetzt werden. 

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