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    Lohr / Gemünden

    Anwalt kritisiert Abschiebung kurz vor der Hochzeit

    Das Amtsgericht in Gemünden. Foto: Michael Mahr

    Das Gericht ging von einer extremen Ausnahmesituation zur Tatzeit aus: Bereits vor dem Strafprozess gegen sie hatte die damals 34-Jährige aus Lohr nach der Abschiebung ihres damaligen Verlobten aus Afghanistan erhebliche Folgen gehabt.

    Sie hatte die Abschiebung kurz vor dem Start in ein gemeinsames Leben und das Abholen des Mannes durch die Polizei als so schlimm empfunden, dass sie danach ihren Beruf und danach einen weiteren nicht mehrt ausüben konnte, suizidgefährdet war und sich derzeit in psychiatrischer Behandlung befindet.

    Auch bei der Verhandlung am Amtsgericht Gemünden, bei der sie sich wegen Tätlicher Angriffs auf Vollstreckungsbeamte verantworten musste, war sie nicht in der Lage, auszusagen - weder zum Geschehen bei der Abschiebung noch zu allgemeinen Fragen. Sie entschuldigte sich bei den Polizeibeamten, die sie attackiert hatte - auch für Verhalten, an das sie sich gar nicht mehr erinnern könne.

    Einige Monate nach dem Zwischenfall war die Frau nach Kabul geflogen und hatte ihren Lebensgefährten dort geheiratet. Die Abschiebung hätte, da die Hochzeit in Deutschland kurz bevorstand, nicht erfolgen dürfen, kritisierte ihr Anwalt Yunus Ziyal (Nürnberg) an die Adresse der Ausländer-Behörden.  

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