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    Lohr

    Anwohner appellieren an Räte wegen »ignorantem Stil«

    Im Ringen um den Erhalt des historischen Pflasters in der Fischergasse schwelt der Zwist zwischen Anwohnern und Rathaus weiter. In einem Schreiben an alle Stadträte beklagen die Anwohner einen »gleichbleibend ignoranten Stil«, den die Stadtverwaltung ihnen gegenüber pflege. Die Verwaltung weist den Vorwurf zurück. Man wisse um die Anliegen der Fischergässler, beachte und anerkenne diese.

    Im Kern geht es den Anwohnern weiter darum, möglichst große Teile des Pflasters zu erhalten. In den vergangenen Wochen gab es dazu ein Hin und Her. Ursprünglich hatte der Stadtrat beschlossen, im Zuge der Sanierung der Gasse das alte Pflaster komplett gegen neues Betonpflaster auszutauschen. Doch dagegen protestierten die Anwohner.

    Der Stadtrat beschloss im von der Verwaltung fälschlicherweise erzeugten Glauben, die Anwohner seien einverstanden, eine Umplanung. Diese sah einen 3,5 Meter breiten Komfortweg aus Betonpflaster vor. Der Rest der Gasse sollte wieder mit dem historischen Pflaster belegt werden. Es folgten Ortstermine. Geblieben ist bei den Anwohnern die Furcht, dass der Stadtrat erneut etwas beschließen könnte, ohne ihre Wünsche zu berücksichtigen. Sie appellieren an die Räte, dass bei der Sanierung der Gasse ein nur 1,2 Meter breiter »Rollatorweg« gebaut wird.

    Die Anwohner äußern den Verdacht, dass in dieser Sache nicht die Stadträte entscheiden, sondern das Planungsbüro, das die Anwohner für inkompetent halten.

    »Diesem Eindruck müssen wir entschieden widersprechen«, reagiert das Rathaus auf die Mutmaßung der Anwohner. Die Stadt habe nach den Gesprächen mit den Fischergässlern klare Aufträge an das Planungsbüro erteilt.

    Geklärt hat das Rathaus mittlerweile auch, wie viel altes Pflaster noch im Bauhof lagert: 250 bis 300 Quadratmeter. Deswegen werde man womöglich gar keine alten Pflastersteine hinzukaufen müssen, um den Rollatorweg möglichst schmal zu halten, so das Rathaus.

    Das Thema werde zu einem noch nicht bekannten Termin erneut im Stadtrat behandelt. Man werde die Anwohner dazu einladen und ihren Sprechern Rederecht erteilen, so das Rathaus.

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