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    Kreuzwertheim

    Arbeiten an der MainErlebnis Buhne können endlich beginnen

    Eigentlich heißt es ja, „gut Ding will Weile haben“. Manchmal aber, wenn die Weile zu lange dauert, kann das das „gut Ding“ sogar in Gefahr bringen. So wie am Dienstag im Kreuzwertheimer Marktgemeinderat zu erleben.

    Fast auf den Tag genau vor drei Jahren hatte das Gremium die Realisierung des aus einem Bürgerforum hervorgegangenen Projektes „Natur Erlebnis Buhne an der Alten Mainbrücke“ beschlossen, das schließlich dann als „LEADER-Projekt Lebensader Main – MainErlebnis Buhne Bleichwiesen“ weiter auf den Weg gebracht worden ist. Zwei Jahre ist es nun her, dass die Marktgemeinde die wasserrechtliche Genehmigung beantragte. Dann begann das Warten.

    Mehrmals habe man die Genehmigungsbehörde auf mögliche Nachteile für den Markt hingewiesen, bis schließlich der notwendige wasserrechtliche Bescheid im Mai dieses Jahres einging. „Wenn man für die Mondlandung eine wasserrechtliche Genehmigung gebraucht hätte, dann wären sie heute noch nicht oben“, meinte Bürgermeister Klaus Thoma dazu. Kostenschätzungen und daraus resultierende Fördersummen waren nach dieser langen Zeit natürlich Makulatur und mussten durch das mit dem Projekt befassten Landschaftsplanungsbüro Dietz und Partner überarbeitet werden.

    Gemeinde müsste knapp 85 000 Euro bezahlen

    Dessen Mitarbeiter Martin Beil stellte die neuen Zahlen dem Gremium vor. Demnach erhöhten sich die Kosten von knapp 151 639 Euro brutto oder 127 428 netto auf 174 210 Euro beziehungsweise 149 999 Euro. Nach wie vor liegt der Förderhöchstbetrag bei 60 Prozent der Nettokosten, so dass der von der Gemeinde zu tragende Eigenanteil von 75 182 Euro auf 84 120 Euro steigen würde. Dass man diese Summe aufzuwenden bereit ist, galt es nun zu beschließen.

    Aber waren die Kommunalpolitiker dazu noch bereit? Silvia Klee (SPD) war die erste, die Zweifel äußerte. Für sie war es vor allem „der falsche Zeitpunkt“, um den „wunderschönen Vorschlag“ umzusetzen. Immerhin rücke der Neubau der Alten Mainbrücke näher. Nach den vorliegenden Planungen komme man mit diesem nicht in Konflikt, versuchte Martin Beil zu beruhigen. Der Bürgermeister mahnte, dass man bei einer Verschiebung Gefahr laufe, die Fördermittel zu verlieren. Andreas Schmidt (SPD) war bereit, das in Kauf zu nehmen, angesichts der „angespannten Haushaltslage“. Außerdem wies er auf die Lage des Projekts im Hochwassergebiet hin.

    Bedenken der Gemeinderäte

    Die „massiven Bedenken“ von Günter Kohrmann (CSU) rührten vor allem von befürchtetem Vandalismus und einer missbräuchlichen Nutzung als „Party-Location“ her und speisten sich aus negativen Erfahrungen, die man zurzeit an anderer Stelle am Main mache. Für Tanja Bannwarth (CSU) war das Ganze zwar ein „wünschenswertes, aber kein notwendiges Projekt“. Als Fürsprecher trat Frank Theobald (Freie Wähler) auf, der zum einen die Haushaltslage nicht so skeptisch sah wie die Vorredner, zum anderen in der Realisierung eine Chance erblickte, „die Leute so an die Natur heranzuführen, dass sie sorgsam damit umgehen“.

    Bei vier Gegenstimmen wurde die Kostenübernahme schließlich beschlossen. Laut Martin Beil könnten die Arbeiten Mitte nächsten Jahres beginnen und sollen dann drei Monate dauern. Peter Geiger (Freie Wähler) forderte, klare Verhaltensrichtlinien aufzustellen und deren Einhaltung zu überwachen.

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