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    Arnstein

    Arnsteiner Superofen reist jetzt nach Moskau

    Die Firma Miwe aus Main-Spessart liefert den größten jemals von ihr gebauten Ofen aus. Diese Riesenbäckerei kann pro Stunde 31.000 Brötchen backen.
    Schwere Last am Haken: Ein Backofenteil der Firma Miwe mit fast 16 Metern Länge und einem Gewicht von 24 Tonnen geht auf die Reise nach Russland.
    Schwere Last am Haken: Ein Backofenteil der Firma Miwe mit fast 16 Metern Länge und einem Gewicht von 24 Tonnen geht auf die Reise nach Russland. Foto: Günter Roth

    Einen Backofen der Superlative hat der Arnsteiner Hersteller Miwe verladen und auf eine 2000 Kilometer lange Reise in Richtung Moskau geschickt. "Das ist der größte Ofen, den wir je gebaut haben – aber der nächste ist schon in Arbeit", sagte der Marketingleiter Eike Zuckschwerdt, als das riesige Paket am Schwerlastkran über dem Auflieger des Tiefladers schwebte.

    60 Meter hoch, belastbar bis zu 100 Tonnen ist der Kran, der das Backofenteil vor der Werkshalle auf den Tieflader hievte.
    60 Meter hoch, belastbar bis zu 100 Tonnen ist der Kran, der das Backofenteil vor der Werkshalle auf den Tieflader hievte. Foto: Eike Zuckschwerdt

    Der insgesamt 70 Tonnen schwere Superbackofen geht – verteilt auf vier große Fahrzeuge – nach Russland, wo er rund 200 Kilometer südlich von Moskau in drei bis vier Wochen von einem Miwe-Team aufgebaut wird. Dann wird er 64 Meter lang sein. Das längste Segment des Transports misst 16 Meter Länge und 4,80 Meter Breite. Kürzer sind die Ein- und Auslaufmodule des Ofens. Weitere Teile sind in Planen-Lkw unterwegs.      

    5000 Brote und 31 000 Brötchen

    Die Riesenbäckerei wird eine Backfläche von 150 Quadratmetern haben und pro Stunde 5000 Brote oder 31 000 Brötchen backen können, erklärt Zuckschwerdt. Als Durchlaufbackofen kann er 24 Stunden am Tag in Betrieb sein und automatisch von den Teiglingen bis zum fertigen Produkt über die verschiedenen Backzonen auf einer Steinplatte produzieren. Gebacken wird mit Thermoöl, das die Steinplatten durchfließt und diese auf rund 300 Grad Celsius erhitzt.

    Die Ladung musste vor der Produktionshalle in feste Holzplatten verpackt werden. Dann hatte der Führer des 100-Tonnen-Krans Zentimeterarbeit zu verrichten, damit das "Paket" sicher und gleichmäßig auf dem Auflieger platziert werden konnte. Ständig musste nachgemessen, korrigiert und verschoben werden – angesichts von knapp 24 Tonnen des schwersten Einzelteils wahrlich keine leichte Aufgabe.

    Sicher verpackt für die 2000 Kilometer bis zum Ziel in Russland ist das Backofenteil.
    Sicher verpackt für die 2000 Kilometer bis zum Ziel in Russland ist das Backofenteil. Foto: Günter Roth

    Gut drei Monate wurde im Arnsteiner Miwe-Werk an diesem Projekt gearbeitet, von der Planung über das Zuschneiden der Rohteile bis zur Fertigung. Damit waren je nach Baufortschritt sieben bis 20 Mitarbeiter beschäftigt. "Eigentlich aber war das gesamte Unternehmen daran beteiligt", berichtet  der Logistikchef Michael Liedtke, der auch die Beladung auf dem Schwerlaster beaufsichtigte. Die Schwertransporte und der Begleittruck mit den nötigen Kleinteilen werden für die knapp 2000 Kilometer lange Strecke bis zu zehn Tage unterwegs sein, weil sie wegen der Überbreite nur nachts fahren dürfen.

    Überall auf der Welt zu Hause

    Miwe wurde 1919 von Michael Wenz in Arnstein gegründet und produziert an zwei Standorten in Deutschland Bäckereitechnik für den Weltmarkt. Das Unternehmen ist weltweit bekannt für seine Kompetenz und Erfahrung im Bereich der klimatisierenden Prozessstufen des Backens (Backen, Kühlen, Gären, Frosten), bei der Automatisierungstechnik, bei der Realisierung von Niedrigenergiebackstuben und im Anlagenbau.

    Als Erfinder des Ladenbackens (seinerzeit als Sicht- und Duftbacken propagiert) revolutionierte Miwe ab den 1970er Jahren den Backwarenmarkt. Mit neun Tochterunternehmen in den USA, Kanada, Russland, Österreich, Frankreich, Italien, Singapur, der Schweiz und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie mit 50 Vertretungen ist Miwe mittlerweile überall auf der Welt zu Hause.

    Maßarbeit: Die Ladung muss sicher und eben für die lange Reisen  aufliegen.
    Maßarbeit: Die Ladung muss sicher und eben für die lange Reisen aufliegen. Foto: Günter Roth
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