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    Hafenlohr

    Auch im Hafenlohrer Wald ist der Borkenkäfer eingezogen

    Einer der mittlerweile drei Holzlagerplätze der Gemeinde Hafenlohr (Mainwiesen). Foto: Matthias Huckle

    Bei der Waldbegehung gemeinsam mit Förster Matthias Huckle zeigten sich die Gemeinderäte ziemlich betroffen über das Ausmaß der Schäden, die die Trockenheit und der Borkenkäfer auch in Hafenlohr angerichtet haben. An einem Zwischenlagerplatz zeigte er dem Gremium den Borkenkäfer an den Stämmen.

    „Durch Trockenheit und Hitze sind vor allem die Fichten so geschwächt, dass sie entweder von selbst absterben oder vom Borkenkäfer und anschließender Pilzinfektion zum Absterben gebracht werden“, erklärte der Förster.

    Die geplante Holzmenge lag 2019 mit 2623 Festmeter sowieso schon rund zehn Prozent höher als normal. Aktuell liegt der Einschlag aber bereits bei 4167 Festmeter, davon sind 2279 Festmeter Schadholz und das wird nahezu täglich mehr.

    Sie schauten sich unter anderen eine Kahlfläche in der Abteilung „Buchschlag“ an. Auf dieser Fläche sind innerhalb eines Jahres auf einer Fläche von rund drei Hektar etwa 50 Prozent der Fichten abgestorben.

    Allerdings wurde die Flächen von Matthias Huckle bereits im Frühjahr 2018 mit Buche unterpflanzt, was sich nun als Vorteil erweist, weil die Flächen nicht so schnell verunkrauten. In Zukunft werden dort, zusätzlich zur Buche, noch Baumarten wie Esskastanie, Spitzahorn und Walnuss gepflanzt. Diese kommen nach aktuellem Stand der Forschung besser mit Trockenheit und Hitze zurecht.

    Um eine weitere Ausbreitung des Borkenkäfers zu vermeiden, wird das Holz auf Lagerplätze außerhalb des Waldes, zur Zeit auf die Mainwiesen, gefahren.

    Der Holzpreis, gerade für Fichte und Kiefer ist sehr schlecht und die Sägewerke nehmen nur kleine Mengen ab. Die Aufarbeitung ist sehr aufwändig und die Kosten werden teilweise nicht mehr gedeckt. Die befallenen Bäume sind  über den gesamten Gemeindewald verteilt und die Aufarbeitung läuft noch. So lauteten die schlechten Nachrichten, aber eine Gute hatte Huckle auch: Für die Bevölkerung gibt es am 16. November einen Pflanztag.

    In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hafenlohr, bepflanzt das Bergwaldprojekt eine Fläche mit 1500 standortheimischen Bäumen und lädt alle Bürger herzlich ein, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Interessierte können sich unter info@bergwaldprojekt.de oder unter der Tel.: (0931) 4526261 anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos, Bäume und Werkzeug werden gestellt und alle Teilnehmer werden kostenlos verpflegt.

    Nach der Waldbegehung folgte die Gemeinderatssitzung im Rathaus, bei der es eine kurze Diskussion über die diesjährige Brennholzvergabe gab. Aufgrund des vielen Käferholzes vertrat Schwab die Meinung nur Fichtenholz zu verkaufen, dieses im Preis zu senken und die sonst gültige Maximalmenge von 20 Ster zu öffnen. Guntram Leimeister teilte diese Ansicht: „Angebot regelt die Nachfrage“, bat aber darum, der Bevölkerung den dafür Grund im Mitteilungsblatt zu nennen.

    Andere Ratsmitglieder vertraten diese Meinungen nicht. Sie fanden, dass das Fichtenholz ja eh schon günstiger ist, als Buchenholz und deshalb würden sie den Preis nicht senken. Zumal der Brennwert der Fichte annähernd gleich zur Buche ist, wie Schwab vom Kaminkehrer in Erfahrung gebracht hatte.

    Am Ende beschloss der Rat mit vier Gegenstimmen nur Fichtenholz anzubieten, dessen Preis um zwei Euro auf 22,50 pro Ster zu senken und die Maximalmenge von 20 Ster aufzuheben.

    „Nächstes Jahr müssen wir wieder neu schauen, es war halt ein Ausnahmejahr“, endete der Bürgermeister. 

    Weitere Themen im Gemeinderat:

    Bodenuntersuchungen: Bürgermeister Thorsten Schwab teilte mit, dass im Moment Bodenuntersuchungen im Rahmen der Ortsumgehung durchgeführt werden.

    Ungeziefer: In Teilen des Ortes gibt es Probleme mit „vierbeinigen Ungeziefer“, so Schwab. Die Gemeinde versucht mit verschiedenen Methoden diese loszuwerden. Die Bevölkerung wird jedoch aufgerufen, keine Essensreste wegzuwerfen.

    Allwetterplatz: Schwab teilte mit, dass beim Allwetterplatz noch die Linien fehlen. Hierzu muss es jedoch ein paar Tage trocken sein. Der Architekt steht mit dem Unternehmen in Kontakt.

    Straße: Auf Nachfrage von Gerd Dobesch erklärte Schwab, dass im Moment Arbeiten für einen Ringschluss zwischen zwei Trafohäuschen an der Straße oberhalb des Sportplatzes durchgeführt werden.

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