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    Lengfurt

    Auf Schritt und Tritt Neues entdecken

    Klaus und Hiltrud Hammer genießen ihren Garten gerne von den Liegenstühlen aus. Am Sonntag kann sich auch die Öffentliochkeit einen Eindruck verschaffen Foto: Dorothea Fischer

    Hier ein versteckter Rhododendron, dort ein blühender Kaktus oder eine rankende Clematis, ein paar Meter weiter eine gigantische Tomatenpflanze mit fleischig grünen Früchten und dazwischen kreative Skulpturen: Auf Schritt und Tritt lässt sich im Garten von Hiltrud und Klaus Hammer in Lengfurt, Häckerstraße 3, etwas Neues entdecken. Wer sich für den Garten, der sich auf rund 1000 Quadratmetern rund um Wohnhaus, Garage und separaten Wintergarten erstreckt, interessiert, der ist zum "Tag der offenen Gartentür" am kommenden Sonntag, 30. Juni, von 10 bis 17 Uhr eingeladen.

    Allerdings muss man wissen, dass die Beschreibung in der offiziellen Broschüre des Bezirks Unterfranken dem Garten des Ehepaars bei Weitem nicht gerecht wird. Es bietet viel mehr als nur einen großen Hausgarten mit Stauden und Blumenbeeten. Dort wachsen heimische Sträucher neben mediterranen Kräutern ebenso wie eine exotische Indianerbanane oder ein Papageienstrauch.

    Kreatives aus Stein, Holz, Metall oder Beton

    Und immer gibt es kreative Skulpturen aus Stein, Beton, Holz und Metall zu sehen, die meisten von Klaus Hammer selbst angefertigt. "Zu all diesen Figuren haben wir auch einen Bezug", erklärt der 79-Jährige. Denn früher habe er mit seiner Frau ferne Länder besucht. Nur in Neuseeland, aus dem die Symbole des Maori-Stamms ursprünglich kommen, waren sie noch nicht. Etwas entfernt wiegen sich Spiralen im Wind. Ein "Donald Trump", der die Welt spaltet, begrüßt Besucher beim Betreten des Grundstücks ebenso wie zwei Löwen. Links des Treppenaufgangs fühlen sich Sukkulenten, winterharte Kakteen und Palmen im Kies wohl.

    Zwei Löwenfiguren, die Klaus Hammer für seine Frau angefertigt hat, begrüßen die Besucher des Gartens aus dem Rosenbeet. Foto: Dorothea Fischer

    Hiltrud und Klaus Hammer bauten ihr Haus 1962 als eines der ersten im dortigen Wohngebiet. Etwa 14 Jahre später begannen sie mit der Gestaltung des Gartens. Das erste Projekt, erinnert sich der Mann, war ein betoniertes Schwimmbecken für die Kinder. Als es nicht mehr zum Planschen genutzt wurde, funktionierte er es zum Fischteich um. Eine kleine Brücke, ein ehemaliger Brunnen und ein schattiger Sitzplätze komplettieren das Ensemble.

    Ein versteckter Pfad führt zwischen Hecken auf eine naturnahe Wiese. Hier fühlen sich vor allem Insekten wohl. Als Nistplätze für Hummeln hat Klaus Hammer bunt bemalte Holzscheiben aufgehängt. Vögel brüten im Ahornbaum und im Lavendelstrauch summt es, wenn die Bienen ihren Nektar sammeln.

    Klaus Hammers Dekorationsideen, wie diese bemalte Baumscheibe mit Nistlöchern für Hummeln, sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch nützlich. Foto: Dorothea Fischer

    Die meisten Samen sind selbst gezogen

    Im benachbarten Gemüsegarten nascht Hiltrud Hammer von den Johannisbeeren. Sie erntet Spinat, der heute zu Mittag auf den Tisch kommt. In den Beeten wachsen nicht nur Gemüse aller Art, Salate, Kartoffeln und Erdbeeren – die meisten Samen sind selbst gezogen. Auf dem Grundstück verteilt, vor allem aber im Gewächshaus, wachsen etwa 30 Tomatenpflanzen, die schon jetzt eine reiche Ernte versprechen.

    Vor dem Tomaten-Gewächshaus, zwischen Rittersporn und Kräutern, lugen neugierig drei Erdmännchen aus Beton hervor. Foto: Dorothea Fischer

    Die 77-Jährige liebt auch ihre Rosen – egal ob kletternd oder gefüllt, duftend oder farbenfroh. Der Lieblingsplatz der beiden sind zwei Liegestühle auf einem kleinen Streifen Rasen mit Blick auf Rittersporn, Rosen und Rhododendron. Denn wer am Tag mehrere Stunden im Garten werkelt, darf das eigene Paradies auch mal genießen, finden Hammers.

    Doch dann reicht es auch mal wieder mit dem Pausieren. Keine Frage, Klaus Hammer ist ein Tüftler. Eine Solardusche, ein Sukkulenten-Turm und viele andere kreative Projekte stammen aus seiner Werkstatt. Und auch mit fast 80 Jahren hat er noch viele Ideen. Für den "Tag der offenen Gartentür" bereitet er an einem Arbeitstisch auf dem Rasen einen Pinguin aus Ytong-Stein vor, um den Besuchern einen Einblick in sein Schaffen zu bieten. Für die Tierskulptur findet sich dann sicherlich auch noch ein Platz im Garten.

    Der heutige Fischteich war früher ein Pool für die Kinder. Auch hier beleben Figuren die Gartenlandschaft. Foto: Dorothea Fischer

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