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    PARTENSTEIN

    Auf Vertrauen und Kompetenz gegründet

    Seit 25 Jahren, so lange wie die Suchthilfeeinrichtung im Haus Hirtenhof besteht, sind Rolf Dieter Walter und Marianne K... Foto: Karl Anderlohr

    Ein Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, zelebriert von Pfarrer Bernhard Albert und Pater Jörg Eikelpatsch (Deutscher Orden) und ein Festakt waren die Höhepunkte des Jubiläums 25 Jahre Haus Hirtenhof am Sonntag. Außerdem bestand die Möglichkeit, die Gemeinschaftsräume im Haus zu besichtigen und Gespräche mit Bewohnern und Mitarbeitern zu führen.

    Eine Videoshow zeigte Bilder aus der Geschichte der Einrichtung und vermittelte einen Einblick in den Alltag der Bewohner, von der Arbeit in den Kreativgruppen, von Festen und Feiern, von Ausflügen und einem Urlaub in Ungarn. Das Gesehene konnte bei mehreren Führungen durch das Haus noch vertieft werden.

    Strotmann: Alle 25 Jahre erfindet sich die Gesellschaft neu

    Zum Festakt konnte Hausleiter Thomas Stefan Heimbewohner, Mitarbeiter und Gäste begrüßen. Verbundleiter Michael Strotmann stellte fest: „Alle 25 Jahre erfindet sich die Gesellschaft neu.“ Vor einer Generation hätten die Verantwortlichen in der Gemeinde Partenstein, an der Spitze der damalige, vor kurzem gestorbene Bürgermeister Kurt Kunkel, Ja gesagt zu dieser Einrichtung, die anfangs noch unter der Trägerschaft der seca stand. Der Gemeinde und der Regierung von Unterfranken dankte er für das Vertrauen, das man seitdem erfahren habe, sowie allen, die bis heute mit Anstößen und Förderung dazu beitragen, dass die Einrichtung ihre Aufgaben erfüllen kann.

    Zum Umgang mit Suchtkranken gehöre eine gehörige Portion Kompetenz. Dafür und für Engagement und Zuwendung dankte er allen Mitarbeitern im Hause, vor allem aber Marianne Keil und Rolf Dieter Walter, die bereits seit 25 Jahren im „Hirtenhof“ tätig sind. Sie hätten daran mitgewirkt, ihn zu einer Einrichtung zu machen, die in Partenstein und darüber hinaus allgemeines Ansehen genieße.

    Start war von vielen Gesprächen und Kontakten geprägt

    Die Arbeit der ersten Jahre sei noch stark geprägt gewesen von Kontakten mit Behörden und der Bevölkerung. Dabei sei es gelungen, Vertrauen aufzubauen und zu festigen. Im Lauf der Jahre hatte vor allem die „Vorzeigeeinrichtung“ des Hauses, die Buchbinderei, mehrfach umziehen müssen. Man hoffe aber nunmehr eine dauerhafte Lösung gefunden zu haben.

    Bürgermeister Stephan Amend, der die Grüße und Glückwünsche der Gemeinde Partenstein überbrachte, konnte sich noch gut an die Diskussionen im Gemeinderat erinnern, als vor 25 Jahren die Seca das ehemalige Hotel Hirtenhof übernahm, nachdem der Eigentümer es aufgegeben hatte. Bürgermeister Kurt Kunkel habe damals die Zeichen der Zeit erkannt und sich, nachdem man eine solche Einrichtung in der „Laufer Mühle“ besichtigt hatte, gegen manche Bedenken für die Suchthilfe-Einrichtung engagiert.

    Kunkel war überzeugt, dass sie sich gut in die Gemeinde integrieren werde und er habe Recht behalten, sagte Amend. Das gelte vor allem für die „grüne Gruppe“ und die Buchbinderei. Wenn Probleme aufträten, würden sie stets rasch in guter Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem Haus Hirtenhof gelöst.

    Professor Dr. Andreas Koch überbrachte die Glückwünsche der Geschäftsführung des Deutschen Ordens., der 1998 die Trägerschaft von der seca übernommen hatte.

    In 25 Jahren Beeindruckendes geleistet

    Im Hirtenhof sei in den 25 Jahren Beeindruckendes geleistet worden, stellte auch der Leiter der Nachbar-Einrichtung in Bad Orb, Moritz Seyfert fest, und überreichte einen Wandschmuck mit dem Motto „Lass Seifenblasen platzen – nicht deine Träume!“

    Als Letzter sprach ein ehemaliger Heimbewohner. Er habe hier vor vier Jahren angerufen, nachdem ihn seine Suchtprobleme auf einen Tiefpunkt geführt hatten, berichtete er. Er sei hier aufgenommen worden, habe im Betreuten Wohnen einen neuen Anfang gemacht, Arbeit in der Buchbinderei gefunden. Er habe in Partenstein seine Frau kennengelernt, geheiratet und hier ein neues Heim gefunden. „Ich lebe gerne hier“, schloss er seine Erfolgsgeschichte.

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