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    Lohr

    Auftragseinbruch: Bosch Rexroth weitet ab Dezember Kurzarbeit aus

    Ein deutlicher Auftragseinbruch führt bei der Bosch Rexroth AG ab 1. Dezember, wie berichtet, zu einer Ausweitung der Kurzarbeit von derzeit rund 150 auf dann rund 400 Mitarbeiter. Wie bei einer Betriebsversammlung am Freitag in der Lohrer Stadthalle deutlich wurde, könnte die Kurzarbeit bereits im Januar noch weiter um sich greifen.

    Die Stadthalle war am Freitag bei der rund dreistündigen Betriebsversammlung mit rund 1000 Besuchern randvoll. Nicht nur der Hauptsaal der Stadthalle war gefüllt. Daneben wurde das Geschehen auch auf Leinwände in den Konferenzräumen übertragen.

    Eingeladen zu der Versammlung waren laut dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Klaus Friedrich rund 3400 Mitarbeiter. Das sind alle in Lohr, ausgenommen die aus den Bereichen Electric Drives and Controls (EDC, ehemals Indramat), Gießerei und Vertrieb. Insgesamt beschäftigt Rexroth in Lohr rund 5600 Mitarbeiter.

    Wie dramatisch ist die Lage?

    Breiten Raum nahm laut Friedrich die Betrachtung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung ein. Dazu gibt es offenbar unterschiedliche Einschätzungen. Während die Geschäftsleitung nach Aussage von Teilnehmern der Versammlung den Auftragsrückgang als dramatisch darstellte, geht der Betriebsrat derzeit laut Friedrich von einem "normalen Abschwung aus, wie wir in alle paar Jahre haben".

    Die vergangenen Jahre seien für Rexroth "außerordentlich gut gelaufen", so Friedrich. Weil die Geschäftsführung immer mit weiteren Zuwachsraten plane, empfinde sie einen Rückgang dann offenbar als dramatisch. Unbestritten sei jedoch, dass der Auftragseingang derzeit rückläufig sei, so Friedrich.

    Deswegen sollen seinen Worten zufolge ab 1. Dezember aus den an der Betriebsversammlung beteiligten Bereichen rund 250 weitere Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen, vorwiegend in den Bereichen Ventilbau und Blöcke.

    Bereits seit Oktober arbeiten 280 der 520 Mitarbeiter der Rexroth-Gießerei kurz. Bei Rexroth-EDC im Industriegebiet Süd bauen derzeit ebenfalls Mitarbeiter in größerem Stil Überstunden ab, um den Arbeitsmangel auszugleichen.

    Laut Friedrich wird bei Rexroth ab Montag darüber gesprochen, wie es mit der Kurzarbeit ab Januar weitergehen soll. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende geht davon aus, dass die Kurzarbeit dann ausgeweitet wird.

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