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    Karlstadt

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    Die Mitglieder der Freien Wähler Gemeinschaft Karlstadt waren zu Besuch bei Milchbauer Martin Scheiner in Stadelhofen.
    Die Mitglieder der Freien Wähler Gemeinschaft Karlstadt waren zu Besuch bei Milchbauer Martin Scheiner in Stadelhofen. Foto: Frank Moser

    Wirtschaftlichkeit und nachhaltige, artgerechte Tierhaltung. Dass das geht zeigte Martin Scheiner in Stadelhofen den Besuchern der Freien Wähler Gemeinschaft Karlstadt. Laut Pressemitteilung wurde der von einem hohen Automatisierungsgrad und von selbständig agierenden Kühen geprägte Betrieb im Jahr 2016 errichtet.

    Die 120 Milchkühe können laut Scheiner jeweils selbst entscheiden, ob sie nach draußen wollen oder sich zum Melken an der vollautomatischen Melkmaschine anstellen. Beim Besuch der Freien Wähler standen gerade fünf bis sechs Kühe an, um von einer der beiden Maschinen gemolken zu werden. Ohne manuellen Eingriff werden die Zitzen der Euter schonend mit Hilfe einer Kamera gefunden und die vier speziellen Vorrichtungen automatisch angesetzt. Nach jedem Melk-Vorgang erfolgt immer eine Reinigung der Anlage. Außerdem wird am Anfang ein kleiner Teil der Milch aus hygienischen Gründen automatisch entsorgt.

    Identifizierung via Chip

    Die Identifizierung jeder Kuh erfolgt durch einen gut lesbaren Chip am Hals. Je nach Programmierung gibt die Melkmaschine den Weg zu ihr frei oder verweigert den Zutritt. Außerdem können über den Chip verschiedene Informationen abgerufen werden, wie die Besucher beim Rundgang lernten.

    Laut Rückmeldung der EDV-Anlage wird fast rund um die Uhr gemolken. Bei circa 85 bis 89 Prozent liegt die Auslastung aktuell, so Scheiner. Es gibt sogar eine Ruhezone für trächtige Kühe und einen "Kreißsaal", erklärte Scheiner und zeigte dabei auf eine hochträchtige Kuh, die kurz vor dem Kalben stand, in einem extra dafür vorgesehenen Ruhebereich. Hinten im Stall sahen die Besucher auch die "Wellnessoase" mit einer übergroßen rotierenden Massage-Bürste.

    Höhepunkt für die Erwachsenen und natürlich gerade auch für die Kinder der Besucher waren zehn kleine Kälbchen in einer besonderen Schutzzone. Am Ende der Tour zeigte Martin Scheiner den 10 000-Liter-Tank für die Milch. Alle zwei Tage wird sie abgeholt und in den Milchwerken Mainfranken verarbeitet.

    Beim abschließenden Gespräch erwähnte Scheiner die schlechte Futterqualität im trockenen Jahr 2018, aufgrund derer sehr viel Futter zugekauft werden muss. Mit einer Verkostung verschiedener Milchprodukte endete die interessante Betriebsführung für die Besucher der Freien Wähler Gemeinschaft Karlstadt.

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    Bearbeitet von Lena Köster

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