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    Karlstadt

    Ausstellung über die Wildhummeln

    Mit einer Wanderausstellung in der Sparkasse will der Bund Naturschutz auf die Bedeutung der Wildhummeln aufmerksam machen. Bei der Eröffnung trafen sich (von links) Alfred Dill, Manfred Kleinwechter, der Gebietsdirektor der Sparkasse Peter Schmitt und die BN-Vorsitzende Monika Scheiner. Foto: Günter Roth

    Bis zum 31. Mai ist in der Schalterhalle der Sparkasse Karlstadt eine Ausstellung des Bund Naturschutz (BN) über das Leben der Wildhummeln zu sehen. Der Hausherr, Gebietsdirektor Peter Schmitt, und Monika Scheiner, die Ortsvorsitzende des BN Karlstadt, stellten die Schautafeln und Exponate vor.

    Eigentlich kann die Hummel aufgrund ihres Körper-Flügelverhältnisses überhaupt nicht fliegen, aber weil sie keine Ahnung von Physik hat, fliegt sie trotzdem! Monika Scheiner räumte mit diesem launigen Witz kurzerhand auf und erklärte, die Hummelflügel seien sehr flexibel und drehbar, außerdem schlügen sie bis zu 200 Mal pro Sekunde und erlauben somit dem Insekt, der Physik scheinbar ein Schnippchen zu schlagen.

    Kaum ein Insekt sei so beliebt wie die Hummel, die sich als Wildbienen aus einzeln lebenden Bienenarten entwickelt und in verschiedene Arten aufgespalten hätten, berichtete Scheiner. Im Gegensatz zu den Wildbienen leben diese Hummeln in Staaten zu 50 bis 500 Arbeiterinnen und Drohnen. Nur die befruchteten Königinnen überwintern an einem sicheren Platz im Erdreich. Im zeitigen Frühjahr gründet diese dann ganz allein ein neues Volk. Die Arbeiterinnen sammeln Nektar und Pollen, welche sie von einer Blüte zur anderen tragen und damit die Pflanze befruchten.

    Obwohl diese Insekten für die Natur unverzichtbar und unter besonderen Schutz gestellt sind, steht etwa die Hälfte der 32 in Deutschland bekannten Hummelarten auf der Roten Liste. Gründe dafür sind laut BN landwirtschaftliche Monokulturen, der Einsatz von Pestiziden und die Flächenversiegelung. Als Gegenmaßnahme regen die Naturschützer an, Kräuter, heimische Blühpflanzen und Stauden anzupflanzen. Hilfreich sind auch Nisthilfen wie Steinmauern, Schilfmatten mit kleinen Löchern von drei bis vier Millimetern Durchmesser und der Verzicht auf Mähroboter und vor allem die seit einiger Zeit populär werdenden "Gärten des Grauens" mit Steinwüsten, Schotter und Gabionen.

    Der Hausherr Schmitt sieht in der Ausstellung eine Gelegenheit für die Besucher, künftig sensibel zu werden und genauer hinzuschauen. Die Infotafeln stehen bis zum 31. Mai. Am 23. Mai wird es im Hotel "Mainpromenade" einen Fachvortrag zu diesem Thema geben.

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