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    Arnstein

    Barrieren im Alltag und in den Köpfen abbauen

    Wie schwierig das Überwinden von selbst kleinen Erhöhungen sein kann, wurde beim Rollstuhlparcours anschaulich vorgeführt. Mit dabei waren Kultusstaatssekretärin Anna Stolz (Dritte von links), Bezirksvorsitzende des BVS Barbara Beckmann (Vierte von links), Bezirksrätin Karin Renner (Dritte von rechts), Bürgermeister Franz-Josef Sauer (Zweiter von rechts) und der stellvertretende Vorsitzende der VSG Arnstein, Alfred Sauer (rechts). Foto: Eichinger-Fuchs

    „Hör mir zu, hör mir zu – bin genauso wie Du“, dieser Song des Liedermachers Siggi Juhasz beschrieb in knappen Worten das Ziel des „Inklusiven Bezirkssportfestes Unterfranken 2019“. Ausgetragen wurde es von der Vital-Sportgemeinschaft mit REHA Arnstein. Das großflächige Gelände am Alten Schwimmbad in Arnstein bot den idealen Rahmen für Turniere, Workshops, Stationsbetrieb und Information.

    Zur Eröffnung kamen Kultusstaatssekretärin Anna Stolz, die Behindertenbeauftragte des Bezirks Unterfranken, Bezirksrätin Karin Renner, BVS-Bezirksvorsitzende Barbara Beckmann und Arnsteins Bürgermeister Franz-Josef Sauer. In ihrem Grußwort sagte die Staatssekretärin, dass es die Aufgabe aller Menschen sei, Behinderungen im Alltag weiter abzubauen. Das fange allerdings in den Köpfen an.

    Sie dankte der Vorsitzenden der VSG Arnstein, Karin Brand, die durch ihren zweiten Vorsitzenden Alfred Sauer vertreten wurde, für die viele Mühe, die hinter der Ausrichtung einer solch großen Veranstaltung stecke. Toll fand Anna Stolz, dass sich sowohl die Kinder der Grund- als auch der Realschule Arnstein aktiv an den Wettbewerben beteiligten.

    Selbst den Rollstuhl ausprobiert

    Voll des Lobes waren auch die weiteren Ehrengäste, sie sich über die gute Stimmung, das Angenommensein und das Selbstverständnis, mit dem sich Behinderte und Nichtbehinderte beim Inklusionssportfest begegneten, freuten.

    Die Angebote in den Workshops sprachen Behinderte und Nichtbehinderte gleichermaßen an. So manch einer sammelte ganz neue Erfahrungen. So zum Beispiel mit dem Behindertenfahrrad oder beim Rollstuhl-Parcour. Hier konnten die nicht behinderten Teilnehmer erkennen, wie schwer es für einen Rollstuhlfahrer ist, selbst eine zwei Zentimeter hohe Brettkante zu überwinden. Im Vergleich zu den hohen Bordsteinkanten, mit denen sich Rollstuhlfahrer täglich auseinander setzen müssen.

    „Mach' mit – bleib' fit“ – 1, 2, 3 – sei dabei“, die über 300 Besucher ließen sich nicht lange bitten und holten sich die Mitmachkarte. Gestartet wurde mit der 1,5-Kilometer-Wanderung rund um den Arnsteiner Badesee. Balancieren, Tischtennis, Barfußweg, Feldboccia, Müslimaschine Zielstockschießen…. – die Teilnehmer waren oftmals überrascht, wie selbst mit einfachsten Mitteln Kondition, Muskelaufbau und Ausdauer vitalisiert werden können.

    Teilweise waren die Behinderten den Nichtbehinderten sogar haushoch überlegen, was natürlich für Jubel sorgte. Eng arbeitet die Vitalsportgemeinschaft im Bereich Rehabilitation mit dem FitnessCenter „doc4fit“ zusammen. Die Teilnehmer waren zum Torwandschießen und zur „offenen Tür“ eingeladen.

    Wie schwierig die Orientierungssuche für sehbehinderte und blinde Menschen ist, konnte mit dem Taststab ausprobiert werden. Foto: Eichinger-Fuchs

    Hütchenlauf mit Augenmaske

    Spaß gab es auch für die Kleinen. Besonders das „Brandlöschen“ mit der Kübelspritze oder das Wasser-Fahrradfahren, bei dem kräftig in die Pedale getreten werden musste, sorgten für Begeisterung. Wie schwierig das Blindgehen ist, konnten die Teilnehmer beim „Hütchenlauf“ verstehen. Mit einer Augenmaske erspürten sie die Situation von blinden oder sehbehinderten Menschen.

    Bei den Workshops waren es „Line Dance“ und die „Selbstverteidigung für Menschen mit und ohne Handicap“, die besonders gut angenommen wurde. Das Rote Kreuz stand für Blutdruckmessungen zur Verfügung und stellte die Notfalldose vor. Vertreten war auch die IG Niere Schweinfurt.

    Bereits am Vortag wurde das Stockschießturnier der VSG ausgetragen. Den Wanderpokal konnte zweiter Bürgermeister Josef Grodel an die Mannschaft des TSV Binsfeld überreichen. Am Abend unterhielten Siggi & Armin Juhasz mit Songs aus der eigenen Feder und Hits der 70er- und 80er-Jahre.

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