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    Arnstein

    Bauern-Nachwuchs empfängt Umweltminister Glauber in Arnstein

    In der Diskussion mit Landwirten über die Nitratbelastung stellt der Minister klar: Am Ende muss sauberes Wasser herauskommen.
    Mit einer Mischung aus Protest und Humor wurde der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber von örtlichen Bauern und deren Kindern mit Minitraktoren in Arnstein empfangen. Mit dabei war auch Anna Stolz, die Staatssekretärin im Kultusministerium. Foto: Günter Roth

    Besuch aus der Bayerischen Staatsregierung bekamen die Freien Wähler bei ihrer gut besuchten Wahlversammlung im Arnsteiner Pfarrheim. Umweltminister Thorsten Glauber und die Kulturstaatssekretärin Anna Stolz machten hier einen knapp einstündigen Zwischenstopp. Aufgrund der aktuellen Grundwasserdiskussion drehten sich die Gespräche hauptsächlich um die Belange der zahlreich anwesenden Bauern. Für zusätzliche umweltrelevante Themen war dann kein Spielraum mehr. Kurz wurden noch Probleme um die Unterrichtsversorgung an bayerischen Volksschulen angesprochen.

    Mit einem mächtigen "Trööööööt" aus einem Kompressor-Signalhorn wurde der Umweltminister von etwa 20 "Nachwuchsbauern" im Vorschulalter auf Spielzeugtraktoren und deren Eltern empfangen. Diese Form von Protest der Landwirte gegen die aktuelle Agrarpolitik nahm Glauber durchaus freundlich und gelassen hin – schließlich ist er wesentlich heftigere  Begrüßungen gewöhnt.

    Düngeverordnung von CSU-Ministern geerbt

    Im Pfarrsaal zeigte er dann sehr wohl Verständnis für das Anliegen der Bauern und räumte auch beispielsweise bei der Erhebung von Messdaten für die Nitratbelastung des Grundwassers Ungereimtheiten ein, betonte aber: "Wir haben diese Situation der Düngeverordnung von den vorausgegangenen CSU-Ministern geerbt. Die damals falsch gestellten Weichen fallen uns jetzt auf die Füße", so der Vorwurf Glaubers.

    Er versprach, eine bessere Transparenz bezüglich der Messstellen zu schaffen, genauer hinzuschauen und vor allem kleinteiliger zu messen. Sein Umweltministerium aber sei nur für die Situation des Grundwassers zuständig. "Was oben bei der Bewirtschaftung geschieht, muss mit dem Landwirtschaftsminister und vor allem mit den Bauern gemeinsam gelöst werden." Diese seien der Partner im Klimaschutz. Am Ende aber müsse es sauberes Wasser geben!

    Die Vorhaltungen der anwesenden Landwirte, die nachfolgenden Wasserwirtschaftsämter wie auch die Regierung von Unterfranken hätten die Modifikationen in den Messverfahren noch nicht übernommen, will Glauber ernst nehmen und auf bessere Kommunikation setzen. Ein Vertreter des Bauernverbandes warnte durchaus provokativ vor weiteren Belastungen seines Berufsstandes: "Hier setzt sich das Höfesterben fort, dann kommen eben mehr Nahrungsmittel aus dem Ausland – und dort brennt der Regenwald."

    Stolz: "Zusatzstunde" der Lehrer wird später zurückgegeben

    Für ihr Ressort erläuterte die Staatssekretärin Stolz Eckpunkte der Lehrerversorgung in der Grundschule. Es sei gelungen 5200 neue Lehrer einzustellen, 1000 davon waren zusätzlich; bis 2023 sollen es weitere 5000 sein. Damit sei jede freiwerdende Stelle mit einer pädagogisch ausgebildeten Fachkraft besetzt. Dass dennoch 1400 Lehrkräfte fehlen, läge neben steigender Geburtenraten auch an starken Zuzügen aus anderen Bundesländern, zusätzlichen Bedarfen für Differenzierung und der hohen Quote von nahezu 60 Prozent Teilzeitlehrern. Die gegenwärtig viel diskutierten Einschnitte bei der Teilzeit beträfen allerdings nicht Familien, die Kinder oder Angehörige betreuen. Die "Zusatzstunde" sei in Form eines Arbeitszeitkontos gedacht und werde später zurückgegeben.

    Im Rahmen der Wahlveranstaltung der Freien Wähler im Landkreis Main-Spessart hatten die FW-Kandidaten für den Kreistag oder Gemeinderatslisten die Möglichkeit, sich den anwesenden Besuchern vorzustellen. Die Leitung hatte der Kreisvorsitzende Peter Utsch.

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