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    Retzstadt

    Bauern mahnen mit grünen Kreuzen

    Eine Gruppe von Landwirten und Landwirtinnen machen an einem grünen Kreuz auf der Retzstadter Höhe auf die zukunftsraubende Lage in der Landwirtschaft aufmerksam. Unter Ihnen Reinhard Wolz (Kreisobmann) und Karl Köhler (stellvertretender Kreisobmann, der mit seinem Sohn Andreas und seiner Frau Brigitte das über drei Meter hohe Kreuz errichtete. Foto: Elmar Konrad

    An einem der höchst gelegenen Ackerflächen im Landkreis Main-Spessart stellte Karl Köhler (stellvertretender Kreisobmann) ein grünes Kreuz auf der Retzstadter Höhe auf. Der Bauernverband appelliert damit an Politik und Bevölkerung: So kann es nicht weitergehen, heißt es in einer Pressemitteilung. Entscheidungen sollen künftig erst nach einem Austausch auf fachlicher Ebene getroffen werden.

    Es sei zurzeit modern und auch von Gesellschaft und Politik geduldet, Probleme aus der jeweiligen Perspektive – also der Tagesgesinnung heraus – zu beleuchten und schnelle Entscheidungen zu treffen, so Reinhard Wolz (Kreisobmann) bei dem Pressetermin.

    Diese Entscheidungen aus dem Bauch heraus werden noch zu manchem Magengeschwür führen, so Reinhard Wolz (Kreisobmann). Vielfach werden dabei Zielkonflikte ausgeblendet und katastrophale Nebeneffekte negiert. Beispiele dafür gebe es viele, so der Bauernverband und nennt die Folgenden:

    Mit einer hohen Leistung bei Milchkühen kann die Anzahl der Tiere reduziert und damit auch die Menge an schädlichen Treibhausgasen vermindert werden. Pflanzenschutz reduziert die Anzahl der Überfahrten auf den Feldern. Mit einer wirtschaftlichen und konkurrenzfähigen Produktion im eigenen Land können weite Transporte mit schwerölbetriebenen Schiffen vermieden werden.

    Wer das Klima schützen will, sollte weltweite Transporte auf das Nötigste reduzieren und mit einer wirtschaftlichen Landwirtschaft die Versorgung vor Ort sichern, betont Hermann Schmitt (Obmann von Retzbach).

    Im Landkreis Main-Spessart stehen bereits zahlreiche grüne Kreuze auf den Feldern der Landwirte in Retzbach und Retzstadt alleine sechs Kreuze. Mit dieser von Bauer Willi (Bauer und Öffentlichkeitsprofi aus dem Rheinland) ins Leben gerufenen Aktion wehren sich Landwirte gegen steigende Auflagenflut, überzogene Bürokratie, Dumpingpreisen für Essen, ungebremsten Flächenverbrauch und unfaire Handelspolitik, so der Bauernverband.

    Zurzeit fragt sich jeder Landwirt, ob er in Zukunft noch eine Landwirtschaft betreiben kann, die den Unterhalt seiner Familie sichert, so Karl Köhler, der selbst mit seinem Sohn das Kreuz auf der Retzstadter Höhe aufgestellt hat. Jeder Verbraucher solle sein Recht einfordern zu wissen, wo das Lebensmittel herkommt: "Wir produzieren in Deutschland und Bayern eine hohe Qualität zu einem fairen Preis. Ausländische Ware wird oft unter ganz anderen Bedingungen und wesentlich weniger Auflagen bei Pflanzenschutz und Tierhaltung produziert."

    Der Bauernverband ruft alle Landwirte weiter dazu auf nicht zu verzweifeln, sondern zusammen für mehr fachlich nachvollziehbare Entscheidungen und für die Zukunft der Landwirtschaft zu kämpfen.

    Weitere Informationen stehen auch unter www.BayerischerBauernverband.de/Kreisverband/Main-Spessart.

    Bearbeitet von Michaela Moldenhauer

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