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    Urspringen

    BayernNetzNatur: Wichtige Lebensräume zurückgewinnen

    Georg Schlapp (links) vom Bayerischen Naturschutzfonds überreichte bei der Auftaktveranstaltung des BayernNetzNatur-Projekts einen Scheck an Landrat Thomas Schiebel über knapp 600 000 Euro. Foto: Sabine Eckert

    Bunt und vielfältig präsentierte sich am Sonntag bei "Kaiserwetter" das Programm zur Auftaktveranstaltung des BayernNetzNatur-Projekts "Lebensräume auf Kalkstandorten im Landkreis Main-Spessart". Zu den Flächen am Windrad an der Ortsverbindungsstraße zwischen Urspringen und Karbach strömten etwa 300 Besucher, viele auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad. "Es ist optimal gelaufen und hätte nicht besser sein können", zeigten sich die beiden Verantwortlichen Herbert Kirsch und Julia Eberl vom Landespflegeverband Main-Spessart am späten Nachmittag hochzufrieden.

    Vor allem das Interesse von jungen Menschen und Familien hat Kirsch positiv überrascht. Warum sich Projektleiterin Eberl gerade für diese Fläche auf der fränkischen Platte entschieden hat, erklärt sie damit, dass ihr diese Fläche aufgefallen sei, weil sie inmitten eines Agrargebietes liege und gut die "Trittsteinwirkung", die bestehende Biotope verbindet, veranschauliche. Außerdem sei ihr die Kooperation von Gemeinden wichtig und das sei in diesem Fall zwischen Urspringen und Karbach gelungen, freute sich die Oberbayerin, die seit Juli im Amt ist.

    Schlapp: "Ein tolles Programm muss unterstützt werden"

    Zu Beginn der Veranstaltung begrüßten sowohl die beiden Bürgermeister von Karbach und Urspringen, Bertram Werrlein und Volker Hemrich, als auch Landrat Thomas Schiebel die Besucher. Schiebel betonte in seiner Ansprache, dass der Landkreis den Naturschutz fachlich voranbringen möchte –  zusammen mit der Landwirtschaft und der Bevölkerung. Georg Schlapp, vom Bayerischen Naturschutzfonds (Stiftung des Freistaates Bayern, das Naturschutzprojekte fördert) hob hervor, dass für solche Projekte Menschen  gebraucht werden, die auf ihre Heimat stolz sind und diese Wertschätzen und daraus auch Wertschöpfung ziehen. "Ein tolles Programm muss unterstützt werden", so Schlapp und überreichte einen Scheck über knapp 600 000 Euro an Landrat Schiebel, der diese Fördermittel gerne entgegennahm.

    Eine Reihe von Marktständen bereicherten die Auftaktveranstaltung und boten regionale Erzeugnisse zum Probieren und Kaufen an. Foto: Sabine Eckert

    Bertram Eidel von der Regierung von Unterfranken freute sich über das gelungene Konzept der Veranstaltung, das für die Besucher allerlei Wissenswertes zum Thema Landschaftspflege bereit hielt. Neben den Informationsständen waren auch Marktstände aufgebaut, die regionale Produkte, wie Honig, Wein, Obst und Liköre zum Probieren und zum Kaufen anboten. Für die kleinen Besucher waren Gehege mit Schafen, Ziegen und einer Kuh zum Streicheln aufgebaut. Auch für die Verpflegung  war mit Getränken, Kaffee und Kuchen und Grillsachen vom Lamm bestens gesorgt.

    Erlebnisführung und Tiere für Kinder

    Musikalisch wurde der Nachmittag von Lissy und Hans Heiligenthal, die auch alte Hirteninstrumente mitgebracht hatten, untermalt. Beste Voraussetzungen also, sich zu informieren, auszutauschen und zu genießen, was von den Besuchern auch rege genutzt wurde. Bei einer Erlebnisführung konnten die Kinder seltene Pflanzen entdecken und durften aus ihren Fundstücken am Ende ein Kunstwerk legen.

    Julia Eberl beschrieb bei der Vorstellung des Projektes auf der Karbacher Höhe die Pflegefläche. Auf dieser Fläche sei viel verbuscht oder bewaldet, womit wichtige Lebensräume verloren gingen. Diese gelte es, wieder zurückzugewinnen und offen zu halten, erklärte sie. Dafür sei die Weidetierhaltung wichtig, aber auch mechanische Hilfen.

    Auf großes Interesse stieß die Auftaktveranstaltung des BayernNetzNatur-Projekts "Lebensräume auf Kalkstandorten im Landkreis Main-Spessart". Projektleiterin Julia Eberl (Mitte) erläuterte die Zielsetzungen und Maßnahmen.  Foto: Sabine Eckert

    Anhand eines großen aufgeschichteten Haufens von Schnittgut konnten sich die Interessierten bei der anschließenden Führung ein Bild davon machen, was innerhalb weniger Wochen auf dieser Fläche passiert ist. So wurde eine Schlehenhecke entfernt, weil sie eine Eiche bedrängt hat.

    Beim Programmpunkt "Landschaftspflege in Aktion", wurde von Pflegelandwirten gezeigt, wie ein Haselbusch händisch freigestellt wird. "Mit diesen Maßnahmen wollen wir so für eine große Vielfalt sorgen", erläuterte Herbert Kirsch, Geschäftsführer des Pflegeverbandes.

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