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    Lohr

    Bei 80 000 Hausbesuchen 800 Leute zu betreuen

    Mit bis zu 56 Kräften macht die Caritaa-Sozialstation Lohr im Jahr über 80 000 Hausbesuche und betreut derzeit 823 Menschen, die der Hilfe und Pflege bedürfen. Solche Zahlen nannten der stellvertretende Vorsitzende Joachim Salzmann und Geschäftsführer Sebastian Puglisi bei der Feier des 40-jährigen Bestehens.

    Formell gegründet wurde die Sozialstation als eingetragener Verein am 18. Juni 1979. Aber ihre Arbeit hatte sie schon viele Jahre vorher aufgenommen, als die Erlöserschwestern sich 1972/73 aus Lohr zurückzogen und Schwester Irma aus dem Kloster Neustadt mit ihren Mitstreiterinnen ambulante Pflegedienste in Lohr fortsetzte.

    Zusammen mit dem Johanniszweigverein und den Umlandgemeinden wurde St. Rochus aus der Taufe gehoben, berichtete Joachim Salzmann, der für den erkrankten Vorsitzenden Klaus Becker Regie führte und Rückblick auf vier Jahrzehnte Sozialstation hielt.

    Mehr als Sechs-Minuten-Pflege

    »Die Gründung der Sozialstation war abenteuerlich«, wurde der damalige Stadtpfarrer Korbacher zitiert. Sie wäre ohne Gertrud Scholl auch nicht entstanden. Und die Arbeit ist auch heute noch ein schwieriges Geschäft, konnte man den Ansprachen bei der Feierstunde unschwer entnehmen.

    Die Caritaseinrichtung ist mehr als Pflege im Sechs-Minuten-Takt, erklärte Stadtpfarrer Sven Johannsen im vorangegangenen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael. Sie erfordere auch Hingabe und Verständnis. Und der Pfarrer unterstrich – ebenso wie andere Redner – die Wichtigkeit der Pflege in dem von Mitarbeiterinnen mitgestalteten Gottesdienst.

    Aufopferungsvolle Tätigkeit

    Beim Jubiläumsabend war von teilweise kuriosen Arbeitssituationen die Rede. Aber auch von Menschen, die die Arbeit leisteten und über Jahrzehnte eine Stütze waren, wie beispielsweise Richard Stamm und die Gründungsmitarbeiterin Uta Englert. Alles zu tun, damit Menschen möglichst lange in ihrem Zuhause bleiben können, sei ein Knochenjob. Und den Betrieb mit 22 Autos am Laufen zu halten, erfordert engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch viel Geld, war zu hören.

    Für die aufopferungsvolle Tätigkeit überbrachte Lohrs Bürgermeister Mario Paul in Anwesenheit seines Frammersbacher Amtskollegen Christian Holzemer den engagierten und qualifizierten Mitarbeiterinnen den Dank und einen Scheck der Stadt Lohr.

    Von der Caritas gab es Blumen für Schwester Irma und Geschenke für die Arbeitsjubilarinnen: Sabine Cariou (30 Jahre Mitarbeit), Cornelia Fieseler-Hafekam (20) sowie Annika Bachenheimer, Anna Gläser, Brunhilde Heilig und Daniela Dietrich (je 10 Jahre). Neben den von Sebastian Puglisi überreichten Spessartbrettern wird für jede eine Eiche im Hafenlohrtal gepflanzt. Der »Chef der Truppe« würdigte die langjährige Arbeit und Schwester Irma wünschte allen, dass »die Hand, die wir halten, uns selber hält«.

    Bearbeitet von Günter Weislogel

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