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    Lohr

    Bei Musik mit den Kandidaten ins Gespräch kommen

    "Musik im Winter" nannte der Lohrer Bürgerverein seine Veranstaltung zum Auftakt des Kommunalwahlkampfs. Foto: Frank Zagel

    Mit einer abwechslungsreichen Mischung aus guter Musik und Politik startete der Bürgerverein Lohr seinen Kommunalwahlkampf. „Musik im Winter“ hieß die Veranstaltung, bei der Interessenten die Möglichkeit hatten, mit den Bewerbern für den Stadtrat in das Gespräch zu kommen und den Bürgermeisterkandidaten Michael Kessel kennenzulernen.

    In entspannter Atmosphäre bei Snacks, Kaffee und Kuchen, musikalisch untermalt von der Band YEP! und im Anschluss mit DJ Cassa Cristano, fanden sich über den Nachmittag verteilt etwa 150 Interessenten ein, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Kessel stellte den Zuhörern seine Perspektive eines florierenden Lohrs vor. Seine ehemals starke Stadt, in der er aufgewachsen ist, verliere immer mehr Einwohner. „Junge Menschen haben kaum mehr eine Möglichkeit, dauerhaft in Lohr zu leben“, führte der 45-Jährige aus. Kessel bemängelte fehlende Gewerbe- und Baugebiete, die das Rückgrat einer prosperierenden Stadt seien.

    Daher möchte er mit dem Bürgerverein zurück zu einem finanzstarken Lohr. Den Ausbau und die Stärkung des zentralen Ortes Lohr, die Schaffung von neuem Wohnraum und Gewerbeflächen müssen schnellstens umgesetzt werden. „Ein lebendiges Lohr sichert auch unseren Kindern eine gute Zukunft vor Ort“, so der diplomierte Betriebswirt.  Auch der Dialog zur Jugend sei eine Grundvoraussetzung. Lohr solle daher kulturell für Jugendliche mehr Attraktivität gewinnen.

    Zur Stadthalle forderte der gebürtige Wombacher, der auch auf Grund fehlender beruflicher Perspektive und der nicht vorhandenen Aussicht auf einen Bauplatz nach Sailauf zog, mehr Transparenz durch Offenlegung aller Zahlen und eine Reduzierung des Defizits von aktuell knapp einer Millionen Euro auf 400 000 Euro im Jahr.

    „Aus dem Schneewittchen wurde die letzten Jahre ein Horrorwittchen“, ging Kessel auf die immer prekärer werdende finanzielle Situation des Haushaltes ein. Aus 30 Millionen Euro Rücklagen wurden in den letzten zehn Jahren Schulden in Höhe von fünf Millionen Euro. Daher müssen Investitionen genauestens abgewogen werden, heißt es in der Mitteilung weiter. Zwischen den rockigen musikalischen Einlagen stellten sich die Stadtratskandidaten der ersten Plätze vor.

    Auch aus anderen Fraktionen erhielt der Bürgerverein Besuch auf seiner Veranstaltung. „Ein Beweis dafür, dass wir als einzige Gruppierung in Lohr Kommunalpolitik ohne Parteibuch angehen“, sagte der Vorsitzende, Stadtrat Eric Schürr, dazu.

    Stadtrat Franklin Zeitz bekräftigte, einen respektvollen Wahlkampf führen zu wollen, jedoch habe sich bei Mario Paul, den er als ehrenvollen und bemühten Menschen bezeichnete, als inkompetent für das Amt des Bürgermeisters erwiesen, heißt es in der Mitteilung. „Wir brauchen einen neuen Bürgermeister“, sagte der ehemalige Gastronom unter Applaus des Publikums.

    „Rundum zufrieden“ zeigte sich Schürr abschließend. „Wir stehen im Dialog mit den Bürgern“, so der Stadtrat, "denn wir machen Politik von Lohrern für Lohrer."

    Bearbeitet von Michaela Moldenhauer

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