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    Karlstadt

    Bereitschaftspraxis in Lohr funktioniert „wirklich gut“

    Bereitschaftspraxis der kassenärztlichen Vereinigung Bayern KVB im Lohrer Klinikum Krankenhaus Foto: Björn Kohlhepp

    Ein ganz anderes Bild als jenes, das teilweise in den Medien gezeichnet wird, bekam der Werkausschuss des Kreistags in seiner Sitzung am Mittwoch, als Manuel Holder, Regionalleiter Nordbayern der kassenärztlichen Vereinigung Bayern, über den ärztlichen Bereitschaftsdienst referierte. Seinen Worten nach gibt es bayernweit 110 Bereitschaftspraxen. Diese seien immer unmittelbar an oder in einer Klinik mit Notfallambulanz untergebracht.

    Laut Holder stellt der ärztliche Bereitschaftsdienst die medizinische Versorgung der Patienten auch außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten der Praxen sicher. Aufgabe des Bereitschaftsdienstes sei es, all jene Erkrankungen zu behandeln, mit denen man normalerweise einen niedergelassenen Arzt aufsuchen würde und deren Behandlung aus medizinischen Gründen nicht auf den nächsten Tag verschoben werden könne.

    Nicht zu verwechseln sei der ärztliche Bereitschaftsdienst, der bundesweit unter der Telefonnummer 116117 zu erreichen sei, mit dem Rettungsdienst und dem Notarztdienst, die für lebensbedrohliche Situationen zuständig seien.

    6348 Patienten im Jahr 2018

    Die ärztliche Bereitschaftspraxis im Kreiskrankenhaus Lohr mit 6348 Patienten im Jahr 2018 funktioniert Holder zufolge "wirklich gut", sie sei "angekommen in der Region".

    Warum die Notaufnahme des Kreiskrankenhauses weiterhin so überlastet sei, obwohl es nebenan auch eine ärztliche Bereitschaftspraxis gebe, wollte Brigitte Riedmann (FW) wissen. Das mit der Überlastung sei zunächst einmal ein subjektives Gefühl, meinte Holder; tatsächlich aber gehe der Trend dahin, dass Patienten ungefiltert Anlaufstellen aufsuchten.

    Man dürfe nicht nur den Patienten in die Verantwortung nehmen, meinte Lohrs Bürgermeister Mario Paul (Grüne); vielmehr sollte jeder in diesem System Verantwortung tragen, damit dem Patienten geholfen werde.

    Betz: Hauptproblem sind "Fehlläufer"

    Nach Einschätzung von Andrea Hamberger (FW) besteht das Problem darin, dass viele Patienten, die in der Bereitschaftspraxis gut aufgehoben wären, gleich die Notaufnahme ansteuerten. Klinikreferent Günter Betz ging sogar noch einen Schritt weiter: Das Hauptproblem seien die "Fehlläufer", die eigentlich Zeit hätten, in eine normale Arztpraxis zu gehen. Regulieren ließe sich das Problem aus seiner Sicht nur über den Geldbeutel.

    Landrat Thomas Schiebel (FW) gab zu bedenken, dass auch derjenige Patient, der sich richtig verhalte, mit "gewissen Wartezeiten" rechnen müsse. Für Eberhard Sinner (CSU) sind – bundesweit - die "Selbsteinweiser" das Problem. Man müsse die Nummer 116117 bekannter machen.

    Die allgemeinärztliche Bereitschaftspraxis im Kreiskrankenhaus Lohr ist zu folgenden Zeiten geöffnet: montags, dienstags und donnerstags 18 bis 22 Uhr; mittwochs und freitags 16 bis 22 Uhr; samstags, sonntags und feiertags 9 bis 22 Uhr.

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