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    Karlstadt

    Bernhard Renner, "der Pfutzer", ist gestorben

    Ein Bild aus besseren Zeiten: "Der Pfutzer" im Cockpit des dreirädrigen Minilastwagens.   Foto: Amkreutz-Götz

    Nach schwerer Krankheit ist Bernhard Renner, besser bekannt als "der Pfutzer", am Sonntag im Alter von 56 Jahren in einem Würzburger Krankenhaus gestorben.  Er war ein Karschter Original und wegen seines freundlichen Wesens und seiner zuvorkommenden Hilfsbereitschaft in der ganzen Stadt beliebt.  

    Karlstadt betrachtete der Stadtreiniger als "seine Stadt", die morgens schon sauber zu sein hat. Deshalb begann er seinen Dienst oft schon um 4 Uhr. Das brachte ihm nicht nur einen gehörigen Vorsprung, sondern da standen seiner Arbeit auch noch keine Autos im Weg. Mit dem dreirädrigen, orangefarbenen Minilastwagen eines italienischen Herstellers drehte der "Minister für Straßenkosmetik" seine Runden und hatte stets ein aufmunterndes Sprüchlein auf den Lippen. Gelernt hatte er ursprünglich Zweiradmechaniker.

    Kirchlich geprägt

    Bernhard Renner hatte einen engen Bezug zur katholischen Kirche St. Andreas. Dort war er Ministrant, sang im Kinder- und Jugendchor und war Chorsprecher. Als Mitglied der Kreuzbergbruderschaft war die Wallfahrt zum heiligen Berg der Franken für ihn ein fester Termin im Jahreslauf. Auch dabei engagierte er sich nach Kräften, indem er den Pilgerzug absicherte. Ein anderes Beispiel für seinen Einsatz war der unentgeltliche Essenstransport von der Krankenhausküche zum Kindergarten.  

    Schon einmal hatte sein Leben auf der Kippe gestanden. Er war als jugendlicher Beifahrer eines Autos bei einer waghalsigen Spritztour dabei und wurde bei einem Unfall schwer verletzt. Aus einem langen Koma soll er just in dem Moment erwacht sein, als die Kreuzberg-Wallleut auf ihrer Rückkehr im Lager Hammelburg für ihn beteten.    

    Schon lange wusste Bernhard Renner , dass es um seine Gesundheit schlecht bestellt war und sprach immer wieder von "seinem Chef da oben", der ihn jetzt noch nicht, aber wohl in absehbarer Zeit haben wolle. Was nach seinem Ableben kommen soll, hatte er genau geplant. Er stellt seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung. Daher wird es jetzt keine Beerdigung geben. Mit ihm ist ein Stück Karlstadt gegangen. Ein Requiem findet am Dienstag, 19. Februar, um 19 Uhr in St. Andreas statt. 

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