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    Karlstadt

    Bis zu 173 Milligramm Nitrat im Brunnenwasser entdeckt

    Harald Gülzow (Mitte) nimmt die Probe eines Brunnennutzers am Labormobil entgegen. Foto: Gerhard Seybert

    Der Umweltverband VSR-Gewässerschutz musste kürzlich wieder Bürgern im Raum Main-Spessart und im angrenzenden Landkreis Würzburg mitteilen, dass ihr Brunnenwasser zu viel Nitrat enthält. Viele Menschen kamen mit Wasserproben zum Infomobil des Vereins in der Hoffnung, dass ihr Brunnenwasser nicht von den Nitratbelastungen betroffen ist.

    Wie aus einer Pressemitteilung des VSR-Gewässerschutz hervorgeht, wurde jeder dritte Brunnenbesitzer  enttäuscht und musste erfahren, dass der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter in seinem Brunnen überschritten ist. Insgesamt wurde das Wasser von 39 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Karlstadt und Lohr analysiert.

    Schlechtester Wert in Steinfeld 

    Diplom-Physiker Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz, und Bufdi Milan Toups fanden bei den Untersuchungen 173 Milligramm Nitrat pro Liter (mg/l) in einem privat genutzten Brunnen in Steinfeld. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Büchold mit 69 mg/l, Thüngersheim mit 85 mg/l, Karlstadt mit 61 mg/l und Karlburg mit 92 mg/l fest.

    Am Informationsstand und auch bei der telefonischen Beratung zeigten viele Brunnenbesitzer, dass sie über die Nitratbelastungen der Region wütend sind. Ärgerlich ist auch, dass das Wasser nicht zum Befüllen von Gartenteichen geeignet ist. Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbene Pflanzen können anschließend zu Fischsterben führen.

    Auch beim Gießen von Gemüse sollte das Brunnenwasser nicht zu einer Nitratanreicherung führen. Der einzelne Brunnenbesitzer kann eine Anreicherung vermeiden, wenn er die Nitratbelastung des Brunnenwassers in die Düngeberechnung einbezieht. Hierfür ist es allerdings dringend nötig die Nitratkonzentration im Brunnenwasser zu kennen.

    Bewusst einkaufen 

    Als einen Grund sieht der Verein die hohen Belastungen durch die intensive Landwirtschaft. "Die bisherigen Düngeverordnungen ermöglichten der Agrarindustrie zu wachsen und ihre landwirtschaftlichen Flächen auf Kosten der Umwelt zu überdüngen“, sagt Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Die Gewässerschutzorganisation rät Bürgern bei ihrem Einkauf bewusst darauf zu achten, dass die Produkte von Landwirten stammen, welche die Nitratbelastungen und die Sorgen der Menschen in der Region ernst nehmen.

    Wer den Termin am Labormobil verpasst hat, kann eine Wasserprobe auch mit der Post an die Geschäftsstelle senden. Die gemeinnützige Umweltschutzorganisation hat auf ihrer Homepage https://www.vsr-gewässerschutz.de/ viele Tipps rund um das Thema Brunnenwasser zusammengestellt. Hier findet man auch Informationen, wie man den zugeführten Stickstoff durch das Gießwasser ausrechnet.

    Bearbeitet von Karlheinz Haase

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