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    Gambach

    Blasmusik pur: "Vom Egerland zum Heimatland"

    Höhepunkt und zugleich Krönung des Blasmusikabends in der Gambacher Musikhalle war der gemeinsame Auftritt des Gambacher Orchesters "Spätlese" mit ihrem Dirigenten Dieter Baier (im Vordergrund rechts-mit weißem Hemd) und den Hergolshäuser Musikanten mit ihrem Dirigenten Rudi Fischer (links daneben – mit roter Weste). Foto: Ernst Schneider

    Das Blasmusikkonzert des Gambacher Musikvereins unter dem Titel "Vom Egerland zum Heimatland", das gemeinsam vom Gambacher "Spätleseorchester" unter der Leitung von Dieter Baier und den Hergolshäuser Musikanten unter Leitung von Rudi Fischer veranstaltet wurde, war ein Leckerbissen für alle Blasmusikfreunde, vor allen Dingen aber für die Fans der Böhmischen Blasmusik.

    Während Dieter Baier mit seinem "Späleseorchester" unter Moderation von Marco Weber, den ersten Teil des Abends bestritt, übernahm Rudi Fischer mit den Hergolhäuser Musikanten den zweiten Teil des Abends. Die Fans kamen denn auch in Scharen und füllten die Halle mit geschätzten 600 Besuchern bis auf den letzten Platz.

    Nicht wegzudenken aus dem Orchester "Spätlese" des Gambacher Musikvereins sind Dirigent Dieter Baier und Franzl Müller. Hier bei einem ihrer vielen Gesangseinlagen des Abends. Foto: Ernst Schneider

    Gleich zu Beginn zeigte die "Spätlese", dass sie nichts verlernt haben: In ihrer Blütezeit in den 1970er und 1980er Jahren füllten sie zwei Jahrzehnte lang Bierzelte und Hallen. Nun verschrieben sie sich unter anderem der böhmischen Blasmusik und starteten mit der Polka "Auf geht's Leut, die Musik kommt" ins Programm. Dem folgte, was besonders erwähnenswert erscheint, die Polka "Am Kiliansbrunnen". Es ist die erste Polka von Erich Weber, dem langjährigen Dirigenten der Gauaschacher Musikanten. Er widmete sie der Blaskapelle Altbessingen zu deren 40-jährigen Bestehen im Jahr 2016. In dieser von Rudi Fischer arrangierten Polka spiegelt sich nicht nur das idyllische Landleben, sondern auch die Begegnung der Bewohner am zentralen Kiliansbrunnen in Altbessingen.

    Es folgten Polkas und Walzer wie "Rauschende Birken", die "Südböhmische Polka" und die "Böhmische Liebe", viele aus der Feder des unvergesslichen Ernst Mosch, meist mit exzellentem Gesang von Dieter Baier und Franzl Müller garniert. Was nicht zu überhören war, ist das immer noch grandiose Trompetenspiel von Dieter Baier, was er mit dem Solostück "Trompetenteufel" mit seiner "Teufelszunge" unter Beweis stellte. Die Begeisterung war so groß, dass es selbst den früheren singenden Sitzungspräsidenten der "Schwedenmännli" aus Karlstadt nicht mehr auf seinem Stuhl hielt und er zusammen mit Dieter Baier die Ernst-Mosch-Polka "Wunderbar bist Du" sang.

    Im zweiten Teil des Abends, von Rudi Fischer mit den Hergolshäuser Musikanten gestaltet, trat eindrucksvoll die Leidenschaft zur Böhmischen Blasmusik zutage. Gegründet als dörflicher Musikverein im Jahre 1973, haben sich die Hergolshäuser unter Rudi Fischer, der die Musiker seit annähernd 40 Jahren dirigiert, in harter Arbeit besonders in der Böhmisch-Fränkischen Blasmusik einen Namen erarbeitet. Was aber nicht heißen soll, dass sie nicht auch andere Musik spielen können, was sie unter anderem mit dem Solostück für zwei Trompeten "After All" bewiesen, wobei die Solisten Alexander Walter und Rudi Fischer glänzten.

    Ende und Höhepunkt des rund vierstündigen Konzertes war der gemeinsame Auftritt beider Orchester. Und was könnte das besser passen als die Böhmische Polka "Wir Musikanten" von Kurt Gäble und als Krönung des Abends, der Konzertmarsch "Die Sonne geht auf" aus der Feder von Rudi Fischer.

    Resümee: Es war ein Genussabend für alle Freunde der Blasmusik und ruft förmlich nach Wiederholung.

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