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    Karlstadt

    Bombastische Orchesterklänge in der "Heiligen Familie"

    Das Akademische Orchester, ein studentisches Ensemble der Universität Würzburg, stellte in der Kirche Zur Heiligen Familie in Karlstadt Kompositionen für ein großes Orchester vor. Unter der Leitung des Dirigenten Markus Popp erklangen Werke von Leonard Bernstein und Gustav Mahler. Foto: Josef Riedmann

    Symphonische Kompositionen von Leonard Bernstein und Gustav Mahler hatten die 80 Mitglieder des Akademischen Orchesters der Universität Würzburg im Programm bei ihrem Universitätskonzert in der Kirche Zur Heiligen Familie in Karlstadt. Dirigent Markus Popp freute sich, erneut in Karlstadt das anspruchsvolle Konzertprogramm des Orchesters einem interessierten Publikum vorstellen zu dürfen.

    Mit Leonard Bernsteins Ouvertüre zu seiner Operette "Candide" setzte das Orchester einen ersten Glanzpunkt. Turbulent und effektvoll wechseln sich in der Komposition eingängige melodiöse Themen, Folk-Music, Jazz und prägnante Rhythmen ab und vermitteln eine Visitenkarte zur Einführung in das erste Bühnenwerk Bernsteins, dem weniger Erfolg beschieden war.

    Emotionale Wirkung auch ohne Bühnenhandlung 

    Weltbekannt ist hingegen Bernsteins Musical "Westside Story" aus dem Jahr 1957. 1961 verarbeitete der Komponist Themen aus seinem Musical in den "Symphonic Dances from Westside Story" zu einer Orchestersuite. Bernstein stellte in seien "symphonischen Tänzen" die rhythmisch-explosive Tanzfolklore von Mambo, Cha-Cha-Cha und Jump der beiden Straßengangs den opernhaft melodiösen Melodien wie "Somewhere" der beiden sich liebenden Protagonisten gegenüber und entfaltet auch ohne Bühnenhandlung eine emotionale Wirkung.

    Gustav Mahlers "Symphonie Nr. 1 D-Dur", von ihm selbst 1896 in Budapest uraufgeführt, wurde von Publikum und Kritik  höchst widersprüchlich aufgenommen. Erst seit der Mahler-Renaissance in den 1960er Jahren, an der Leonard Bernstein entscheidenden Anteil hatte, gehört das Werk zum festen Repertoire der Konzertsäle. Ruhig und gemächlich beginnt der erste Satz. Drei Trompeter erzeugten mit im Seitenschiff der Kirche gespielten Trompetensignalen eine Wirkung der Weite.

    Von trivial bis stürmisch bewegt

    Der als "Ländlersatz" bezeichnete zweite Satz ist geprägt von volksmusikalischen Klängen. Mahler scheute sich nicht, Fundstücke aus dem Trivialbereich in die hohe Symphonik einzubeziehen. Der dritte Satz ist als Trauermarsch ausgestaltet, in dem der Kanon "Bruder Jakob" zu hören ist, der von verschiedenen Instrumenten wiederholt und neu interpretiert wird. Mit "stürmisch bewegt" ist der vierte Satz übertitelt. Neben leisen melodiösen Passagen konnte das symphonische Orchester in mächtigen, bombastischen Schlussakkorden alle Register zieht.  

    Die Zuhörer zollten dem sympathische Ensemble mit seinem Dirigenten frenetischen Beifall. Temperamentvoll und brillant und mit sichtbarer Freude am gemeinsamen Musizieren intonierte das international mit Studenten verschiedener Studienrichtungen besetzte Ensemble sein Programm. Bei freiem Eintritt baten die Interpreten um eine Spende.

    Das Akademische Orchester, ein studentisches Ensemble der Universität Würzburg, stellte in der Kirche Zur Heiligen Familie in Karlstadt Kompositionen für ein großes Orchester vor. Unter der Leitung des Dirigenten Markus Popp erklangen Werke von Leonard Bernstein und Gustav Mahler. Foto: Josef Riedmann

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