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    Esselbach

    Borkenkäfer machen dem Esselbacher Gemeindewald zu schaffen

    "Die aktuelle Entwicklung ist besorgniserregend", sagte Gebietsförster Gregor Wobschall über die Situation im Esselbacher Wald. Um den Gemeinderat darüber aufzuklären, waren Wobschall und Forstbetriebsleiter Wolfgang Netsch zu Gast in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Gute Nachrichten hatte keiner der beiden.

    Der Sommer 2019 reichte nicht an den Rekordsommer des Vorjahres heran, war jedoch trotzdem der drittwärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881. Niederschlagsarm, sonnenreich und heiß. Das mache den Bäumen zu schaffen. Vor allem die wichtigste Baumart in Bayern leide: die Fichte. Durch das trockene Klima sinke die Widerstandskraft der Fichte und mache sie anfälliger für den Borkenkäfer, schilderte Wobschall. Die Förster mussten in den letzten beiden Jahren massiv eingreifen. Unmengen der befallenen Fichten wurden gerodet, um die Ausbreitung des Käfers einzudämmen.

    Da die Jahresdurchschnittstemperaturen seit den Siebzigern kontinuierlich steigen, stehen die Förster auch in Zukunft vor großen Herausforderungen. Seit längerer Zeit sind sie dabei, den Wald aktiv umzubauen. Der Wald der Zukunft werde aus einer Mischung heimischer und nicht heimischer Baumarten bestehen, erläuterte Wobschall. Vor allem die Douglasie und die Eiche haben sich bisher als geeignete Baumart für das veränderte Klima bewiesen.  

    Holzmarkt ist auf einem absoluten Tiefpunkt

    Netsch war ebenfalls nicht mit guten Nachrichten in das Esselbacher Rathaus gekommen. Er schilderte die aktuelle Situation auf dem Holzmarkt, die stark durch das katastrophale Jahr im letzten Jahr bedingt ist. Im Jahr 2017 seien es noch paradiesische Zustände gewesen. Ein Kubikmeter Fichte konnte damals für gut 100 Euro verkauft werden, gab Netsch einen Rückblick. In diesem Jahr ist der Preis am absoluten Tiefpunkt. Die gleiche Menge kann für gerade mal 25 bis 30 Euro abgesetzt werden. Das sei gerade noch kostendeckend, teilweise wäre es auch ein Minusgeschäft.

    Der Markt sei einfach erschlagen, so Netsch weiter. Borkenkäferholz gibt es in ganz Deutschland und auch der potentiell große Absatzmarkt in Osteuropa ist durch eigenes Borkenkäferholz gesättigt. Eine Verbesserung ist im kommenden Jahr erstmal nicht in Sicht.

    Planungen gestalten sich schwierig

    Die Zahlen machen das Problem deutlich. Im Jahr 2019 wurden im Esselbacher Wald 4890 Festmeter eingeschlagen. Das entspricht 272 Prozent des eigentlich vorgesehenen Hiebsatz von 1800 Festmetern. 87 Prozent  des eingeschlagenen Holzes sind Borkenkäferholz. Förster Wobschall hofft im kommenden Jahr auf Besserung.  Optimistisch wurden für 2020 nur 1200 Festmeter einzuschlagenes Holz eingeplant. Ob man diese Zahl halten kann, sei ungewiss. Es könne natürlich wieder mehr werden durch den Borkenkäfer, daher sei die Planung äußerst schwierig. Man sei auch auf die Hilfe der Witterung angewiesen, so Wobschall.

    Trotz allem konnte im Haushalt des Jahres 2018/2019 unter dem Strich ein Plus von 59 514 Euro verzeichnet werden. Die Vorkalkulation für das kommende Jahr 2020 sieht weniger positiv aus. Hier wird aktuell mit einem Minus von 48 363 Euro gerechnet.

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