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    Urspringen

    Bürger finden Ergänzungsbeiträge nicht gerecht

    Die derzeit laufenden Sanierungsarbeiten am Brunnen und der Trinkwasserversorgung des Wasserzweckverbandes wurde in der Bürgerversammlung in Urspringen rege diskutiert. Hier das Wasserwerk des Wasserzweckverbandes Urspringer Gruppe, mit der schönen Blumenwiese, die die Wassergruppe angelegt hat. Foto: Sabine Eckert

    In der Diskussionsrunde in der Bürgerversammlung in Urspringen beschäftigte die Bürger besonders die Finanzierung der derzeit laufenden Sanierungsarbeiten am Brunnen und der Trinkwasserversorgung, wofür die Bürger demnächst zur Kasse gebeten werden. Manfred Franz, Geschäftsführer des Wasserzweckverbandes Urspringer Gruppe, brachte die Bürger zunächst auf den neuesten Stand zu den Baumaßnahmen in Urspringen, Stadelhofen und Duttenbrunn.

    Hier berichtete Franz, dass die Vermessungsarbeiten am Brunnen in Urspringen soweit abgeschlossen seien und derzeit die Daten für die Grundstücksflächen erfasst werden. "Das kann ich nicht verstehen, dass diese Kosten über die Grundstücksfläche abgerechnet werden, dazu fehlt mir jegliche Logik", entrüstete sich Rudi Ehehalt. Denn die Fläche vom Haus habe doch nichts mit dem Wasserverbrauch zu tun. Deshalb wäre für Ehehalt die fairste Lösung, die Kosten über die Wassergebühren zu finanzieren.

    Diesem Tenor schlossen sich nach reger Diskussion weitere Bürger an, dass Ergänzungsbeiträge in diesem Fall  nicht gerecht seien. "Die Leute fallen aus allen Wolken, wenn der Bescheid kommt", meinte auch Georg Luger. Deshalb wollte Gemeinderat Werner Kunkel  wissen, ob der Betrag auch gesplittet werden könne. Hierzu äußerte sich Franz, dass Gemeinden an das Kommunalabgabengesetz gebunden seien und kostendeckend finanziert werden muss. Außerdem habe sich die Mehrheit der Mitglieder des Wasserzweckverbandes von den möglichen drei Abrechnungsformen für die Beitragsfinanzierung entschieden.

    Gegen eine Gebührenfinanzierung spricht, dass hier kalkulatorische Zinsen von 4,5 Prozent über einen Zeitraum von 40 Jahren anfallen würden. Deshalb sei die Beitragslösung die günstigere Variante - auch nachdem alle Abrechnungsformen erneut von einem unabhängigen Büro überprüft wurden. Gemeinderätin Müller-Blass sieht noch einen anderen Aspekt für diese Finanzierungsform: "Wir wollen die Kosten nicht in die nächste Generation transportieren". In diesem Zusammenhang wollte Erich Ehehalt wissen, wie "gut" unser Wasser in Urspringen überhaupt ist und nicht in ein paar Jahren dem Fernwasser angeschlossen werden. Für solche Maßnahmen gäbe der Staat keine Zuschüsse, wenn das Wasser keine gute Qualität hätte, die Franz auch für die nächsten Jahren zusicherte.

    Ehehalt fragte zudem an, warum gerade jetzt der Bauhof angegangen wird und dieses Vorhaben, auf Grund der angespannten finanziellen Lage, nicht zurückstellt oder sogar eine andere Übergangslösung gesucht wird. Hier gab der Bürgermeister an, dass sich das Grundstück für den Bauhof bereits in Gemeindehand befindet. "Wir sind die einzige Gemeinde in der VG, die keinen Bauhof besitzt." Außerdem verfüge die Gemeinde über keinen vernünftigen Lagerraum für Materialien, wie Splitt und Steine. "Wir können von Seiten der Gemeinde den Bauhof finanzieren", betonte Hemrich am Ende seiner Ausführungen.

    Martin Krug fragte, warum die Schulden nicht einfach durch die Rücklagen bezahlt werden und auf welchen Konten diese lagern. Hier erklärte Hemrich, dass diese gesplittert auf Tagesgeldkonten eingezahlt sind. Wir müssen aufpassen, dass wir keine Strafzinsen bezahlen. Zudem hätten Darlehen meist eine Zinsbindung. Für Peter Klein stellt der Nahverkehr ein Ärgernis dar. Er findet die Fahrpreise "utopisch hoch" und stellt fest, dass die Fahrpläne gerade im Schulverkehr nicht eingehalten werden und somit Schüler oft zu spät kommen.

    Der Bürgermeister stimmte ihm zu, aber erklärte, dass der Öffentliche Nahverkehr Kreissache sei. Schon länger haben sich die Bürgermeister von der Fränkischen Platte beim Nahverkehrsverband für eine Verbindung an den Retzbacher Bahnhof stark gemacht, hier habe sich bisher noch nichts getan. Zur Kenntnis nahm Hemrich die Anregung von Joachim Hörning, ein Vordach an der Festhalle anzubringen, damit Raucher nicht im Nassen stehen müssen.

    Bearbeitet von Sabine Eckert

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