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    Triefenstein

    Bürgerbus in Triefenstein: Fortführung bis Mai geplant

    Der Bürgerbus in Triefenstein fährt seit dem 3. Dezember 2018. Foto: Rebecca Wolfer

    "Es könnte besser laufen", gibt Bürgermeister Norbert Endres zu. Zum Abschluss der dreimonatigen Probephase des Bürgerbusses"Generationen mobil" veranstaltete die Gemeinde  Triefenstein am Montag eine Bürgersprechstunde, bei der der Bus umsonst genutzt werden konnte. 

    Der Bus der Firma Grasmann fährt montagnachmittags und donnerstagmorgens durch Lengfurt, Homburg, Rettersheim und Trennfeld. Jeweils nach Lengfurt, Homburg und Trennfeld fährt er den Edeka-Markt Kühhirt in Lengfurt an. Hier geht's zum Fahrplan.

    "Rechnen wird sich der Bus nie" 

    Insgesamt stehen 24 Stationen auf dem Plan, oft befinden sie sich in der Nähe von Ärzten, Banken oder Einkaufsmöglichkeiten. "Im Januar kamen auf Wunsch einiger Bürger vier neue Stationen dazu, zum Beispiel der Friedhof in Lengfurt", erklärt Endres. Auch der Fahrpreis sei nach Kritik von Senioren niedriger geworden. 1,50 Euro müssen die Fahrgäste jetzt insgesamt für den Hin- und Rückweg zahlen, im vergangenen Jahr waren es 1,50 Euro pro Fahrt."Rechnen wird sich das Projekt nie", sagt Endres. Pro Tag koste der Bus rund 190 Euro – da er an zwei Tagen fährt, sind es insgesamt 380 Euro pro Woche.

    Am Montag fand eine Bürgersprechstunde mit Bürgermeister Norbert Endres (rechts) im Bus statt. Foto: Rebecca Wolfer

    Als Grund für die niedrigen Fahrgast-Zahlen nennt der Bürgermeister unter anderem das schlechte Wetter und Glatteis in den vergangenen Monaten: "Vielleicht wollen im Frühjahr mehr Menschen mit dem Bus fahren", hofft er. Das Projekt werde bis Mai weitergeführt. Danach müsse der Gemeinderat darüber abstimmen, ob es fortgeführt werden soll.

    Endres betont, dass ein Bürgerbus für eine ländliche Gemeinde wie Triefenstein notwendig ist: "Wir brauchen den Bus, um die Versorgungssicherheit zu garantieren." Senioren wären dadurch nicht mehr davon abhängig, dass sie von Kindern oder Enkeln gefahren werden und auch Rollstuhlfahrer könnten das Angebot nutzen. 

    Zum Arzt oder zum Kaffeetrinken

    In Trennfeld steigt Ursula Müller mit drei Freundinnen aus dem Seniorenclub Trennfeld ein. "Ich habe zu meinen Senioren gesagt, dass der Bus direkt vor der Praxis Krusen in Homburg hält", sagt die Vorsitzende des Clubs begeistert, "jetzt müssen sie sich nicht mehr von ihren Kindern zum Arzt fahren lassen." Müller muss heute aber nicht zum Arzt, sondern geht mit ihren Freundinnen einen Kaffee trinken. Sie freut sich, dass der Bürgerbus angeboten wird und fährt regelmäßig damit. 

    Genau wie Herbert Wiegand: "Wir sind vor 50 Jahren zusammen mit dem Schulbus gefahren", sagt er über die Trennfelder Frauen, "und jetzt fahren wir zusammen mit dem Bürgerbus." Er freue sich, wenn er im Bus alte Bekannte trifft und sich mit ihnen unterhalten kann. "Ich fahre eigentlich jede Woche damit", sagt er. Und das, obwohl er eigentlich zwei Autos hat: "Ich finde es gut, dass der Bürgerbus von allen genutzt werden kann, nicht nur von Senioren", sagt er, "das ist eine gute Sache und die möchte ich gerne unterstützen."

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