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    Michelrieth

    Bürgerhaus: Kostenschätzung unverändert 2,67 Millionen Euro

    Das denkmalgeschützte Pfarrhaus aus dem Jahr 1694 bleibt stehen, alle Nebengebäude werden für das neue Bürgerhaus abgerissen. Am Pfarrhaus rechts vorbei soll die künftige Zufahrt zum Parkplatz auf der Rückseite des Bürgerhauses führen. Foto: Andreas Brachs

    Nach turbulenten Jahren, nach langem Hin und Her scheint es nun so, als steuern die Stadt und die evangelische Kirchengemeinde auf ein Happy End zu, was den Neubau eines gemeinsam genutzten Bürgerhauses angeht. "Kein gemeinsames Bürgerhaus Michelrieth" hieß es noch im Dezember 2017. Jetzt stellte Architekt Georg Redelbach die aktuelle Planung vor, die mit der Lenkungsgruppe abgestimmt ist und nun als Bauantrag eingereicht wird. Denn die Sprecher aller drei Stadtratsfraktionen zeigten sich in der jüngsten Sitzung hoch erfreut über das Ergebnis.

    Zum einen vielleicht, dass doch ein tragfähiger Kompromiss gefunden wurde, bei dem das alte, denkmalgeschützte Pfarrhaus nicht geopfert werden muss (was schon einmal beantragt, vom Landratsamt aber abgelehnt worden war). Zum anderen, weil sich an den Zahlen gegenüber der ersten Schätzung nichts Wesentliches geändert hat, wie Redelbach ausführte.  Die Gesamtkosten bezifferte der Marktheidenfelder Architekt mit rund 2,67 Millionen Euro. Getragen werden sie von der evangelischen Kirchengemeinde und der Stadt Marktheidenfeld, unterstützt mit Mitteln aus dem Gemeindeentwicklungskonzept (GEK).

    Der Abbruch der Gebäude rings um das alte Pfarrhaus aus dem Jahr 1694 schlägt mit 170 000 Euro zu Buche:

    • Das Nebengebäude westlich des alten Pfarrhauses macht Platz für die Zufahrt zu den 17 Parkplätzen auf der Rückseite.
    • Das neue Pfarrhaus, im Süden verbunden mit dem alten, weicht ersatzlos, was Freiraum schafft.
    • Das alte Bürgerhaus nebst Garagen östlich des alten Pfarrhauses weicht einem langgestreckten Neubau, der etwas weiter von der Grafschaftsstraße zurückweicht als das bisherige und den Haupteingang auf der Westseite zum alten Pfarrhaus hin haben wird.

    Besprechungsraum unterm Dach

    Vom Foyer aus nach links zur Straße hin ist das neue Amtszimmer des Pfarrers geplant, daneben das Sekretariat und ein kleiner Abstellraum. Die Toiletten auf der Ostflanke werden gemeinschaftlich genutzt. Über dem Pfarrbüro, unterm Dach, ist ein 44 Quadratmeter großer Besprechungsraum geplant, der jedoch nur über eine Treppe erreichbar sein wird.

    Über den Räumen in der Ostflanke sind Lichtkuppeln im Flachdach geplant. Der Gemeindesaal selbst nutzt die Höhe des Satteldachs über dem westlichen Trakt voll aus. Er ist 124 Quadratmeter groß und wird mit Bestuhlung Platz bieten für etwa 140 Menschen. Vorratsraum, Küche und Stuhllager sind wiederum im Ostflügel untergebracht.

    Das Gebäude auf dem nach Süden abschüssigen Gelände ist nur teilweise unterkellert. Eingeplant sind je ein Archivraum für die Kirche und die Gemeinde, einer für Technik, ein Putz- und ein Abstellraum sowie Toiletten. Der Jugendraum misst rund 40, ein weiterer Gruppenraum 45 Quadratmeter. Von diesen beiden Räumen aus blickt man auf die Grünfläche, die zum jetzigen Spielplatz führt.

    Lob an die Lenkungsgruppe

    "Die Lenkungsgruppe hat hervorragend gearbeitet", würdigte Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder (Freie Wähler) deren Arbeit. "Wenn wir Glück haben, bekommen wir 60 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst."

    "Große Freude für die Mitbürger" drückte Stadtrat Burkhard Wagner (Freie Wähler) aus. "Es ist gut, dass wir jetzt belastbare Planung und Kosten haben", erklärte Zweiter Bürgermeister Martin Harth für die SPD-Fraktion. Er bedauerte zwar, dass der Besprechungsraum unterm Dach nicht barrierefrei zugänglich ist, zeigte aber auch Verständnis dafür, weil ein Aufzug wohl zu teuer wäre. Christian Menig für die CSU blieb nicht viel mehr, als sich seinen Vorrednern anzuschließen. 

    Über die Zukunft des alten Pfarrhauses aus dem Jahr 1694, das zu den ältesten Gebäuden dieses Stadtteils zählen dürfte, wurde bei der Stadtratssitzung kein Wort verloren.

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