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    Karbach

    Bürgermeister Bertram Werrlein: "Der Zusammenhalt ist klasse"

    Was den 53-Jährigen zur erneuten Kandidatur um den Posten des Gemeindeoberhaupts bewegt hat und was er sich für die kommenden sechs Jahre in Karbach vorgenommen hat.
    Karbachs Bürgermeister Bertram Werrlein. Foto: Heidi Vogel

    Als Standort für den Fototermin hat sich Bertram Werrlein den Kirchenvorplatz ausgesucht. Von hier aus hat man nicht nur einen herrlichen Blick auf Karbach, sondern er liegt auch auf dem direkten Verbindungsweg vom Rathaus zum Kindergarten. "Das ist mein persönliches Fitnessprogramm", erklärt der Karbacher Bürgermeister mit einem Schmunzeln, nachdem wir die 84 Treppenstufen erklommen haben.

    Mehrmals pro Woche führt ihn sein Weg zur "Kita unterm Nussbaum", die inzwischen aus allen Nähten platzt, weshalb ein Neubau in der Nähe der Festhalle bereits in Planung ist. Bei der Frage nach den Zielen muss das Ortsoberhaupt deshalb auch nicht lange überlegen. "Das Wichtigste ist der Neubau des Kindergartens", betont Werrlein, der in Teilzeit als Disponent in der Leitstelle in Aschaffenburg beschäftigt ist. Aber auch den Ausbau des Gewerbegebiets und die Wasserversorgung nennt er. Langfristig gelte es, durch Schuldenabbau und Rücklagenbildung die Finanzen der Kommune zu stärken.

    Wie vor sechs Jahren auch 2020 kein Gegenkandidat

    Seit knapp sechs Jahren ist der Karbacher nun im Amt, damals wie auch in diesem Jahr tritt der 53-Jährige ohne Gegenkandidaten an – jedoch mit dem Unterschied, dass es in der Marktgemeinde erstmals eine Einheitsliste gibt. Eine Entwicklung, die Werrlein nach eigenem Bekunden begrüßt. "Die Arbeit als Bürgermeister macht mir einfach Spaß. Sie ist vielfältig und gemeinsam mit den Bürgern und dem Gemeinderat kann man viel bewegen", macht Werrlein, der für die Freien Wähler seit 2017 auch im Kreistag sitzt, seine Motivation für eine erneute Kandidatur deutlich. Gerade die Vielfältigkeit, aber auch die Flexibilität, die man mitbringen müsse, reize ihn an der Aufgabe.

    "Man weiß nie, was einen am jeweiligen oder nächsten Tag erwartet", erklärt der Karbacher. Aber auch das gute Miteinander mit den Mitarbeitern ist für ihn ein wichtiger Aspekt, weiterzumachen. "Der Zusammenhalt ist klasse", findet der 53-Jährige und fügt an, dass die anstehenden Aufgaben stets gemeinsam gemeistert wurden. Über die Zusammenarbeit mit dem Ratsgremium äußert er sich ebenfalls durchweg positiv. "Es ist ein konstruktives Miteinander. Klar versucht jeder irgendwo, seine Interessen durchzusetzen. Aber es wurde stets fair diskutiert und die meisten Entscheidungen am Ende einstimmig getragen", betont Werrlein, der als Hobby in seiner nur spärlichen Freizeit das Wandern und den Aufenthalt in der Natur nennt.

    Stellvertreter Schmelz und Stegerwald treten nicht mehr an

    Er führt in diesem Zusammenhang auch die Unterstützung, die er von seinen beiden Stellvertretern Günter Schmelz und Vinzenz Stegerwald erhalten hat, an. Denn Werrlein gehörte vor seiner Zeit als Ortsoberhaupt zwar bereits eine Wahlperiode lang dem Ratsgremium an, letztendlich sei es aber doch ein Unterschied, ob man "nur Gemeinderat" oder eben Bürgermeister ist. "Die Erfahrung und der Wissensschatz der beiden war für mich sehr wertvoll", gibt er offen zu.

    Neben Schmelz und Stegerwald werden sechs weitere Gemeinderäte nicht mehr kandidieren, größtenteils aus Altersgründen, teilweise aus beruflichen Gründen. "Ich habe vollstes Verständnis dafür", erklärt Werrlein, bringt aber gleichzeitig sein Bedauern zum Ausdruck, weil dadurch sehr viel kommunalpolitisches Wissen und Erfahrung verloren gehe. Für die anstehende Wahl ist der Bürgermeister einerseits dankbar, dass sich genügend Kandidaten gefunden haben, würde es aber auch begrüßen, wenn die vier Gemeinderäte, die wieder antreten, erneut das Vertrauen der Bürger bekommen würden. "Immerhin haben sie bereits eine gewisse Erfahrung im Ratsgremium."

    Seine Zusammenarbeit mit den Bürgern erachtet Werrlein als gut. Ihm sei es wichtig, zuzuhören und auf die Bedürfnisse der Bevölkerung einzugehen. Und wie sehen seine Wünsche an die Bürger aus? "Dass man weiterhin aufeinander zugeht, den offenen Dialog sucht und gemeinsam versucht, Probleme zu lösen", wünscht sich das Ortsoberhaupt und wirbt gleichzeitig um Verständnis dafür, dass nicht alles machbar sei, ob nun aus finanziellen Gründen oder weil es die Gesetzeslage nicht zulässt.

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