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    Esselbach

    Bürgerversammlung: Unmut nur über Verkehr und Parksituation

    Zur letzten Bürgerversammlung der Wahlperiode begrüßte Bürgermeister Richard Roos rund 50 Bürger im Feuerwehrhaus Esselbach. Erstmals seit 2015 konnte Roos nicht mit einer positiven Nachricht in die Versammlung starten. Die Einwohnerzahl sei leicht zurückgegangen. Insgesamt 2102 Menschen haben im Jahr 2020 Ihren Hauptwohnsitz in der Gemeinde Esselbach – 17 weniger als im Vorjahr. 127 Menschen zogen aus der Gemeinde, während die Zuzüge bei 118 lagen. Dennoch bewegt man sich konstant über der Zahl von 2000 Einwohnern, die ausschlaggebend ist für die Anzahl an Gemeinderäten. Bürgermeister Roos verwies an dieser Stelle auf die anstehende Kommunalwahl im März und erklärte, dass auch in diesem Jahr wieder 14 Gemeinderäte gewählt werden.

    Der Gemeindewald bereitet Sorge

    Wenig Gutes hatte Roos auch über den Gemeindewald zu berichten. Dieser leide noch heute unter dem Rekordsommer 2018 und der Borkenkäferkatastrophe im vergangenen Jahr. Aktuell könne in den kommenden Jahren durch unverkäufliches Holz und dem erforderlichen, klimabedingten Umbau des Waldes nicht mit positiven Ertragszahlen gerechnet werden, sagte Roos.

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    Erfreulicher waren da schon die Baufortschritte. Auch im Jahr 2019 wurden in der Gemeinde Esselbach weitere Großprojekte gestemmt. Besonders hervor hob Roos den Anbau an das bestehende Feuerwehrhaus in Esselbach. Nach Unstimmigkeiten wurde die eigentlich vorgesehene Förderung nicht genehmigt. Deshalb nahm die Gemeinde zusammen mit ehrenamtlichen Helfern der Feuerwehr einen Großteil der anstehenden Arbeiten selbst in die Hand. Die Kosten blieben mit 130 000 Euro daher weit unter den geplanten 190 000 Euro. "Die Zusammenarbeit hat super geklappt. Das Feuerwehrhaus ist nun wieder ein echter Hingucker", fasste Roos zusammen.

    Im Neubaugebiet stehen die ersten Häuser

    Ähnlich erfolgreich kann das Projekt Neubaugebiet Schülersgut bezeichnet werden. Nachdem die Erschließung im Jahr 2019 endgültig abgeschlossen werden konnte, sind heute bereits die ersten Häuser zu sehen. "Bauplätze sind auch bei uns sehr gefragt", sagte Roos. Daher sei das neue Baugebiet Am Trieb bereits in Planung und werde im Jahr 2020 den neuen Gemeinderat beschäftigen.

    Nicht mehr beschäftigen wird den Gemeinderat das Thema Erdverkabelung in Steinmark und Kredenbach. Im Zuge dieser abgeschlossenen Arbeiten wurden die Gehsteige erneuert und die Straßenbeleuchtungsanlage auf eine zeitgemäße LED Beleuchtung umgestellt. Nach sechs Jahren Bauzeit hat nun auch jeder Bürger in der Gemeinde schnelles Internet zur Verfügung.

    Lange beschäftigt hat den Gemeinderat auch das neue Gewerbegebiet Bärnroth. Hier eröffneten im vergangenen Jahr neue Betriebe. Direkt neben der Autobahn 3 gelegen, sind die dortigen Gewerbeflächen sehr gefragt. Parallel zum neuen Gewerbegebiet konnte nun auch das Projekt des Bundes, sechs streifige Ausbau der A 3, abgeschlossen werden. Die Eröffnung im Dezember 2019 mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer war ein gelungener Festakt, resümierte Roos. Nach dem offiziellen Teil in der Esselbacher Festhalle stellte der Vorsitzende der Autobahndirektion Nordbayern fest: "In Esselbach ist es einfach schön". Damit das auch so bleibe, stehen dieses Jahr weitere Projekte an, sagte Roos und ging zum Ausblick auf die Zukunft über.

    Gute Finanzlage ermöglicht weitere Baumaßnahmen

    In diesem Jahr werden weitere Großprojekte den Gemeinderat beschäftigen, sagte Roos. Allen voran ist hier das Dorfgemeinschaftshaus zu nennen, das nun gebaut wird. Zudem befinden sich ein neuer Dorfplatz in Kredenbach, das Gewerbegebiet Welzengraben, das Baugebiet Am Trieb und die Generalsanierung der Alten Schule in Kredenbach in der Planung.

    Diese Bauvorhaben seien nur durch die aktuelle Finanzlage der Gemeinde möglich. "Der nächste Gemeinderat hat einen großen finanziellen Handlungsspielraum", sagte der Bürgermeister. Der Schuldenstand werde Jahr für Jahr reduziert. Zum 31. Dezember 2019 betrug er nur noch 238 827,26 Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 113,62 Euro. "Die durchschnittliche Schuldenquote in Bayern liegt bei 2295 Euro pro Kopf", ordnete Roos die sehr guten Zahlen ein.

    Darüber hatten auch die anwesenden Bürger nichts zu meckern. Lediglich das hohe Verkehrsaufkommen und die Parksituationen auf den Hauptstraßen der Gemeinde sorgten für Unmut. Roos erklärte, dass die Gemeinde nun selber aktiv werde und den Verkehr mit Hilfe der Radar-Wacht überwachen ließe. Die Polizei habe hier ihre Aufgabe ein Stück weit vernachlässigt, sagte Roos.

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