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    Lohr

    Cello und Harfe verzaubern Publikum

    Cellistin Birgit Förstner und Harfenistin Anne Kox-Schindelin überzeugten mit Leidenschaft und konzentrierter Spielfreude. Foto: Simon Hörnig

    Man kannte sie alle: ob Jacques Offenbachs überschwänglicher »Can Can«, George Gershwins Südseetraum »Summertime« oder Georges Bizets geschmeidigem »Habanera«. »Wir spielen ein ganzes Programm aus Zugabenstücken«, hatte Harfenistin Anne Kox-Schindelin gleich zu Beginn verkündet, und das Publikum in der voll besetzten Alten Turnhalle wurde nicht enttäuscht.

    Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Arbeiterwohlfahrt lenkte die Ortsgruppe der Arbeiterwohlfahrt (AWO) den Blick auf das gleichzeitige 40-jährige Bestehen der Lohrer Begegnungsstätte.

    Es ist ein sorgenvoller Blick, denn an dem urigen Containerbau »nagt der Zahn der Zeit«, brachte es Ortsvorsitzender Karl Heinz Ebert auf den Punkt. Was liegt da näher als mit einem Benefizkonzert »den Grundstock für einen Neubau« zu bilden.

    Gesagt, getan: Mit Anne Kox-Schindelin und der kongenialen Birgit Förstner am Cello füllte die Halle nicht nur der gute Zweck, sondern gleichsam der gute Ruf des Duos.

    Mit hoher Präzision

    »Musenküsse« nennen die studierten Künstlerinnen ihr Programm und präsentieren darin zeitlose Melodien von Weltruhm. Ob dem geneigtem Zuhörer beim ersten Takt sogleich der Name des Stücks auf der Zunge lag oder er während des Genusses der vertrauten Tonfolgen im stillen Zwiegespräch um denselben rang, das atemlos lauschende Publikum zeigte vor allem eines: Konzentration. Darin war es mit Harfenistin Kox-Schindelin im Einklang, die ihr Instrument pointiert und mit hoher Präzision liebkoste. Ihrer dabei stets ernsten Mimik stand das Gefühlsleben Förstners als offenes Buch gegenüber. Gleich ihrem schwelgenden Spiel an der Bassgeige wechselte der Ausdruck sprunghaft mit dem Charakter des Stücks.

    Die natürliche Dynamik, die dem Cello üblicherweise die Führungsrolle und der Harfe die Begleitung zuteilt, führte man den Zuhörern zunächst durch ein selbstverfasstes Solostück Kox-Schindelins vor Augen. Dadurch sensibilisiert, wurde bei anschließenden Stücken wie Johann Pachelbels »Kanon« erst recht deutlich, wie spielerisch es die Protagonistinnen verstanden, diesem Korsett zu entweichen und fließende Positionswechsel vorzunehmen.

    Ein wiederholt in den kurzweiligen Künstleranekdoten zwischen den Stücken aufgegriffener roter Faden des Freitagabends war der Traum. Ein Stichwort, das Karl Heinz Ebert zum Abschluss dankend aufgriff und sich neben der Umsetzung des Traums einer neuen AWO-Begegnungsstätte, auch eine Zugabe der umjubelten Musikerinnen im kommenden Jahr wünschte.

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