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    Lohr

    »Chance für den ländlichen Raum«

    Chancen und Risiken der Digitalisierung (von links): Landtagsabgeordneter Thorsten Schwab, Digitalministerin Judith Gerlach,? Daniel Kleffel, Präsident des Bayerischen Landesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, Landratskandidatin Sabine Sitter und Bürgermeisterkandidat Dirk Rieb haben darüber diskutiert. Foto: Thomas Josef Möhler

    »Das Thema Digitalisierung ist sehr breit«, weiß CSU-Landratskandidatin Sabine Sitter. Das hat sich bei einer Talkrunde ihrer Partei mit Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach am Montag im Lohrer Pfarrheim St. Michael wieder einmal erwiesen. Vor rund 50 Zuhörern wurde eine Vielzahl von Themen angerissen.

    Moderiert vom Landtagsabgeordneten Thorsten Schwab diskutierten neben Gerlach noch Daniel Kleffel, Präsident des Bayerischen Landesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI), und der Lohrer CSU-Bürgermeisterkandidat Dirk Rieb mit. Gerlach, seit rund einem Jahr Staatsministerin für Digitales im Freistaat Bayern, sprach von einer »disruptiven Entwicklung«, die die Arbeitswelt und das persönliche Leben umkrempele.

    Nachholbedarf bei Infrastruktur

    Die Frage, ob Bayern und Deutschland dabei mitmachen sollten, stelle sich nicht mehr: »Digitalisierung findet gerade überall statt.« Die Ministerin räumte ein, dass Bayern gerade auf dem flachen Land bei der digitalen Infrastruktur »noch nicht da ist, wo wir sein sollten«. Für Gerlach ist Digitalisierung auch eine Chance zum Bürokratieabbau: »Wir dürfen nicht unverständliche Formulare digitalisieren, sondern müssen überlegen, ob es nicht auch einfacher geht.«

    Laut Sabine Sitter ist »Digitalisierung die Chance für den ländlichen Raum«. Durch Digitalisierung kämen die Dienstleistungen zu den Menschen, etwa in der Medizin. Ihr Ziel sei es, ein »digitales Gesundheitsnetz über Main-Spessart zu legen«. Die Angst, Digitalisierung führe zur Verdummung der Kinder, teilt sie nicht: »Kinder sollen wissen, wie sie sicher und maßvoll mit den neuen Medien umgehen können.«

    Dirk Rieb trat bei der Digitalisierung der Verwaltung etwas auf die Euphoriebremse: Verwaltungsdienstleistungen würden zu 80 Prozent von Gemeinden und Landkreisen erbracht. Das müssten sich die Kommunen erst einmal leisten können. Eine bürgernahe Verwaltung müsse auch zu den Menschen kommen und nicht nur »alles am Bildschirm regeln«.

    Staatliche Organisationen stehen laut Daniel Kleffel »im Fokus von Cyberangriffen«. Allein im Oktober habe seine Behörde rund 500 Sicherheitsvorfälle im bayerischen Behördennetz registriert – ohne die Vorfälle, die das Netz automatisch abgewehrt habe. Er wisse von den Schwierigkeiten vieler Kommunen, Sicherheitsanforderungen umzusetzen. Deshalb habe das LSI einen »Basislevel der Absicherung« definiert.

    Analoge Publikumsfragen

    Zum Schluss kam auch das Publikum zu Wort, aber nicht digital, sondern ganz analog mit Fragen auf Karteikarten. Die Themenvielfalt wurde dadurch noch größer, bis hin zur Frage nach den Gefahren durch Mobilfunkstrahlung.

    Bearbeitet von Thomas Josef Möhler

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