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    Birkenfeld

    Christiane Hetterich wird neue Pastoralreferentin

    Pastoralreferentin Christiane Hetterich, die am Sonntag als neue Seelsorgerin der Pfarreiengemeinschaft eingeführt wird. Foto: Heidi Vogel

    An diesem Sonntag wird Christiane Hetterich im Rahmen der traditionellen Sternwallfahrt der Pfarreiengemeinschaft "Maria – Patronin von Franken" an der Wendelinuskapelle in Birkenfeld offiziell als neue Pastoralreferentin eingeführt. Im Gespräch mit dieser Redaktion berichtet die 59-jährige Diplom-Theologin von ihren bisherigen Aufgaben und was sie an der Tätigkeit als Seelsorgerin auf der Fränkischen Platte gereizt hat.

    "Ich gehe noch einmal sehr gerne in die Pastoral", erklärt Christiane Hetterich auf der kleinen Terrasse am Birkenfelder Pfarrhaus. Seit gut zwei Wochen lebt die gebürtige Nürnbergerin, die in Zell am Main aufgewachsen ist, in Birkenfeld. Vor ihrer elfmonatigen Sabbatzeit war Hetterich drei Jahre lang für Missio in Aachen und danach 21 Jahre lang als Diözesanreferentin in der Diözesanstelle Mission, Entwicklung und Frieden in Würzburg tätig.

    In diesem Rahmen war sie unter anderem für Hilfswerke, Missionare, Entwicklungshelfer und Freiwillige zuständig. Ein großer Aufgabenbereich von Hetterich war auch die Koordination der damals neuen Partnerschaft zwischen dem Bistum Würzburg und Óbidos in Brasilien. Dies war ihr eine Herzensangelegenheit, hat sie sich doch bereits seit ihrer Studienzeit in Würzburg und München für das Land in Südamerika begeistert.

    Hetterich arbeitete in Brasilien in Favela

    "Die Initialzündung dafür war ein Erlebnis bei meinem ersten Besuch in Brasilien als Studentin, das hat mich nicht mehr losgelassen", erinnert sie sich. Eine Ordensschwester habe damals eine Gruppe von fünf Leuten, zu der auch Hetterich gehörte, auf eine riesengroße Müllkippe im Nordosten des Landes geführt. "Da haben sich die Menschen, oftmals Kinder, mit den Geiern um Essensreste gestritten", berichtet sie, die aus einem behüteten und gut situierten Elternhaus stammt, von dem einschneidenden Erlebnis.

    Nach dem Studium führte sie der Weg deshalb auch wieder zurück nach Brasilien, wo sie zunächst zwei Jahre lang in einer Favela (Armenviertel) und in der Landpastoral tätig war und später für ein weiteres Jahr vorwiegend mit der indigenen Bevölkerung gearbeitet hat. "An Brasilien fasziniert mich, dass sich einfache Menschen für andere und die Umwelt engagieren."

    Freunde in Brasilien setzen sich trotz Todesdrohungen für die Umwelt ein

    So habe sie Freunde in Brasilien, die wegen ihres Engagements für die Umwelt bereits Todesdrohungen erhalten haben. "Die lassen sich davon nicht abschrecken. Das beeindruckt mich ungemein", betont Hetterich, die durch die Partnerschaft mit Óbidos in den vergangenen Jahren meist zweimal nach Südamerika gereist ist. Beeindruckt zeigt sie sich aber auch vom großen Engagement der Laien dort, wo vor allem Frauen in den Dörfern die kirchliche Gemeindeleitung innehaben. "Ohne diese Frauen würde die Kirche am Amazonas zusammenbrechen", weiß sie um die Verdienste der Ehrenamtlichen.

    Und wie kam es nun, dass sie sich für die Tätigkeit als Pastoralreferentin auf der Fränkischen Platte entschieden hat? "Bereits Ende letzten Jahres hat Pfarrer Stefan Redelberger bei mir angefragt", berichtet die 59-Jährige, die sich deshalb im Dezember 2018 an einem Samstagvormittag "inkognito" die fünf Orte der Pfarreiengemeinschaft angeschaut hat. Überzeugt habe sie nicht nur die schöne Landschaft, sondern auch die Tatsache, dass "Maria – Patronin von Franken" noch eine kleinere Pfarreiengemeinschaft ist, in der, wie sie hofft, "wirkliche Seelsorge" möglich ist.

    Joggingstrecke von Birkenfeld nach Karbach für sich entdeckt

    "Von Pfarrer Stefan Redelberger, aber auch von anderen Leuten habe ich viel Positives gehört. Hier gibt es viele aktive Leute, die Kirche gestalten", nennt sie als weiteren Beweggrund für ihre Entscheidung. In ihrer neuen Umgebung hat sie sich bereits recht gut eingelebt, auch wenn sie von ihrem jetzigen Küchenfenster aus keinen Festungsblick genießen kann. So hat Christiane Hetterich, die gerne in der Natur unterwegs und eine begeisterte Pilgerin ist, bereits die Jogging-Strecke von Birkenfeld nach Karbach für sich entdeckt.

    Welche Aufgaben sie in der Pfarreiengemeinschaft übernehmen wird, will sie mit Pfarrer Stefan Redelberger, der ebenfalls erst seit einem halben Jahr hier tätig ist, und den Gremien der Pfarreiengemeinschaft gemeinsam abstimmen. "Ich freue mich, mit den Menschen hier Kirche Jesu Christi zu leben und zu gestalten und auch die Sorgen und Nöte der Menschen weltweit in den Blick zu nehmen", erklärt die neue Seelsorgerin voller Vorfreude.  

    Die Heilige Messe an der Wendelinuskapelle findet am Sonntag um 14 Uhr statt. Im Anschluss an den Gottesdienst besteht bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit zum Austausch.

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