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    Marktheidenfeld

    Cottage Garden aus Eichenfürst schließt stationären Handel

    Geben den stationären Handel in Marktheidenfeld auf: Matthias und Helga Däumler von Cottage Garden in Eichenfürst. Foto: Lucia Lenzen

    Sie habe lange überlegt, ob es eine andere Lösung geben kann, erzählt Helga Däumler. Doch am Ende blieb der Geschäftsinhaberin von Cottage Garden in Eichenfürst nur eins: Den stationären Einzelhandel in dem zu Glasofen gehörenden Weiler aufzugeben. 

    2001 hatte die Familie, die ursprünglich aus dem Hessischen stammt, das Hofgut in Eichenfürst gekauft. "Die Gebäude standen damals zehn Jahre leer, wir haben alles komplett saniert", erzählt Helga Däumler. 2002 eröffnete dort der "Cottage Garden". Sein Angebot: Gartenmöbel, Garten- und Wohnaccessoires. "Wir haben vor allem Kunden aus dem überregionalen Raum", so die Inhaberin. Und die kämen nach wie vor nach Eichenfürst, um einzukaufen. Ein Besucherrückgang sei also nicht der Grund, warum sie den stationären Handel zumachen.

    Problem liegt in der Personalsituation

    "Das Problem liegt in der Personalsituation", erläutert die Inhaberin. Fünf Angestellte hat der Cottage Garden. Doch diese arbeiten familienbedingt allesamt nur halbtags. Ab mittags ist Helga Däumler allein im Geschäft. Das kann und will die 70-Jährige nicht weiter leisten.  Die Öffnungszeiten auf mittags zu beschränken sei auch keine Lösung gewesen. Es bestehe zu sehr die Gefahr, Kunden zu vergraulen, die das nicht mit bekämen und anders gewohnt seien. Schließlich werden die  Öffnungszeiten bundesweit immer länger. "Das war schon problematisch, als wir die Öffnungszeiten von 18 auf 17 Uhr verkürzt haben", so Däumler. 

    Die Belegschaft umzustrukturieren, um die Öffnungszeiten weiterhin zu gewähren, war auch keine Option. Schließlich handele es sich um langjährige, erfahrene und wertvolle Mitarbeiter, die das Unternehmen auch weiterhin behalten möchte. Denn, auch wenn der Cottage Garden für den Endverbraucher seine Tore schließt, geht hier der Betrieb weiter.

    Vom stationären Handel zu Messen und Großhandel

    Neben dem stationären Handel ist die Firma jedes Jahr von April bis September auf Gartenmessen rund um die Themen "Garten, Wohnen, Lifestyle" unterwegs. Diesen Bereich betreut Sohn Matthias Däumler. "Garten-Events nehmen immer mehr zu", erläutert er. Die Leute hätten Zeit und Geld. Zu Gartenmessen, wie zum Beispiel die Fürstenfelder Gartentage in Fürstenfeldbruck, kämen rund 40 000 Menschen. Neben den Besuchen auf Messen betreibt die Familie Däumler zudem noch einen Großhandel für Gartendekorationsartikel.

    Kritik an Stadtpolitik: Anreize, in die Innenstadt zu gehen, werden weniger 

    Man dürfe eben nicht auf der Stelle stehen bleiben, formuliert es Helga Däumler. Schließlich habe sich in der Zeit, in der das Familienunternehmen in Marktheidenfeld ist, auch das Kaufverhalten der Menschen verändert. "Die Leute bekommen mittlerweile überall alles", sagt sie. So stünden fast in jedem Supermarkt und Discounter im Eingangsbereich Garten- und Wohnaccessoires. Kritik üben Helga und Matthias Däumler an der Stadtpolitik, die für ihren Geschmack zu viel ermögliche, zum Beispiel die Ansiedlung vieler Discounter in der Georg-Mayr-Straße. Damit nehme man den Leuten die Anreize, in die Innenstadt zu gehen und das gehe auf Kosten des Einzelhandels, bemängeln die Geschäftsleute. 

    Wann sie den stationären Handel im Cottage Garden endgültig beenden, sei noch unklar. Das hinge vom Räumungsverkauf ab, der derzeit läuft.  

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