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    WOMBACH

    Das Leben genießen: Blasmusik bei Kerzenschein

    Die „Wombacher Blasmusik” beherrscht beides bravourös – Tradition und Moderne. Foto: Gisela Büdel

    „Lasset uns das Leben genießen“ stand am Samstagabend über dem Weinfest „Blasmusik & Wein bei Kerzenschein“ im Vereinsheim. Knapp 300 Volksmusikfreunde genossen bereits zum siebten Mal Professionalität und musikalische Leidenschaft als großen Trumpf der „Wombacher Blasmusik“ um Dirigent Klaus Hübner.

    Weinfestambiente mit herbstlichem Dekor

    Nicht nur Einheimische hatten den Anstieg zum Vereinsheim erklommen, auch für Gäste aus den Umlandgemeinden ist der Abend bereits lieb gewordene Tradition. Keine Wünsche offen in der herbstlich dekorieren Halle mit Tanzpodium ließ das Rahmenprogramm: Zur Stärkung lockten eine fränkische Brotzeit oder die Weinprobe an der „Bocksbeutelbar“ mit Weinen aus der Region, präsentiert von Winzer Michael Huller vom gleichnamigen Homburger Weingut.

    Bereits mit der eigens komponierten Begrüßungspolka sprang der Funke aufs Publikum über. Ob es die flotte Polka aus dem Burgenland, der verträumte Walzer „Wenn der Wein blüht“ von Robert Payer oder der Slow Rock „Der Sonne entgegen“ mit dem Trompetensolo von Felix Hübner waren: Hingerissen lauschten die Musikfreunde den Klängen der perfekt beherrschten Instrumente.

    La Ola-Welle für schmissige Polka

    Bewundernswert waren Haltung, Ausstrahlung und unglaubliche Spielfreude. Verdienten Zwischenapplaus ernteten gelungene Instrumentensoli. Die besondere Note setzte der harmonische, zweistimmige Gesang von Elke Ullrich und Klaus Hübner. Keinen Zweifel daran, dass es die „Wombacher Blasmusik“ versteht, zu „100-prozentig zünftig-böhmisch“ zu feiern, ließ die lebensfrohe „Ola-Polka“. Die Komposition von Wilfried Rösch, von den Wombachern eigens zur diesjährigen Spessartfestwoche einstudiert, löste einen Begeisterungssturm aus und vereinte die Fangemeinde zur La-Ola-Welle. Zum Lieblingsstück des Publikums geriet die tschechische Spezialnummer mit Gesangseinlagen aus den Reihen der Musiker.

    Wie lässt sich der Schwung eines Marsches noch steigern? Pfarrer und Hornist Sebastian Herbert hatte mit seinen selbst gereimten „Gstanzln“ auf dem Rundgang durch den Saal die Lacher auf seiner Seite. Mitten ins Volksmusikherz zielten die Klassiker „Böhmische Liebe“ (Mathias Rauch) und der „Böhmische Traum“ (Norbert Gälle), dem die breiten Partien der Tenorhörner seinen Charakter gaben. Da fiel das Stillsitzen schwer, das Publikum erhob sich von den Plätzen, um zu klatschen oder das Tanzbein zu schwingen.

    Auch Nachwuchs zeigte sein Können

    Szenenwechsel: Seine helle Freude hatte das Publikum am Auftritt der „Kleinen Blechmusik“. „Probier?s mal mit Gemütlichkeit“ rieten die jungen Musikanten neben Walzer- und Marschklängen. Dass Blasmusik mehr kann, bewies das Cover der Band Coldplay.

    Der Applaus kannte kaume Grenzen, als die Kapelle nach gut fünf Stunden das traditionelle Abschiedslied „Auf Wiedersehn“ anstimmte. Ehrensache waren zwei Zugaben: Die gefühlvolle Polka „Guten Abend, gut? Nacht“ begleitete die Zuhörer in den Sonntag, die einmal mehr einen Abend mit einer musikalischen Höchstleistung an feiner, handgemachter Blasmusik erleben durften. Die 125-jährige Erfolgsgeschichte der Kapelle setzt sich fort und wird gefeiert mit einem Musikfest im Lohrer Industriegebiet vom 30. Mai bis 2. Juni 2019.

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