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    KARLSTADT

    Das Stadtarchiv zieht um

    Manfred Schneider bereitete die Archivalien für den Umzug ins neue Archiv vor. Dazu müssen diese in Kartons verpackt wer... Foto: Klaus Gimmler

    Das Stadtarchiv ist im Keller des neuen Rathauses untergebracht. Schon der Weg dorthin ist verwinkelt, die Räume sind eng, Heizungsrohre verlaufen an der Decke, überall Regale mit Ordnern, Urkunden und Verzeichnissen. Durch ein kleines Fenster dringt ein wenig Tageslicht hinein. „Das Archiv platzt hier aus allen Nähten“, sagt Manfred Schneider. Daher freut sich der Leiter des Karlstadter Stadtarchivs auf den Umzug in den Anbau der Stadtwerke ans neue Rathaus.

    „Die Archivfläche wird sich dadurch verdoppeln“, sagt Schneider. Unter den Büros der Stadtwerke, ebenfalls im Keller, steht dann ein Raum mit 150 Quadratmetern zur Verfügung, der für die Besucher bequem über Aufzug oder Treppe erreichbar ist. Auch zusätzliche Arbeitsplätze für Besucher werden eingerichtet.

    630 Regalmeter

    Durch ein System von verschiebbaren Rollregalen werden 630 Regalmeter zusätzlich geschaffen, denn das alte Archiv, das mit dem neuen durch einen Gang verbunden ist, bleibt erhalten. „Das erscheint vielleicht auf den ersten Blick überdimensioniert“, sagt Schneider. Aber seit zehn Jahren sei das Archiv randvoll und es werde nur der Platzmangel verwaltet.

    400 Kartons seien im Bunker der Tiefgarage ausgelagert, die wieder ins Archiv zurückgeholt werden müssen, so Schneider weiter. Schriftstücke der Registratur der Stadt müssen eingepflegt werden und Schneider gibt zu bedenken, dass die Archivfläche auch noch für die nächsten 30 Jahre reichen soll.

    Umzug Anfang 2019

    Schon seit einem Jahr bereitet sich Schneider auf den Umzug vor, der vermutlich Anfang 2019 stattfinden wird. Dazu müssen alle Archivalien sauber in speziellen Archivkartons verpackt sein. Nur so ist es gewährleistet, dass keine Unordnung beim Einräumen entsteht. „Der Umzug von lose gelagerten Akten würde ein großes Chaos erzeugen“, so Schneider.

    Diese Verpackungsarbeit ist sehr zeitintensiv. Gleichzeitig erfolgt beim Einpacken eine Kontrolle des Archivguts. Dabei wird überprüft, „ob auch drin ist, was drauf steht. Dies wird mit den jeweiligen Findbüchern, auch Repertorien genannt, verglichen. Nur eine sorgsame Pflege der Findbücher garantiert, dass auch die gewünschten Archivalien gefunden werden können. Die Kartons werden beschriftet und mit Etiketten versehen.

    Seit 19 Jahren ist Schneider Archivpfleger und der einzige, der sich im Archiv wirklich auskennt. „Ich habe in dieser Zeit alle Akten vermutlich viermal umgedreht“, sagt er schmunzelnd. In dieser Zeit musste er stets mit der Platznot in dem Provisorium auskommen. Umso schöner ist es für ihn, wenn er nach dem Umzug die Archivalien in neuen Räumen großzügig präsentieren kann.

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