• aktualisiert:

    LOHR

    Das neue Zentralklinikum: Ein einladendes Gebäude

    So soll das künftige Zentralklinikum in Lohr aussehen. Architekt Linus Hofrichter stellte als Gesellschafter des mit der... Foto: sander.hofrichter architekten GmbH

    Was seit Jahren diskutiert wird, nahm in der Jahresschlusssitzung des Kreistages Gestalt an. Linus Hofrichter präsentierte als Gesellschafter der sander.hofrichter architekten GmbH, die sich im Vergabeverfahren letztlich gegen vier andere Bieter durchsetzte, den Entwurf für das 120-Millionen-Euro-Projekt.

    Geplant ist demnach ein T-förmiges Gebäudes mit drei Obergeschossen, bei dem das Erdgeschoss etwas größer ausfällt. Hier ist das vorgelagerte Ärztehaus vorgesehen. Dazu kommt ein separates Parkhaus. Das kann ökologischer gebaut werden als eine Tiefgarage und benötige keine technische Belüftung, erklärte er später auf Nachfrage.

    Erfahrener Architekt

    Der erfahrene Architekt strahlte in der Präsentation viel Kompetenz aus. Das Architekturbüro mit Hauptsitz in Ludwigshafen und 200 Mitarbeitern sowie einigen Filialen wurde 1930 gegründet. Von den 77 realisierten Projekten der letzten zehn Jahr waren über 70 Prozent Klinikneubauten. Erst vor kurzem wurde ein ähnliches 200-Millionen Projekt in Hannover abgeschlossen. Linus Hofrichter ist einer von vier Gesellschaftern des Büros. Er ist auch Professor für Klinikbau an der Uni Gießen.

    „Ein Krankenhaus sollte ein einladendes, freundliches Gebäude sein“, sagte der Planer. Dazu gehöre ein schöner Vorbereich mit Park und Garten sowie überdachten Zugang vom Parkhaus. Der Entwurf lege viel Wert auf helle Räume. Neben großen Fenstern sollen Innenhöfe Licht in die drei Flügel bringen und die Orientierung erleichtern. Die großen Flachdächer sollen begrünt werden.

    Im Erdgeschoss die Verwaltung

    Besonders überzeugend waren die Details zur Planung. So gibt es neben dem Haupteingang im Erdgeschoss auch einen direkten Zugang für die Notaufnahme. Die nötigen Untersuchungsräume mit MRT oder CT sind direkt gegenüber des Schockraumes vorgesehen. Im Erdgeschoss wird auch die Verwaltung untergebracht.

    Der erste Stock ist als Operations- und Behandlungsbereich samt Herzkatheder-Labor und Endoskopie vorgesehen. In den beiden oberen Stockwerke liegen die Stationen mit je 37 Betten, es wird eine Station pro Stockwerk und Flügel sein. Jedes Patientenzimmer soll dabei einen Blick nach draußen haben.

    Durch die Hanglage wird vom Gebäude immer nur ein Teil zu sehen sein. Nötigenfalls könnte es auch noch erweitert werden, dann ergäbe sich ein kreuzförmiger Grundriss. Die Zufahrten für Rettungsfahrzeuge und die Bewirtschaftung werden getrennt.

    Abnahme im Oktober 2024

    Bis 2027 wird es voraussichtlich dauern, bis das neue Klinikum in den Vollbetrieb geht. „Von Hinhuschen und ewigen Nachbessern haben sie auch nichts“, sagte der Architekt. Die Entwurfsplanung soll in einem knappen Jahr (31. Oktober 2019) fertig sein, der Bauantrag im Februar 2020 eingereicht werden. Danach erfolgen Ausführungsplanung und im Oktober 2020 die Ausschreibung. Im März 2021 soll die Vergabe erfolgen, im Mai 2021 der Baubeginn. Erfahrungsgemäß dauert es über drei Jahre bis zur Fertigstellung mit Abnahme, Termin dafür ist Oktober 2024.

    Der Realisierungswettbewerb für den Neubau begann Ende November 2017. Nach der ersten Phase mit 13 Angeboten wurden fünf Bieter um ein konkretes Angebot gebeten und zu einem Präsentationstermin eingeladen. Die vier leer ausgegangen Bieter erhalten nach der einstimmigen Vergabe der Generalplanung durch den Kreistag nun je 15.000 Euro Aufwandsentschädigung.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)


      Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de?
      Dann jetzt gleich hier registrieren.